Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Deutscher „Glen“-Whisky muss nicht irreführend sein
Nachrichten Wirtschaft Deutscher „Glen“-Whisky muss nicht irreführend sein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:42 22.02.2018
Der schottische Whisky-Verband SWA hatte gegen ein Produkt der Waldhornbrennerei in Berglen bei Stuttgart geklagt, deren Whisky „Glen Buchenbach“ heißt.
Der schottische Whisky-Verband SWA hatte gegen ein Produkt der Waldhornbrennerei in Berglen bei Stuttgart geklagt, deren Whisky „Glen Buchenbach“ heißt. Quelle: Sebastian Gollnow
Anzeige
Luxemburg

Die Bezeichnung „Glen“ für deutschen Whisky muss nach Ansicht eines EU-Gutachters nicht irreführend sein. Entscheidend sei, ob der durchschnittliche Verbraucher bei dem Begriff automatisch an „Scotch Whisky“ denke.

Das erklärte der zuständige Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in Luxemburg. Dann wäre die Bezeichnung „Glen“ unzulässig. Für ihn selbst ist eine „hinreichende inhaltliche Nähe“ zwischen dem Begriff „Glen“ und der geografischen Angabe „Scotch Whisky“ jedoch nicht sicher. Abschließend müsse dies seiner Ansicht nach das Landgericht Hamburg klären (Rechtssache: C-44/17).

Der schottische Whisky-Verband SWA hatte gegen ein Produkt der Waldhornbrennerei in Berglen bei Stuttgart geklagt, deren Whisky „Glen Buchenbach“ heißt. Er ist der Ansicht, dass der Verbraucher bei der Bezeichnung „Glen“ fälschlicherweise an die geschützte Angabe „Scotch Whisky“ denke. „Glen“ kommt aus dem Gälischen und bedeutet so viel wie „schmales Tal“. Das Hamburger Landgericht hatte den EuGH um Klärung gebeten und darauf verwiesen, dass nicht nur schottische, sondern auch Whiskys aus Kanada, Irland oder Deutschland den Namen „Glen“ tragen.

Laut Generalanwalt Henrik Saugmandsgaard Øe setzt das Verbot eines Produktnamens nicht zwingend klangliche oder visuelle Ähnlichkeiten mit einer in der EU geschützten geografischen Angabe voraus. Das Landgericht Hamburg müsse deshalb prüfen, ob „ein europäischer Durchschnittsverbraucher“ in diesem Fall sofort an „Scotch Whisky“ denke. Zusätzliche Informationen auf dem Etikett spielten keine Rolle. Die schwäbische Brennerei hatte stets betont, dass neben der Bezeichnung „Glen Buchenbach“ außerdem „Swabian Single Malt Whisky“ und „Hergestellt in den Berglen“ auf dem Etikett stehe.

Die Einschätzung des Gutachters ist für die Richter des EuGH nicht bindend, in der Mehrzahl der Fälle folgen sie ihr aber. Ein Urteil dürfte in einigen Monaten fallen.

dpa

Mehr zum Thema

Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) werden die Weichen für eine Neuausrichtung gestellt. Die Euro-Finanzminister unterstützen den Spanier de Guindos als künftigen EZB-Vize. Was auch für Deutschland nicht unwichtig ist.

19.02.2018

Die EU rüstet sich für einen möglichen Handelskonflikt mit den USA. Sollte Washington die eigene Industrie mit unfairen Methoden vor europäischer Konkurrenz schützen, will sie schnell zurückschlagen können. Leidtragende könnten Harley- und Whiskey-Fans sein.

20.02.2018

Wegen der Bildung illegaler Kartelle hat die EU-Kommission Millionenstrafen gegen die deutschen Autozulieferer Bosch und Continental verhängt.

21.02.2018
Wirtschaft Schwerpunkt im Süden und Osten - Grippewelle rollt mit neuem Spitzenwert
22.02.2018
23.02.2018