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15:38 09.03.2017
Ein Kreuzfahrtschiff läuft in den Hafen von Havanna (Kuba) ein.
Ein Kreuzfahrtschiff läuft in den Hafen von Havanna (Kuba) ein. Quelle: Alejandro Ernesto
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Berlin

Kreuzfahrten werden bei den Deutschen immer beliebter. 2,02 Millionen Bundesbürger buchten im vergangenen Jahre eine Fahrt auf den Schiffen, ein Plus von 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Und abermals ein Rekord, wie der Branchenverband Clia und der Deutsche Reiseverband auf der Reisemesse ITB in Berlin mitteilten. Unterdessen kämpfen die Fluggesellschaften weiter mit der starken Konkurrenz aus Nahost und durch die Billigflieger um die preisbewussten Bundesbürger. Fraportchef Stefan Schulte warnte vor einem ruinösen Wettbewerb. Viele Messebesucher sorgen sich derweil, wie sie am Freitag nach Hause kommen: An den Berliner Flughäfen wird gestreikt.

Im Tarifkonflikt des Bodenpersonals rief die Gewerkschaft Verdi die rund 2000 Beschäftigten in Tegel und Schönefeld auf, von Freitagfrüh bis Samstagmorgen die Arbeit niederzulegen. „Wir halten es für unverantwortlich, den Streik zum Abschluss der ITB durchzuführen, wenn Besucher aus aller Welt von Berlin aus zurückreisen“, kritisierte Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann. Am Samstag und Sonntag öffnet die ITB noch für Privatbesucher.

Aus Sicht von Fraport-Chef Schulte, der auch den Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft führt, müssen zahlreiche Airlines in Europa aufgeben. „Wenn wir es schaffen, dass wir am Schluss fünf bis sieben oder fünf bis zehn große Fluggesellschaften in Europa haben, werden wir für die Fluggesellschaften zu einer auskömmlichen Marge kommen.“ In Deutschland müsse die Luftverkehrssteuer abgeschafft werden und die öffentliche Hand mehr für Luftsicherheit zahlen.

„Die Welt der Luftfahrt ändert sich rasant, und der eine oder andere überlebt es“, sagte Lufthansa-Vorstandsmitglied Harry Hohmeister. Sein Unternehmen befinde sich in einer große Reform hin zur „digitalsten Airline der Welt“.

Sorgen wie die Luftfahrtbranche kennen die Kreuzfahrt-Unternehmen nicht, für sie geht der Boom weiter. Nur in den USA gibt es noch mehr Kreuzfahrtpassagiere als in Deutschland. Auch der Umsatz der Reedereien stieg deutlich: um 17,8 Prozent auf 3,38 Milliarden Euro. Laut Deutschem Reiseverband erwirtschaftet die Kreuzfahrtbranche rund 13 Prozent des Umsatzes im Gesamtreisemarkt. Die Clia (Cruise Lines International Association) erwartet, dass der Boom weitergeht.

Kreuzfahrten sind vor allem bei Norddeutschen beliebt, wie eine repräsentative Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) unter 19 000 Haushalten ergab. Im Süden stehen Sport- und Wellnessreisen hoch im Kurs. Dieses Jahr haben die Bundesbürger demnach durchschnittlich 1020 Euro für Urlaubsreisen im Portemonnaie.

Der Deutschland-Tourismus startete schwungvoll ins Jahr. Im Januar stieg die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland verglichen mit dem Vorjahresmonat um vier Prozent auf 24,4 Millionen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit setzte sich der Boom im Deutschland-Tourismus nach sieben Rekordjahren fort.

dpa

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