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Wirtschaft Kein Heinz-Ketchup mehr bei Edeka
Nachrichten Wirtschaft Kein Heinz-Ketchup mehr bei Edeka
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12:51 22.02.2019
57 Sorten weniger: Kraft Heinz stellt offenbar seine Ketchup-Lieferungen an Edeka ein. Quelle: Andy Rain/EPA/dpa
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Berlin

Verbraucher werden bei Deutschlands größtem Lebensmittelhändler Edeka vielleicht schon bald vergeblich nach Ketchup und Grillsoßen der Marken Kraft und Heinz suchen. Der US-Konzern Kraft Heinz hat die Belieferung des Handelsriesen mit seinen Produkten eingestellt, wie der Kaufmännische Direktor, Michael Lessmann, der Deutschen Presse-Agentur dpa am Freitag bestätigte. Zuvor hatte die „Lebensmittel-Zeitung“ darüber berichtet.

Auslöser für den Schritt sei ein Streit um die künftigen Lieferpreise gewesen. Kraft Heinz habe Preiserhöhungen durchsetzen wollen, Edeka dagegen auf Preissenkungen bestanden, sagte Lessmann. Alle Verständigungsversuche seien gescheitert. Inzwischen seien die Gespräche ergebnislos abgebrochen worden. Kraft Heinz habe die Belieferung von Edeka eingestellt. Der Konzern wolle eine Lösung mit Edeka finden. Doch sei der Gesprächsfaden derzeit abgerissen, sagte Lessmann.

Lagerbestände sollen sich gen Ende neigen

Die „Lebensmittel Zeitung“ berichtete, die Lagerbestände an Ketchup und Grillsoßen des US-Konzerns in der Edeka-Gruppe neigten sich inzwischen dem Ende zu. In den Regalen ließen sich die Lücken nicht mehr kaschieren. Ein Sprecher von Edeka erklärte, dass die Recherchen der Zeitung weitestgehend stimmten. Zu Details des Konflikts wollte sich das Unternehmen aber aus Wettbewerbsgründen nicht äußern.

Edeka will eigenes Produkt einführen

Dem Bericht zufolge will nun die entstandene Lücke im Sortiment mit einem eigenen Produkt füllen. Das Alternativ-Ketchup solle schon bald unter dem Namen „Papa Joe's“ in die Regale kommen.

Lesen Sie auch: Supermärkte setzen Markenhersteller zunehmend unter Druck

In den vergangenen Monaten ist es immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den großen deutschen Handelsketten wie Edeka oder Rewe und bekannten Markenherstellern gekommen. Meist waren es dabei aber die Einzelhändler, die die Daumenschrauben anzogen und die Produkte widerspenstiger Lieferanten aus ihren Regalen nahmen, um in den Preisverhandlungen den Druck zu erhöhen. So boykottierte Edeka im vergangenen Jahr zeitweise fast 200 Nestlé-Produkte.

Kraft Heinz muss Milliarden auf Markenwerte abschreiben

Kraft Heinz ist 2018 wegen einer 16 Milliarden US-Dollar hohen Abschreibung auf den Wert vieler Marken tief in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich stand 2018 ein Minus von 10,3 Milliarden Dollar (9,1 Mrd Euro) nach einem Gewinn von knapp 11 Milliarden Dollar im Vorjahr, wie das Unternehmen am Donnerstag (Ortszeit) in Pittsburgh und Chicago mitteilte.

Zudem wurde bekannt, dass die US-Börsenaufsicht die Bilanzierungspraxis untersucht. Die Aktie des 2015 fusionierten Unternehmens rauschte nachbörslich um 20 Prozent nach unten. Sollte das Papier auch im regulären Handel so stark sinken, würde der Börsenwert des Unternehmens um knapp 12 Milliarden Dollar sinken.

Von RND mit dpa

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