Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Jürgen Drews, Blümchen und Kerstin Ott: Diese Stars kommen nach Hiddensee
Nachrichten Wirtschaft Jürgen Drews, Blümchen und Kerstin Ott: Diese Stars kommen nach Hiddensee
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:08 29.08.2019
Jürgen Drews kommt nach Hiddensee zum Landeserntedankfest am 6. Oktober. Quelle: Christian Rödel/Andreas Braun/Benjamin Barz
Anzeige
Hiddensee/Schaprode

Schlagersänger Jürgen Drews (74) ist schon als „König von Mallorca“ bekannt. Jetzt kann er auch noch „König von Hiddensee“ werden. Am 6. Oktober singt er um 22 Uhr in Vitte beim Landeserntedankfest – vielleicht sogar seinen Evergreen „Ein Bett im Kornfeld“.

Vom 5. bis zum 12. Oktober, also während der Herbstferien im Nordosten, geht das große Fest über die Bühne. Neben Jürgen Drews gehören auch die Sängerinnen Kerstin Ott („Die immer lacht“), Blümchen alias Jasmin Wagner und Sarah Lombardi zu den Stargästen.

Die 29. Auflage des Erntefestes hatte allerdings im Vorfeld für Irritationen gesorgt. „Schnapsidee“ hatte es geheißen. Warum muss so ein Fest auf Hiddensee stattfinden, wo es dort doch kaum Landwirtschaft gibt? Wo zwei Agrarbetriebe 125 Hektar vor allem als Weideland für Schafe, Pferde und wenige Rinder nutzen. Auf der Insel gibt es weder Getreideanbau noch Schweine- oder Milchviehhaltung. Aber 51 Prozent der Landfläche werden landwirtschaftlich genutzt.

Diese Stars kommen nach Hiddensee:

Diese Stars kommen zum Landeserntedankfest nach Hiddensee Anfang Oktober 2019

Fischer Steffen Schnorrenberg aus Vitte wischt solche Fragen beiseite: „Das Erntedankfest ist doch ein einmaliges Erlebnis, ein kirchliches Fest, worauf ich mich freue, auch wenn wir hier nicht so viel Landwirtschaft haben.“ Er erinnert daran, dass unsere Vorväter alle Bauern und Fischer waren. Im Herbst und Frühjahr wurde viel gefischt, im Sommer stand man auf den Feldern. „Und wenn manch einer meint, das Fest diene nur dazu, auf Hiddensee die Saison zu verlängern, sollte er daran denken, dass das ganze Land erheblich vom Tourismus lebt und überall darüber nachgedacht wird, wie man die Saison verlängern könnte“, so der Fischer, einer von 19 verbliebenen Berufsfischern auf dem Eiland.

Fischer Steffen Schnorrenberg Quelle: Christian Rödel

Die Vorbereitungen gehen dieser Tage in die heiße Phase. Hiddensees Bürgermeister Thomas Gens sagt, die Abstimmungs- und Koordinationstermine sind gerade für ihn und die Arbeitsgruppen intensiv getaktet, Zeit für abschließende Aussagen zu den Veranstaltungen gebe es erst kommende Woche. Auch wie viele zusätzliche Touren die Fähren fahren und zu welchen Zeiten. Projektleiterin Yvonne Eichler bestätigt: „Wir sind durchgängig in Terminen.“ Finanziert wird die Party von der Insel Hiddensee, aber nicht allein. „Das Land unterstützt die Gemeinde mit 10 000 Euro“, sagt Eva Klaußner-Ziebarth, Sprecherin des Agrarministeriums.

Kritik an Bürgermeister Thomas Gens

Hinter den Kulissen wird Bürgermeister Gens auf Hiddensee auch kritisiert: Er soll sich im Alleingang um das Erntedankfest beworben haben. So seien Leute, die sich dazu öffentlich nicht äußern möchten, gleichsam zur Zusammenarbeit „gezwungen“ worden. Auch das Kulturprogramm wird von einigen als einseitig kritisiert. Welche Außenwirkung das Fest haben, in welchem Geist es wirken soll, sei im Vorfeld nicht gemeinschaftlich geklärt worden.

