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Wirtschaft Weniger Umschlag in den Häfen von MV
Nachrichten Wirtschaft Weniger Umschlag in den Häfen von MV
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10:37 05.01.2019
Umschlag im Rostocker Fracht- und Fischereihafen. 2018 gingen weniger Güter über die Kaikanten als im Vorjahr. Quelle: Dietmar Lilienthal
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Rostock

Die Bilanz der Häfen für 2018 in Mecklenburg-Vorpommern fällt durchwachsen aus. Während der heiße Sommer für viele Urlauber und volle Fähren sorgte, brach wegen schlechter Ernten der Getreideumsatz ein. „Wir hatten einen fantastischen Sommer“, sagt Martin Wahl, Manager bei Stena Line.

Die Passagierzahl auf den Schwedenfähren von Rostock nach Trelleborg legte im „zweistelligen Bereich“ zu. Die Frachtmenge wuchs ebenfalls, allerdings weniger stark. Wegen der großen Nachfrage stellten die Fährgesellschaften Stena und TT-Line im September eine Kooperation ein, bei der sie sich Fährkapazitäten teilten.

Kommentar zur Entwicklung der Häfen in MV:
Aufbruchstimmung gesucht

Auch in Sassnitz konnte Stena Line mit insgesamt 300 000 Passagieren zulegen, vor allem schwedische Tagesgäste kamen zum Einkaufen nach MV .Die Reederei Scandlines verzeichnete in den ersten drei Quartalen dagegen ein Plus von 13 Prozent bei Fracht auf der Fährlinie zwischen Rostock und dem dänischen Gedser. Die Passagierzahl stieg um ein Prozent.

Starker Rückgang in Rostock

Der Rostocker Fracht-und Fischereihafen muss einen starken Rückgang verkraften, der Umschlag schrumpfte von 1,17 Millionen Tonnen im Vorjahr auf „knapp unter eine Million Tonnen“, so eine Sprecherin. Der Grund dafür war das „Wettergeschehen mit zu nassem Frühjahr und trockenem Sommer“. Die wichtigsten Güter waren Holz und Dünger.

Für dieses Jahr rechnet der kleinere Rostocker Hafen mit steigenden Frachtzahlen. Eine neue Lagerhalle für Dünger wird in den kommenden Wochen fertiggestellt. Der Seehafen Rostock – der größte in MV – gibt seine Zahlen kommende Woche bekannt. Zumindest die erste Hälfte lief nicht so gut: Laut Statistischem Landesamt gingen von Januar bis Ende August fünf Prozent weniger Güter über die Kaikanten als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der beförderten Passagiere stieg um 2,6 Prozent.

Unterschiede bei kleineren Häfen

Unterschiedlich sieht es in den kleineren Häfen aus: Der Seehafen Wolgast überschritt 2018 nach zwei Jahren wieder die 200 000-Tonnen-Marke. 240 000 Tonnen wurden umgeschlagen, gut 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Neben Getreide wurden vor allem Baustoffe transportiert. Zum Vergleich: Durch den Rostocker Seehafen rollen regelmäßig mehr als 20 Millionen Tonnen Fracht pro Jahr, rund 120 Millionen Tonnen sind es im Hamburger Hafen.

Ein paar Kilometer südlich von Wolgast steht der Binnenhafen Anklam vor einer ungewissen Zukunft. Kurz vor Weihnachten beschloss die Stadtvertretung die Liquidation der Betreibergesellschaft. Wer hier ab 2020 die Geschäfte führt, ist unklar. Nur noch 32 000 Tonnen Fracht schlug der Hafen 2018 um.

Steiler Aufschwung in Stettin und Swinemünde

Einen Aufschwung für 2019 erwartet Geschäftsführer Michael Ott im Hafen Greifswald-Ladebow. Bis Dezember wird das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Stralsund die Fahrrinne auf voraussichtlich 6,10 Meter vertiefen. „Damit erwarten wir eine Belebung der Umschlagmenge“, sagt Ott. Erst im Spätsommer war die versandete Fahrrinne von 4,20 Meter auf 5 Meter vertieft worden, der Jahresumschlag lag bei 85 000 Tonnen.

Die polnischen Häfen von Stettin und Swinemünde setzten unterdessen ihren steilen Aufschwung fort. Der gemeinsame Seehafenverbund erwartet für das Geschäftsjahr 2018 ein Ergebnis von mehr als 28 Millionen Tonnen an umgeschlagenen Gütern. Das ist ein neuer historischer Rekord, und außerdem mehr als in ganz MV aus und in die Schiffe geladen wird. 2017 waren es 25,4 Millionen Tonnen. Den größten Zuwachs gab es bei Kohle, Erz und Kraftstoff. Allein bei der Kohle stiegen die Frachtmengen um 66 Prozent. Der schlechte Sommer sorgte auch jenseits der Grenze für einen Rückgang beim Getreide-Umschlag, der um ein Viertel (26 Prozent) einbrach.

Häfen „müssen Schritt halten“

Für 325 Millionen Euro, darunter EU-Fördermittel, wird dieses Jahr die Fahrrinne zwischen Swinemünde und Stettin auf 12,50 Meter vertieft sowie auf 100 verbreitert, und zwar auf einer Länge von 62 Kilometern. Die Arbeiten sollen bis 2024 andauern. Durch die Investition sollen künftig doppelt so große Schiffe wie bisher Stettin anlaufen können.

So viel Tempo wünschen sich auch die Häfen in MV. „Wir müssen Schritt halten, sonst verlieren wir den Anschluss“, warnte kürzlich der Landesverband Hafenwirtschaft. Vor allem die Seekanalvertiefung in Rostock und Wismar müsse kommen. In Rostock soll es frühestens in einem Jahr losgehen.

Gerald Kleine Wördemann und Radek Jagielski

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