Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Experten fordern Peilsender für Gefahrgut-Container
Nachrichten Wirtschaft Experten fordern Peilsender für Gefahrgut-Container
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:51 04.01.2019
Nach der Havarie der MSC Zoe werden Forderungen lauter, Container mit Peilsendern auszustatten. Quelle: Nlcg-Phcgn/Netherlands Coast Guard/dpa
Anzeige
Hannover

Als Reaktion auf die Havarie des Frachters „MSC Zoe“ wird der Ruf nach der Ausrüstung von Gefahrgut-Containern mit automatischen Peilsendern lauter. Neben Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) macht sich auch die Umweltorganisation Greenpeace für eine solche Lösung stark. Dem NDR sagte ihr Chemie-Experte Manfred Santen, technisch sei es kein Problem, solche Systeme einzubauen. Sie sollen dafür sorgen, dass Container mit gefährlichen Stoffen auch unter Wasser schnell gefunden und geborgen werden können. Es gebe großen Nachholbedarf, erklärte der Greenpeace-Experte.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies hatte sich zuvor bei radio ffn dafür ausgesprochen. „Das große Problem ist die Ortung der Container“, hatte er betont. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag) sagte er: „Es muss geprüft werden, ob eine Besenderung gerade der Container mit gefährlicher Fracht der Sicherheit dient.“

Neu ist die Idee mit Peilsendern indes nicht. Für einige Container mit hochwertiger Fracht wird dies nach Ansicht anderer Experten bereits gemacht, um die Ladung via Satellit tracken zu können. Allerdings funktioniert dies nur oberhalb der Wasserlinie gut. Wenn ein Container ins Wasser fällt und versinkt, nützten spezielle Sat- oder UKW-Signale nichts mehr. Wie schwer es ist, zeigen die Black-Box-Suchaktionen nach Flugzeugabstürzen. Diese Rekorder haben schon sehr starke Unterwasser-Sender. Aber auch sie sind oft nur kurz einpeilbar.

Strandgut auf Borkum angespült

Inzwischen ist auch in Deutschland Treibgut gelandet. Betroffen ist der Strand von Borkum. „Heute wurden hier die ersten Fernseher angespült“, sagte die auf der Insel lebende Grünen-Politikerin Meta Janssen-Kucz am Freitag. „Unsere größte Sorge gilt aber dem Gefahrgut, den Peroxiden. Wir hoffen, dass die Rettungskette von Behörden und Reederei funktioniert“, ergänzte die Politikerin. Strandläufer der Kurverwaltung hatten rund 30 Fernsehgeräte am Morgen entdeckt. Zudem wurden Plastikgewehre, Hausschuhe und Weidenkisten angespült.

Mehr als 270 Container waren bei der Havarie des Riesenfrachters „MSC Zoe“ laut Reederei in der Nordsee über Bord gegangenen. „Darunter soll nach aktuellen Angaben ein Container mit dem Gefahrgut Dibenzoylperoxid sein“, sagte ein Sprecher des Havariekommandos in Cuxhaven. Ein weiterer Container mit Gefahrgut enthalte Lithiumionenbatterien.

Auf den niederländischen Wattenmeerinseln, wo seit Mittwoch die Ladung der Container angespült wird, haben Soldaten am Freitag mit dem Aufräumen begonnen. Die Strände und Küsten der friesischen Inseln sind übersät mit Objekten und Verpackungsmüll aus den Containern.Auch 20 Container standeten dort, rund ein Dutzend weitere wurden im Wasser treibend gesichtet. Rund 100 Soldaten kamen am frühen Morgen auf Schiermonnikoog an. In der Nacht war dort ein zweiter Sack mit Peroxid-Belastung gefunden worden. Dibenzoylperoxid dient zur Härtung von Harzen oder als Bleichmittel, es kann im Extremfall bei großer Hitze explodieren. Die niederländische Staatsanwälte haben Ermittlungen eingeleitet. Die Aufsichtsbehörde für Umwelt und Transport sei eingeschaltet, teilte die Küstenwache am Freitag mit.

An der ostfriesischen Küste sind die deutschen Behörden besonders wachsam, für Borkum war bereits am Mittwoch eine Warnmeldung abgesetzt worden. Keinesfalls sollten offene Container oder freigesetzte Stoffe berührt werden, warnen die Behörden.

Gefahr für Juist und Norderney

Umweltminister Lies rechnet damit, dass noch mehr anlandet. „Die Berechnungen, die gemacht worden sind, zeigen, dass Borkum, Juist und Norderney betroffen sein könnten – die anderen Inseln eher nicht“, sagte er am Freitag. Es gelte nun, neben Umweltschäden auch Gefahren für Leib und Leben der Anwohner und Urlauber zu verhindern und künftig mit angemessenen technischen Möglichkeiten solche Fälle zu verhindern. Für die Kosten habe der Verursacher – die Reederei – letztlich die Kosten zu tragen.

Von RND/dpa/sbü

Die Deutsche Bahn hat sich auch mit der Lokführergewerkschaft GDL auf einen neuen Tarifvertrag mit höheren Gehältern geeinigt. Dies teilten beide Seiten mit. Damit sind weitere Streiks bis März 2021 ausgeschlossen.

04.01.2019

Deutschland hängt seine Nachbarn in Sachen Erneuerbare Energien weiter ab. In 2018 gab es erstmals mehr als 40 Prozent Ökostromanteil. Das ist allerdings nicht nur eine gute Nachricht, denn Deutschland kann deutlich mehr, kommentiert Frank-Thomas Wenzel.

03.01.2019

Der Patentstreit zwischen Qualcomm und Apple eskaliert: Der Chipkonzern hat das vor Gericht erstrittene Verkaufsverbot für mehrere iPhone-Modelle in Deutschland in Kraft gesetzt. Apple kündigt Gegenwehr an.

03.01.2019