Mathias Schilling Quelle: Uwe Driest

„Das Fest ist eine tolle Werbung für unsere Region und eine tolle Sache für unser Land“, sagt Mathias Schilling, Landwirt, Gastronom und Unternehmer von der Insel Öhe, gleich bei Schaprode. In dem kleinen Ort auf Rügen, wo die Fähren nach Hiddensee starten, wird auf der Rügener Seite ein Woll- und Fischmarkt aufgebaut. Ebenso werden große landwirtschaftliche Maschinen zu sehen sein. „Man muss Landwirtschaft und Tourismus verbinden“, meint Schilling. „Es ist wichtig, dass die Bauern mit den Leuten zusammenkommen – Dialoge werden wichtiger, gerade in Zeiten von Massentierhaltung und Glyphosat.“ Das Fest sei eine Gelegenheit für die Landwirte, mal mit einem anderen Publikum zu reden. Das schaffe auch Vertrauen in die Region.

Erntedank ist ein christliches Fest. Deshalb gibt es am 6. Oktober in Kloster Gottesdienste. In der Kirche wird die Landesbischöfin der Nordkirche, Kristina Kühnbaum-Schmidt, die im April dieses Jahres ihren Dienst antrat, die Predigt halten. Da nicht alle in dem kleinen Gotteshaus Platz finden, werden in Kloster zwei Zelte vorbereitet, in denen parallel Gottesdienste gehalten werden. Im Vitter Festzelt flimmert der Gottesdienst über eine große Leinwand. Für Kinder gibt es eine Extra-Veranstaltung.

„Der Gottesdienst ist der wesentliche Kern des Festes“, sagt Pfarrer Konrad Glöckner von der Kirchengemeinde Hiddensee. „Wir wollen Dank sagen, dass wir die Gaben, die wir haben, empfangen dürfen.“ Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass wir beispielsweise genug zu essen haben. „Wir hinterfragen das, möchten ein Stück Demut wachrufen und dem Reichtum des Lebens mit Freude begegnen“, sagt der Theologe. Jetzt, so Pfarrer Glöckner, stehe das Gelingen des Festes, trotz der Misstöne im Vorfeld, im Mittelpunkt.

Durchschnittliche Ernte in MV

„Wir rechnen in diesem Jahr mit einer durchschnittlichen Ernte“, sagt Detlef Kurreck, Präsident des Bauernverbandes. Fest steht bislang, dass die Gerste-Erträge mit durchschnittlich 72 Dezitonnen pro Hektar über den Ergebnissen des Vorjahres lagen. Die Zahlen variieren jedoch: In der Küstenregion sind die Bauern derzeit zufrieden, in der Mitte sowie im Südwesten des Landes gibt es Trockenschäden aufgrund des zu geringen Niederschlages.

Trübe sieht es bei der Apfelernte aus, die am 30. August beginnt. „Nach 44 000 Tonnen im vergangenen Jahr rechnen wir nun mit lediglich 13 000 bis 15 000 Tonnen“, sagt Obstanbauberater Rolf Hornig von der LMS Agrarberatung. Der Grund sind die Frostnächte im Mai, in denen viele Apfelblüten erfroren sind. Zudem war es auch tagsüber zu kühl für Bienen und andere Insekten. Dadurch sind sie weniger geflogen und es fehlte an Bestäubungen.

Mehr zum Thema:

Landeserntedankfest 2020: Grevesmühlen im Rennen

Zoff um Hiddensee: Backhaus brüskiert Bauern mit Erntedankfest

Grüne Woche“: Hiddensee sorgt für Doppel-Premiere

Erntefest 2019: Hiddensee freut sich auf Herausforderung

Offizielle Internetseite zum Landeserntedankfest: hiddensee-landeserntedankfest.de

Von Klaus Amberger

Ähnlich wie seine Bevölkerung will China auch Unternehmen künftig nach einem Punktesystem bewerten. Auch für deutsche und europäische Firmen dürfte das Folgen haben.

28.08.2019

Durch einen Brexit sollen erhebliche Geldbeträge in den Euroraum fließen. Die Summe der umgeschichteten Vermögenswerte belaufe sich laut der EZB auf über eine Billionen Euro.

28.08.2019

Wissenschaftler vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde untersuchen an Bord des Forschungsschiffs „Sonne“ in China, wie schmutzig die Ozeane morgen sein werden. 20 Tonnen Messgeräte haben die Experten transportiert. Manche bleiben für Jahre im Einsatz.

28.08.2019