Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Halbfertige Airbus-Flugzeuge parken in den Werken
Nachrichten Wirtschaft Halbfertige Airbus-Flugzeuge parken in den Werken
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:17 10.06.2018
Flugzeuge der Baureihe Airbus A320neo stehen ohne Triebwerke auf dem Werksgelände in Hamburg. Quelle: Daniel Bockwoldt
Anzeige
Hamburg

Der Flugzeughersteller Airbus kann zur Zeit rund 100 Flugzeuge der Baureihe A320neo nicht zu Ende bauen, weil Triebwerke des Herstellers Pratt & Whitney fehlen.

Die meisten dieser Flugzeuge könnten bis Ende des Jahres ausgeliefert werden, wenn wieder genügend Triebwerke verfügbar sind, sagte Guillaume Faury, Chef der Airbus-Sparte Zivilflugzeuge, am Rande einer Konferenz in Sydney. Die fertigen Flugzeuge ohne Motoren, im Branchenjargon „Glider“ genannt, parken auf dem Gelände der Airbus-Auslieferungswerke in Toulouse, Hamburg, Tianjin (China) und Mobile (US-Bundesstaat Alabama).

Airbus macht keine Angaben darüber, wie viele Flugzeuge an welchem Standort stehen. Im Airbus-Werk Hamburg-Finkenwerder dürften es nach Augenschein ein paar Dutzend Maschinen sein. Ärger mit den Triebwerken und schleppende Zulieferungen begleiten Airbus schon seit längerem und führten zu Verzögerungen bei der Auslieferung von Flugzeugen. Zunächst gab es Hitze- und Softwareprobleme, dann löste eine neuartige Dichtung Ausfälle beim Start und bei der Landung aus. Im Februar stoppte Airbus vorübergehend die Auslieferung von A320neo-Maschinen mit Pratt & Whitney-Treibwerken bis April.

„Jetzt wird die Zahl der Flugzeuge kontinuierlich abgearbeitet“, teilte Airbus mit. Nachdem die Triebwerke überarbeitet und modifiziert waren, mussten jedoch zunächst bereits fliegende A320neo mit den neuen Motoren ausgestattet werden, so dass der Engpass bei der Produktion neuer Maschinen nicht sofort behoben werden konnte.

Die A320-Familie besteht aus den Modellen A318, A319, A320 und A321, die unterschiedlich lang sind. Sie haben jeweils einen Mittelgang, im Gegensatz zu Großraumflugzeugen, die zwei Gänge haben. Für die Modelle A319, A320 und A321 bietet Airbus seit einigen Jahren die Variante neo an, die mit hochgebogenen Flügelspitzen (Winglets) und den neuen Triebwerken den Airlines rund 15 Prozent Kraftstoff sparen hilft. Die neo-Variante wurde von den Kunden sehr gut angenommen und ist ein großer Markterfolg. Bislang wurden mehr als 6000 neo-Flugzeuge bestellt und mehr als 300 ausgeliefert. Sie sind weltweit im Einsatz.

Gegenwärtig baut Airbus jeden Monat rund 50 Flugzeuge der A320-Reihe. Im nächsten Jahr sollen es 60 Maschinen sein; dafür erhält das Hamburger Werk eine vierte Fertigungslinie. Das Management hat sogar schon Fertigungszahlen von 70 Flugzeugen monatlich und darüber ins Visier genommen. Insgesamt wurden bereits mehr als 14 200 Flugzeuge der A320-Familie bestellt und mehr als 8100 ausgeliefert.

dpa

Mehr zum Thema

Sie sind alle gekommen, um Deutschlands Astronauten-Star Alexander Gerst auf seinem Weg zu den Sternen zu begleiten. Freunde, Verwandte und Raumfahrtgrößen begleiten ihn bei seinem Start zur ISS. Einem geht der Abschied von Gerst besonders nahe.

06.06.2018

Es ist G7 minus 1. Der Streit über Trumps Strafzölle, seinen Ausstieg aus dem Iran-Deal und dem Klimaschutz überschatten den G7-Gipfel in Kanada. Nur im Atomkonflikt mit Nordkorea zeigt sich Einigkeit. Am Rande des Treffens soll es Proteste geben. Drohen Ausschreitungen?

07.06.2018

Während sich die G7 in Kanada zerlegen, veranstalten die Chinesen zeitgleich einen eigenen Gipfel mit hochkarätigen Gästen - und zelebrieren Harmonie. Allen voran die „besten Freunde“ Putin und Xi.

10.06.2018

Eineinhalb Jahre hatten die Besitzer von VWs und Audis mit manipulierter Abgasreinigung Zeit, um die illegale Motor-Software löschen zu lassen. Die Frist läuft jetzt aus - mit einer bösen Überraschung für diejenigen, die sich bislang Zeit gelassen haben.

10.06.2018

Bahnchef Richard Lutz hat weitere Anstrengungen um mehr Pünktlichkeit der Züge angekündigt, aber auch um Verständnis geworben.

09.06.2018

Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat nach einem „Spiegel“-Bericht in Aussicht gestellt, ein erstes Set zur Nachrüstung älterer Dieselautos mit Stickoxidkatalysatoren zu genehmigen.

09.06.2018