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00:00 10.03.2018
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Berlin

Auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin vermarktet MV nicht nur Strandurlaub und Backsteingotik. Erstmals ist es in diesem Jahr auch mit einem eigenen Stand am Medical Tourism Pavillon, dem Bereich für Medizintourismus, vertreten. Die Mischung aus Tourismus und ärztlichen Behandlungsangeboten gilt als ein weltweit rasant wachsender Markt.

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Die „AIDAdiva“ auf der Ostsee vor Warnemünde. Quelle: Foto: Wüstneck/dpa

Im vergangenen Jahr hatte die Messeleitung darum erstmals einen Schwerpunkt auf dieses Spezialgebiet gelegt. Die Nachfrage war groß und so zogen die Aussteller diesmal bereits in eine größere Halle um.

Während es beispielsweise in München längst üblich ist, dass Patienten aus der ganzen Welt in die Kliniken kommen, um sich dort behandeln zu lassen, steckte dieser Bereich in MV bisher noch in den Kinderschuhen. Um das zu ändern, hat der Tourismusverband ein vorerst auf drei Jahre angelegtes Projekt gestartet, um den Gesundheitstourismus im Land voranzubringen. Mit einer Million Euro aus dem Wirtschaftsministerium konnten unter anderem zwei Stellen geschaffen werden – Sabine Rasch und Anne Wilken halten seitdem die Fäden in der Hand.

An ihrem Stand auf der ITB präsentieren die beiden unter anderem das landesweite Webportal „Gesundes MV“, das den Weg zu Kliniken, Rehazentren, Praxen und Hotels weist. Das Buchungsportal hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft, monatlich mehr als 60 000 Besucher anzuziehen. Jan Klaiber, der mit seinem Unternehmen Promedtours Germany seit Jahren Medizinreisen organisiert: „Ich habe schon viele Projekte dieser Art kommen und gehen sehen. Sie haben selten aufeinander aufgebaut. Diesmal aber ist es endlich gelungen, die angefangenen Arbeiten landesweit zusammenzuführen.“ Eines ist Sabine Rasch dabei besonders wichtig: „Mit dem, was wir tun, grenzen wir uns klar vom reinen Wellnessurlaub ab. Gerade im Medizintourismus, der nur ein Teil des Gesundheitstourismus ist, geht es tatsächlich um kranke Menschen, die hierher kommen, um sich behandeln zu lassen.“ In diesem Segment kommen die Reisenden darüber hinaus vor allem aus dem Ausland. Um die Werbetrommel zu rühren, war das Projektteam des Tourismusverbandes bereits in den Vereinigten Arabischen Emiraten und im Oman, beteiligte sich im Januar auch an der größten arabischen Gesundheitsmesse, der Arab Health in Dubai.

Das Ergebnis: Die ersten Patientenanfragen laufen ein. Unter anderem gibt es zwei irakische Kinder, die wegen Gehörschäden in Rostock behandelt werden sollen.

Die Motivationen dafür, warum Menschen aus aller Welt ausgerechnet nach MV kommen, sind sehr unterschiedlich, so die Erfahrung von Jan Klaiber von Promedtours Germany. „Einige haben kein Vertrauen in ihr eigenes Gesundheitssystem, andere schätzen auch die Anschlussheilbehandlung nach einer Operation. So etwas ist in vielen Ländern gar nicht vorgesehen.“ Mal gibt es in anderen Regionen der Welt extrem lange Wartezeiten, mal sind die Kosten dort deutlich höher, mal gibt es überhaupt keine Behandlungsmöglichkeiten. Anne Wilken nennt zuallererst eine spezielle Form der Leberdialyse, die Albumin-Dialyse, die in Rostock erfunden wurde und die in Amerika beispielsweise für verschiedene Krankheitsbilder gar nicht zugelassen ist. Auch Güstrow hat mit seiner punktgenauen Bestrahlung von Tumoren ein Alleinstellungsmerkmal. Und die Rostocker Südstadtklinik ist mit ihrem Adipositas-Zentrum ebenfalls international anerkannt.

Was die Kliniken von dieser Art Tourismus haben? Sabine Rasch erklärt: „So wie die Hotels sind auch die Kliniken nicht immer voll ausgelastet. Dann sind für planbare Eingriffe immer noch Plätze frei.“ Davon abgesehen fallen diese Behandlungen nicht unter die festgeschriebenen Budgets, so dass sie zusätzliche Einnahmen ermöglichen. Klaiber ist überzeugt: „In dieser Branche ist noch viel Musik drin, und nach dem Sprichwort ,Eine Flut hebt alle Boote‘ können wirklich alle davon profitieren.“ Eine Gefahr, dass der normale Kassenpatient dadurch ins Hintertreffen geraten könnte, sieht er nicht.

