Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Der Diktator, der Daimler liebt – woher hat Kim Jong Un seine Limousinen?
Nachrichten Wirtschaft Der Diktator, der Daimler liebt – woher hat Kim Jong Un seine Limousinen?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:40 26.04.2019
Wie Korea an die Daimler-Limousine gekommen ist, kann sich der Konzern nicht erklären. Quelle: AP
Anzeige
Tokio/Wladiwostok

Ob bei Treffen mit US-Präsident Donald Trump oder Russlands Herrscher Wladimir Putin Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un fuhr zuletzt öfter in einer Limousine von Daimler vor. Dem Hersteller ist das unangenehm, denn eigentlich dürfen an Nordkorea keine Luxusautos verkauft werden.

Wie die Autos in die Hände des autoritär geführten Staates gelangt sind, ist deshalb unklar. Daimler ließ wissen, dass er sich nicht erklären könne, woher der nordkoreanische Machthaber die Luxuskarossen habe. Daimler führe keine Geschäfte mit dem isolierten Land, schrieb Konzernsprecherin Silke Mockert in einer Reaktion auf einen Bericht der Nachrichtenagentur AP vom Mittwoch.

Als Kim diese Woche für seinen Gipfel mit Kremlchef Wladimir Putin am Bahnhof der russischen Stadt Wladiwostok eintraf, warteten schon zwei Limousinen der Daimler-Marke Mercedes auf ihn. Es wird auch vermutet, dass der Machthaber bei seinen Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Singapur im Juni 2018 und zuletzt im Februar in Hanoi auf dieses Transportmittel zurückgriff.

UN-Sanktionen gegen Nordkorea

Dies sorgte für Stirnrunzeln, zumal der Verkauf von Luxusgütern wie Stretchlimousinen gemäß den UN-Sanktionen gegen Nordkorea verboten ist. Die Strafmaßnahmen sollen den Druck auf dessen kommunistische Führung erhöhen, ihr Nuklearwaffenarsenal aufzugeben.

Daimler-Sprecherin Mockert erklärte, das Unternehmen mit Sitz in Stuttgart pflege schon seit mehr als 15 Jahren keine geschäftlichen Beziehungen mit Nordkorea. An die Embargos von EU und USA halte sich der Konzern strikt. Um Lieferungen an Nordkorea oder jegliche seiner Botschaften in der Welt zu verhindern, habe Daimler ein System der Exportkontrolle eingeführt.

Verdacht fällt auf Gebrauchtwagenhändler

Mockert betonte aber, Autoverkäufe durch Drittparteien, vor allem Gebrauchtwagen, entzögen sich der Kontrolle und der Verantwortung des Konzerns.

Von RND/dpa/hö

Der Autobauer Daimler steht vor tiefgreifenden und vor allem auch teuren Veränderungen. Das Kerngeschäft läuft gerade aber alles andere als rund. Das hinterlässt Spuren.

26.04.2019

Chinas „neue Seidenstraße“ ist sehr umstritten. Das Projekt lockt mit chinesischen Milliardeninvestitionen, aber oft kommen nur Unternehmen aus der Volksrepublik zum Zuge. Jetzt soll sich einiges ändern.

26.04.2019

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon hat im ersten Quartal seine Erlöse mehr als verdoppelt. Doch ein Umstand trübt die Stimmung – das Umsatzwachstum gerät zunehmend ins Stocken.

26.04.2019