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Wirtschaft Erneute Verschärfung: In Deutschland fehlen immer mehr Pfleger
Nachrichten Wirtschaft Erneute Verschärfung: In Deutschland fehlen immer mehr Pfleger
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15:54 10.05.2019
Der Job als Krankenpfleger ist hart – weshalb aus Gewerkschaftssicht viele Anwärter eine andere Tätigkeit suchen. Quelle: epd-bild/Jens Schulze
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Nürnberg

Der Fachkräftemangel in der Pflege nimmt immer größere Ausmaße an. Im Jahresschnitt 2018 waren bundesweit insgesamt 37.000 Stellen unbesetzt, das sind knapp 1500 mehr als im Jahr davor.

Das ergibt sich aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Danach fehlten in der Altenpflege 24.000 und in der Krankenpflege 13.000 Pfleger.

Nur 19 Fachkräfte für 100 Stellen

Die Dramatik zeigt sich besonders, wenn man die offenen Stellen mit der Zahl der Bewerber ins Verhältnis setzt. So kommen in der Altenpflege auf 100 offene Stellen bundesweit im Schnitt nur 19 arbeitslose Fachkräfte.

2017 waren es noch 21. Auch in der Krankenpflege wurde das Verhältnis ungünstiger: Hier standen 100 offenen Stellen durchschnittlich 37 Bewerber gegenüber, 2017 waren es noch 41.

Angesichts der Verschärfung des Fachkräftemangels in der Pflegebranche fordern die Grünen ein Sofortprogramm für die Schaffung von 50.000 zusätzlichen Stellen.

„Um die Stellen besetzen zu können, müssen die Arbeitsbedingungen in der Pflege entschieden verbessert werden, vorhandene Fachkräfte durch ein Wiedereinstiegsprogramm mobilisiert und eine Weiterbildungsoffensive für Pflegehilfskräfte gestartet werden“, sagte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt dem RND.

Kritik an Gesundheitsminister Spahn

„Gute Pflege verdient mehr – mehr Anerkennung, bessere Arbeitsbedingungen und Entwicklungsperspektiven und mehr Geld für ihre Tätigkeit“, betonte sie.

Die Bundesregierung müsse entschieden handeln, um den Pflegeberuf attraktiver zu machen und mehr Menschen dafür zu gewinnen. „Der öffentlichkeitswirksame Aktionismus von Minister Spahn bleibt bisher ergebnislos, wie die neuesten Zahlen zeigen“, kritisierte Göring-Eckardt.

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Von RND/Tim Szent-Ivany