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Wirtschaft Gratis Essen: Lebensmittelretter eröffnen Café mit Produkten aus der Tonne
Nachrichten Wirtschaft Gratis Essen: Lebensmittelretter eröffnen Café mit Produkten aus der Tonne
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10:31 14.07.2019
In Stuttgart eröffnete das erste Café Deutschlands mit kostenlosem Essen. Quelle: Marijan Murat/dpa
Stuttgart

Ein Café in Stuttgart rettet Lebensmittel vor der Mülltonne und verteilt sie stattdessen kostenlos an Menschen. Das Essen stammt etwa von Supermärkten oder Bäckereien, wo es nicht weiter verkauft worden wäre, erklärt Café-Betreiber Lisandro Behrens.

Die Gäste bedienen sich selbst an Regalen und Kühlschränken gefüllt mit Kuchen, Brot oder Gemüse, sie können das Essen auch mit nach Hause nehmen. 50 bis 100 Kilogramm Lebensmittel würden im „Raupe Immersatt“ so jeden Tag gerettet, schätzt Behrens.

Das Gründer-Team der „Raupe Immersatt“:

Lisandro Behrens (l-r), Maximilian Kraft, Jana Pfeiffer und Maike Lambarth, sind Mitglieder des Gründerteams des Cafes "Raupe Immersatt Quelle: Marijan Murat/dpa

Im Vergleich zu den 18 Millionen Tonnen Lebensmitteln, die laut einer Untersuchung der Umweltstiftung WWF aus dem vergangenen Jahr in Deutschland jährlich verschwendet werden, ist das eine verschwindend geringe Menge. „Wir wollten einen schönen Ort schaffen, um über Lebensmittelverschwendung zu reden“, sagt der 29-Jährige.

„Am Anfang war vielen gar nicht klar, was hier passieren wird: Da herrscht doch dann Futterneid, es gibt lange Schlangen“, erzählt Maike Lambarth.

Wie finanziert sich das Lokal?

Vor vier Wochen hat das Lokal als nach eigenen Angaben erstes Foodsharing-Café Deutschlands eröffnet - eine Initiative unter dem Namen sammelt seit 2012 Lebensmittel und verteilt sie weiter.

Finanzieren soll sich der Betrieb über die Getränke: Während das Essen umsonst ist, zahlen die Gäste für Cappuccino, Saftschorle oder Sekt. Feste Preise gibt es aber nicht, jeder soll zahlen, was er für angemessen erachtet.

Auch andernorts in Deutschland gibt es Projekte gegen Lebensmittelverschwendung, wie die Initiative Foodsharing mitteilte. Etwa in Mannheim oder Berlin. Allerdings habe es bislang noch kein Café gegeben, das das gesammelte Essen tatsächlich umsonst verteilt - ein Grundprinzip von Foodsharing.

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Von RND/dpa/ka