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Wirtschaft Mehr Geld für Einzelhandels-Beschäftigte im Südwesten
Nachrichten Wirtschaft Mehr Geld für Einzelhandels-Beschäftigte im Südwesten
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22:13 27.07.2017
Beschäftigte im Einzelhandel demonstrieren in Stuttgart für eine Lohnerhöhung. 
Beschäftigte im Einzelhandel demonstrieren in Stuttgart für eine Lohnerhöhung.  Quelle: Khang Nguyen
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Korntal-Münchingen

Der bundesweit erste Abschluss in der laufenden Tarifrunde bringt den Beschäftigten des Einzelhandels in Baden-Württemberg mehr Geld.

Arbeitgeber und Gewerkschaft einigten sich am Donnerstagabend in Korntal-Münchingen (Landkreis Ludwigsburg) auf eine Erhöhung in zwei Stufen bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von 24 Monaten. Dies teilte beide Seiten mit.

Die Beschäftigten sollen nun rückwirkend zum 1. Juni 2,3 Prozent mehr Geld bekommen, zum 1. April 2018 dann weitere 2,0 Prozent. Außerdem wurde eine Einmalzahlung von 50 Euro ausgehandelt. Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt. Worauf sich die Verhandlungspartner noch geeinigt haben, soll erst am Freitag mitgeteilt werden. Die Einigung gilt zumindest als Orientierung für die übrigen Tarifbezirke - verhandelt werden muss aber für jeden einzeln.

In der Branche arbeiten in Baden-Württemberg rund 490 000 Menschen, in ganz Deutschland sind es etwa drei Millionen. Arbeitgeber und Gewerkschaft waren durchaus optimistisch in die mittlerweile sechste Verhandlungsrunde im Südwesten gegangen. Ein wichtiger Punkt werde sein, ob eine Lösung gelingt, die beiderseits bundesweite Akzeptanz findet, hatte Verdi vorab betont. Vor gut zweieinhalb Wochen hatte es bereits eine Annäherung gegeben, nach rund 14-stündiger Verhandlung waren die Gespräche dann aber doch noch einmal vertagt worden.

Verdi hatte ursprünglich unter anderem 6 Prozent mehr Geld bei einer einjährigen Laufzeit des Vertrages gefordert. Die Arbeitgeber waren mit einem Angebot von insgesamt 3,8 Prozent für zwei Jahre - 2,0 Prozent im ersten und 1,8 Prozent im zweiten - in die letztlich erfolgreiche sechste Runde gegangen. So sahen zuletzt auch die Angebote der Arbeitgeber in Bayern und Nordrhein-Westfalen aus.

Nur noch etwa jeder dritte Beschäftigte arbeitet allerdings aktuell in einem Unternehmen, in dem der Tarifabschluss direkt umgesetzt wird. Für alle anderen gilt ein Verhandlungsergebnis zunächst nur als Orientierungsrahmen.

dpa

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