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00:14 16.05.2014
Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) Quelle: dpa
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Berlin

Tausende Brücken an Autobahnen und Bundesstraßen sind derart marode, dass die Sperrung droht, werden sie nicht bald saniert. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will nun den Verfall mit zusätzlichem Geld aufhalten. Für die Jahre 2015 bis 2017 sollen 400 Millionen Euro extra in besonders dringende Erhaltungsmaßnahmen fließen. Insgesamt stehen damit 1,06 Milliarden Euro für die Brückensanierung zur Verfügung.

„Wer Wohlstand sichern will, muss zuallererst die Infrastruktur sichern“, erläuterte Dobrindt sein Notprogramm. Es betrifft in erster die alten Bundesländer. Hier wurden nach dem Krieg die meisten Brücken zwischen 1960 und 1985 gebaut. Eigentlich werden sie auf eine Lebenszeit von 100 Jahren ausgelegt. Weil jedoch der schwere Straßengüterverkehr extrem zugenommen hat, sind viele Bauwerke schon jetzt verschlissen. Dobrindt bezeichnete die Situation als besorgniserregend. Rund 15 Prozent aller Brückenflächen seien in einem ungenügenden Zustand.

Mecklenburg-Vorpommern hofft, mit den zusätzlichen Bundesmitteln kurzfristig weitere Brücken sanieren zu können. Dazu zählt Infrastruktur-Minister Christian Pegel (SPD) besonders die Moorbrücke Neubrandenburg im Zuge der B 96 und die Brücke Petersdorfer See (A 19). Die Erneuerung der Moorbrücke soll 2014 beginnen (Kosten: 5,5 Millionen Euro), Petersdorfer See 2015 (26,5 Mio.). Weitere Projekte in MV sind die A9-Brücke Güstrow-Vietgest und die Störkanal Brücke der A 14.

„Man muss deutlich betonen, dass die Erhaltung der Brücken eine Daueraufgabe ist“, sagte Minister Pegel der OZ. Um den Erhaltungsstau zu mindern, müssten dauerhaft höhere Mittel für die Infrastruktur bereitgestellt werden.

Auf Autobahnen und Bundesstraßen gibt es aktuell etwa 39 000 Brücken. Ein Großteil ist über 40 Jahre alt und genügt auf Dauer nicht mehr Anforderungen des Lasterverkehrs. Prognosen sehen den Zuwachs des Güterverkehrs von 1980 bis 2025 um 845 Prozent.

Das Sonderprogramm zielt auf schwere Schäden und große Brücken. Die Mittel werden deshalb auf Instandsetzungen konzentriert, die mindestens fünf Millionen Euro kosten. Die Extra-Millionen für marode Brücken werden streng nach Bedarf vergeben. Die Länder müssen besonders sanierungsbedürftige Brücken melden.

Jede zehnte Brücke in MV bröckelt

1259 Brücken gibt es in Mecklenburg-Vorpommern an Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen. Fast jede zehnte davon ist in kritischem Zustand. Etwa 91 Prozent werden als ausreichend bis sehr gut eingeschätzt, knapp 9 Prozent als kritisch bis ungenügend. Zwischen 2006 und 2013 flossen rund 70 Millionen Euro in Bau und Sanierung von Brücken auf Landesstraßen, 161 Millionen für Autobahn- und Bundesstraßen-Brücken.



Arnold Petersen

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