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Jobabbau bei Schottel in Wismar: Verhandlungen kurz vor dem Abschluss

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19:37 22.01.2020
Mitarbeiter von Schottel in Wismar haben sich am Mittwoch hinter dem Werkstor versammelt. Quelle: Kerstin Schröder
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Wismar

Überraschende Wende bei Schottel: Die Ankündigung der Gewerkschaft IG Metall, dass die Mitarbeiter am Mittwoch ihren Unmut über den bevorstehenden Stellenabbau vor dem Werkstor kundtun wollen, ist nicht umgesetzt worden. Nach OZ-Informationen stehen Geschäftsführung und Betriebsrat kurz vor einer Einigung.

Deshalb ist die „aktive Mittagspause“ nicht wie geplant vor dem Tor, sondern auf dem Werksgelände durchgeführt worden. Auch die Geschäftsführung war beim Bockwurstessen dabei. Voraussichtlich in der kommenden Woche sollen die Verhandlungen abgeschlossen und öffentlich bekannt gemacht werden.

Einigung in Spay erzielt

Aufgrund der schwierigen Auftragslage will der Hersteller von Schiffsantrieben weltweit 150 Stellen streichen – 66 davon durch die Schließung des chinesischen Werkes. Trotzdem sollten vom Stellenabbau auch alle drei deutschen Standorte betroffen sein: Wismar, Spay am Rhein und Dörth.

In Spay, wo sich auch der Hauptsitz des Unternehmens befindet, gab es am Mittwoch eine Einigung: Darin wird auf betriebsbedingte Kündigungen an den Standorten Spay und Dörth bis Dezember 2021 verzichtet – bei regelmäßiger Überprüfung der Wirtschaftlichkeit dieser Maßnahme. Stattdessen soll es eine 35-Stunden-Woche geben.

Des Weiteren werden bereits begonnene Gespräche über Frühverrentungsmodelle fortgesetzt, Altersteilzeitregelungen nach tariflichen Vorgaben weiterhin angeboten. Zusätzlich verabschiedeten die Verhandlungspartner ein Modell zum freiwilligen Ausscheiden von Mitarbeitern mit Abfindungen und Sozialzuschlägen.

Arbeitszeit wird reduziert

Auch für Wismar hatte die Geschäftsführung in den Verhandlungen eine Absenkung der Wochenarbeitszeit von 38 auf 35 Stunden ohne Lohnausgleich vorgeschlagen. Dieser Vorschlag ist laut Geschäftsführung aber nun wieder vom Tisch. Was stattdessen passiert, soll in wenigen Tagen bekanntgegeben werden.

Noch ist die Schottel-Gruppe „ein kerngesundes Unternehmen“, wie der Wismarer Niederlassungsleiter Michael Potts Ende 2019 gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG mitgeteilt hat. 2018 sei mit einem guten Ergebnis abgeschlossen worden.

Doch vor allem die maritime Sparte sei sehr stark vom Export (90 Prozent) abhängig. Die anhaltenden politischen Auseinandersetzungen um den internationalen Handel sorgen für Zurückhaltung bei Schiffsneubauten. Außerdem sinke die Nachfrage für Antriebe von Schiffen, mit denen Öl und Gas auf hoher See gewonnen werden kann.

Das wirke sich vor allem auf den Standort Wismar mit derzeit 180 Mitarbeitern aus, dessen Fokus auf der Entwicklung und Montage von Antrieben für Spezialschiffe liegt. 2017 sind in Wismar noch 135 Schiffsantriebe gefertigt worden, 2019 nur 65. Die Folge: Sechs Monate hat es 2019 an der Küste Kurzarbeit gegeben.

Gespart werden soll in allen Bereichen bei Schottel – Produktion, Verwaltung und Entwicklung. Auszubildende sind nicht betroffen.

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