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Wirtschaft Airline aus Stralsund: So ist Sundair zur viertgrößten Fluglinie Deutschlands aufgestiegen
Nachrichten Wirtschaft Airline aus Stralsund: So ist Sundair zur viertgrößten Fluglinie Deutschlands aufgestiegen
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06:30 22.08.2019
Ein Airbus aus der Sundair-Flotte auf der Startbahn. Quelle: Sundair
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Stralsund

Von 10 auf 280 in rund drei Jahren. Diese Mitarbeiter-Zahlen stehen für den steilen Aufstieg der Stralsunder Airline Sundair. Seit der Gründung im Jahr 2016 trägt die Fluggesellschaft den Namen der Hansestadt in die weite Welt hinaus. Bedient werden mittlerweile Ziele im Mittelmeerraum, am Roten Meer und auch auf den Kanarischen Inseln. Im letzten Jahr wurden bereits 290 332 Passagiere befördert, 2019 sollen es 450 000 werden. Und der Kurs steht weiter auf Expansion. Auch am Firmensitz in Stralsund. Denn bei der momentanen Entwicklung wird die Zentrale am Alten Markt bald zu klein. Doch Abhilfe ist in Planung. „Im nächsten Jahr können wir auf dem Dänholm bauen“, sagt Marcos Rossello (53). Der Sundair-Geschäftsführer weiter: „Dort ensteht der neue Firmensitz. Mit Blick auf die Hansestadt.“

Rossello will unter anderem in Stralsund investieren. Hier auf dem Dänholm soll die neue Firmenzentrale entstehen – mit Blick auf die Hansestadt. Quelle: Amt für Planung und Bau

Der Neubau ist nicht nur wichtig um mehr Personal in Vorpommern zu positionieren, sondern auch ein klares Bekenntnis zur Hansestadt. „Stralsund ist mein Lebensmittelpunkt. Daher war für mich klar, dass ich hier mit meiner Airline an den Start gehe“, sagt Rossello. „Das Konzept hätte auch woanders funktioniert.“ Skeptiker gab es in der Gründungsphase viele. Zu diesen zählte anfangs auch der Stralsunder Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU). „Eine Airline ohne richtigen Flughafen war schon eine verrückte Idee“, sagt Badrow. „Neun von zehn solcher Projekte scheitern. Trotzdem habe ich mich für Sundair eingesetzt. Umso schöner, dass die Airline jetzt so eine große Nummer geworden ist.“ Nach der Germania-Pleite Anfang 2019 stieg Sundair zur viertgrößten Fluglinie Deutschlands auf.

Sundair will Umsatzmarke von 100 Millionen Euro knacken

Alexander Badrow (CDU) mit Sundair-Geschäftsführer Marcos Rossello. Bei einem Besuch des Oberbürgermeisters im Büro der Fluglinie wurde über den weiteren Expansionskurs gesprochen. Quelle: Kay Steinke

Der Besuch bei Sundair am Mittwoch sei für den OB einer der „coolsten“ des Jahres gewesen. Die Airline zeige, wie gut sich ein junges Unternehmen von Stralsund aus entwickeln könne. „Als Schauinsland-Reisen sich an Sundair beteiligt hat, war für mich klar, dass die Sache funktionieren wird“, sagt Badrow. Der Duisburger Reiseanbieter zählt mit einem Umsatz von 1,34 Milliarden Euro zu den großen Playern auf dem europäischen Markt. Im Herbst 2016 hatte das Unternehmen 50 Prozent der Anteile an der Airline übernommen. Sundair selbst rechnet laut eigenen Angaben für das laufende Geschäftsjahr mit einem Umsatz von rund 100 Millionen Euro.

Germania-Pleite: So hat Sundair profitiert

Profitiert hat die junge Fluglinie von der Germania-Pleite. Für die insolvente Airline sprang Sundair unter anderem in Dresden ein. Von dort aus werden mit Kreta, Rhodos, Kos und Antalya gleich vier einstige Germania-Urlaubsziele angeflogen. Ab Sommer 2020 sollen ab Sachsen elf Ziele angesteuert werden. Nach Dresden, Berlin-Tegel und Kassel-Calden ist Bremen jüngst zur vierten Basis der Fluggesellschaft geworden. Der Erstflug soll laut Bremer Airport am 31. August nach Rhodos abheben. „Wir werden weiter wachsen“, sagt Sundair-Gründer Rossello. „Aber mit Bedacht. Wir gucken genau, wie sich der Markt entwickelt.“

Die Stralsunder Airline hat seit der Gründung vor drei Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Profitiert hat Sundair dabei von der Germania-Pleite. Jetzt soll in Stralsund eine neue Firmenzentrale entstehen.

Trotz Germania-Insolvenz: Keine Gespräche mit Rostock Airport

Hart getroffen hatte die Germania-Insolvenz auch den Flughafen Rostock-Laage. Ein Engagement in MV sieht der Sundair-Geschäftsführer derzeit aber nicht. „Es wäre ein guter Zeitpunkt gewesen“, sagt Rossello. „Aber mit mir hat es bisher keine Gespräche gegeben.“ Vorstellen könnte sich der 53-Jährige, künftig an Bord seiner Maschinen regionale Produkte aus der Hansestadt zu promoten – wie Stralsunder Marzipan oder Bier. „Derzeit haben wir Warsteiner im Angebot“, sagt Rossello. Stralsunder Bier an Bord einer Stralsunder Maschine sei eine interessante Alternative, signalisierte Rossello Gesprächsbereitschaft. „Aber es muss wirtschaftlich sein“, sagt Rossello.

Fünf Flugzeuge von Airbus im Einsatz

Aufgerüstet wurde zuletzt auch die Flotte. Fünf Flugzeuge des Herstellers Airbus sind für Sundair derzeit im Einsatz. Eine weitere Maschine kommt diesen Herbst dazu. Zum Vergleich: Der Flugbetrieb wurde im September 2017 mit nur einer Maschine vom Typ A320 aufgenommen. „Je nach Typ müssen wir 20 bis 50 Millionen Euro für einen neuen Flieger investieren“, erklärt Rossello. Das Risiko sei hoch. Bis ein neues Sundair-Flugzeug wirklich abhebt, könnten bis zu sechs Monate ins Land gehen.

Die Stralsunder Airline

Sundair ist eine 2016 gegründete, junge und unabhängige Fluggesellschaft mit Sitz in Stralsund und Basen an den Flughäfen Kassel-Calden, Berlin-Tegel, Dresden und Bremen. Zusätzlich wird eine Basis in Karlsruhe für TUI fly Deutschland betrieben. Der Flugbetrieb wurde im September 2017 mit einer Maschine vom Typ A320 aufgenommen und im November um ein zweites Flugzeug des gleichen Modells ergänzt. Im Frühjahr 2018 wurde der Kauf von zwei weiteren A320 Maschinen angekündigt, welche im August und November den Flugbetrieb aufgenommen haben. 2019 wächst die Sundair-Flotte weiter und wird um zwei Airbus A319 ergänzt. Sundair bedient im Ferienflugverkehr die Ziele im Mittelmeerraum, am Roten Meer und auf den Kanarischen Inseln. Zudem operiert die Airline im Sonder- und Charterverkehr.

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Von Kay Steinke

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