Weil der typische Medizintourist zwar Behandlung braucht, einige gleichzeitig aber auch Urlaub machen wollen, haben manche Einrichtungen maßgeschneiderte Angebote geschaffen. So können Patienten in der Rostocker Universitätsklinik ein Check-up-Paket buchen. Anne Wilken: „Das kommt gut an. Eine typische Kombination könnte es sein, erst eine Woche zum Durchchecken in die Uni-Klinik oder drei Wochen zur Burnout-Therapie nach Teschow zu gehen und zum Schluss noch ein paar freie Tage zum Shoppen und Sightseeing zu buchen.“

ITB in Berlin: Nordosten wirbt verstärkt im Segment Medical Tourism

Berlin. In den Ostseehäfen Kiel und Rostock werden 2018 voraussichtlich rund 1,3 Millionen Passagiere von oder an Bord eines Kreuzfahrtschiffs gehen. Das sind 12,5 Prozent mehr als 2017, wie die beiden Häfen gestern bei der Internationalen Tourismusbörse in Berlin ankündigten. „Das Interesse an Ostseekreuzfahrten ist sowohl im internationalen als auch im nationalen Markt weiter steigend“, sagte der Chef des Kieler Seehafens Dirk Claus. Nahezu jeder Vierte der mehr als zwei Millionen deutschen Kreuzfahrtgäste buche eine Nordeuropareise.

Geplant sind insgesamt 371 Anläufe von Kreuzfahrtschiffen. „Der Ostseeraum hat hochattraktive touristische Destinationen direkt vor der Haustür des wachsenden deutschen Quellmarktes“, sagte der Rostocker Hafenchef Jens A. Scharner. Dort machen 43 verschiedene Schiffe 205 Mal fest. 700 000 Kreuzfahrtpassagiere (plus 9 Prozent) werden erwartet, darunter 300 000 Transitreisende.

Geplant sind 39 Anläufe großer Passagierschiffe mit mehr als 300 Meter Länge. Kiel verzeichnet Anmeldungen für 166 Anläufe von 32 verschiedenen Schiffen. Die Zahl der Passagiere steigt gegenüber 2016 um 17 Prozent auf rund 600 000. Zur Kieler Woche werden Ende Juni zwölf Hochsee- und drei Flusskreuzfahrtschiffe erwartet.

Beide Häfen investieren weiter in ihre Anlagen. In Rostock wird im Oktober mit dem Neubau eines Abfertigungsgebäudes an Liegeplatz P8 begonnen. In Kiel entsteht ab August auf einer Fläche von 3700 Quadratmetern ein zweites Terminalgebäude am Ostseekai. Der Hafen investiert 7,5 Millionen Euro in den Ausbau. André Klohn

Award für MV-Imagefilm

Die Imagefilme „Endlich Ruhe“ des Tourismusverbands MV sind auf der ITB ausgezeichnet worden. Die fünfteilige Webserie, bei der die Schauspieler Anneke Kim Sarnau, Hinnerk Schönemann und Olaf Schubert auftreten, erhielt den ersten Preis beim Multimedia-Tourismus-Award „Goldenes Stadttor“, wie der Verband berichtete. In der Begründung hieß es, dass sich das Land in den Spots lässig, charmant und selbstironisch in Szene setze. Zudem sei der Gebärdenfilm „Molli“ mit dem dritten Platz in der Kategorie „Innovation“ ausgezeichnet worden. Molli ist Teil einer achtteiligen Serie. FOTO: TMV/GOHLKE

Messe öffnet für Publikum: Basteln und Bier trinken

Ab heute steht die ITB auch Privatbesuchern offen. Als Partnerland bietet MV in Halle 6.2a ein besonders umfangreiches Programm.

Hansetag: Rostock bietet als Gastgeber des 38. Internationalen Hansetages im Juni einen Vorgeschmack auf das Treffen mit historischem Hintergrund. Ein Soldat der Rostocker Stadtwache führt durch die Geschichte des Städtebundes und erzählt Anekdoten aus dessen Blütezeit. Dazu können Besucher in einem Quiz ihr Wissen testen.

Strandkorb: Als maritimes Wahrzeichen des Landes hat der Tourismusverband 100 Strandkörbe mit zur ITB gebracht. Am Wochenende können Besucher einem Strandkorbflechter über die Schulter schauen.

Bernstein: Typisch für MV ist auch der Bernstein. Für die ITB hat ein Schleifer seine Werkstatt an den Landesstand verlegt und zeigt dort den Besuchern, wie aus einem unscheinbaren Fundstein ein kostbares Schmuckstück wird.

Bier: Wer das Störtebeker Bier aus Stralsund noch nicht kennt, kann die verschiedenen Sorten heute und morgen jeweils um 14 und 15 Uhr verkosten.

ITB für Privatbesucher: Sa. und So. je 10 bis 18 Uhr, Eintritt 15 Euro, ermäßigt 8 Euro, Kinder bis 14 Jahre frei, Messegelände Berlin, Messedamm 22

Wegbereiter Heiligendamm

200 Jahre Erfahrung: Mit dem ersten Deutschen Seebad in Heiligendamm gehört Deutschlands Nordosten zu den Wegbereitern des heutigen Reisesegments „Medical Tourism“. In MV gibt es 60 Kur- und Reha-Kliniken, 67 staatlich anerkannte Kur- und Erholungsorte und dazu diverse Gesundheits- und Biohotels. Mit Thalasso, Sole, Moor und den ersten Heilwäldern Deutschlands sind zudem die Voraussetzungen für viele begleitende Therapien ideal. Um das bekannter zu machen, waren neben dem Tourismusverband auch vier Anbieter mit auf der Messe in Berlin vertreten. Darunter das Kurzentrum Waren.

Katja Bülow

Frankfurt/Berlin. Geht es ums Geld, gibt es viele Vorurteile. Zum Beispiel, dass man an der Börse nur verlieren kann. Oder dass Gold ein sicherer Hafen ist und Immobilien sich immer rentieren.

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