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00:00 10.02.2016
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Schwerin

Die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern startete optimistisch ins Jahr 2016. Das verrät der Blick in die „Glaskugel“: Fast neun von zehn Unternehmen im Nordosten rechnen damit, bis Jahresende genauso gute oder bessere Geschäfte als im Vorjahr zu machen. Und auch in der Gegenwart läuft es alles andere als schlecht: 94 Prozent der Betriebe schätzen ihre derzeitige Lage als „zufriedenstellend“ oder besser ein. Der Konjunkturklima-Index der drei Industrie- und Handelskammern im Land stieg innerhalb eines Jahres von 114 auf 124 Punkte. Das geht aus der gemeinsamen Konjunkturumfrage hervor, die die Kammern gestern in Schwerin vorstellten.

Nur 13 Prozent der befragten Firmen befürchten, dass ihre Geschäfte dieses Jahr schlechter laufen könnten als im Vorjahr. „Die Mehrheit der Unternehmen konnte 2015 als wirtschaftlich erfolgreich abschließen. Dieser Schwung beflügelt die Erwartungen“, erklärt Siegbert Eisenach, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwerin. Für die gute Stimmung ist vor allem die gestiegene Inlandsnachfrage verantwortlich. Gesunkene Kosten für Benzin, Diesel und Heizöl lassen den Verbrauchern mehr Geld zum Ausgeben übrig. „Diese Entwicklung wirkt wie ein zusätzliches Konjunkturprogramm“, schreiben die Kammer-Volkswirte.

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Auch die exportorientierten Branchen stellen sich auf eine Fortsetzung des Aufschwungs ein. Grund dafür ist neben dem schwachen Euro die politische Entspannung in Ländern wie Kuba und Iran, was für zusätzliche Absatzmärkte sorgen könnte. Die Beschäftigungsprognose der Wirtschaft des Nordostens fällt ebenfalls positiv aus: 16 Prozent der Unternehmen planen Neueinstellungen, weitere 70 Prozent wollen ihre Belegschaft zumindest halten. Als größtes Risiko betrachten die Firmenchefs den Fachkräftemangel — noch vor steigenden Arbeitskosten, unter anderem durch den Mindestlohn. Um gute Fachkräfte an ein Unternehmen zu binden, werden Rahmenbedingungen, wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, immer wichtiger. „Der Wettbewerb um die besten Köpfe ist bereits in vollem Gange“, warnt IHK-Chef Eisenach.

In Rostock, dem wirtschaftlichen Zentrum des Landes, liegt der IHK-Konjunkturklima-Index mit 125 Punkten sogar noch einen Zähler höher als im landes- und bundesweiten Durchschnitt. Doch der erste Eindruck täuscht etwas: Das starke Wachstum in der Hansestadt ist ein wenig ins Stocken geraten. Während Gastronomie- und Logistik-Betriebe weiter glänzende Geschäfte machen, lässt das Tempo in der starken Industrie im Kammerbezirk spürbar nach: Nur noch ein Drittel der Industrieunternehmen bezeichnet die geschäftliche Lage als gut, im Herbst gab das noch jedes zweite an.

„Das ist eine Eintrübung auf hohem Niveau“, meint IHK-Geschäftsbereichsleiter Peter Volkmann. Unter anderem zeige die Krise in Russland, das unter den schwachen Ölpreisen leidet, Wirkungen auch in MV. Das drosselt wiederum die Jobmaschine: Aktuell planen noch 13 Prozent der Firmen im Bereich der IHK Rostock im gerade begonnenen Jahr neue Mitarbeiter einzustellen — das sind immerhin drei Prozentpunkte weniger als im landesweiten Durchschnitt.



Gerald Kleine Wördemann

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