Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Neue Abgastests: VW-Produktionsengpässe ab August erwartet
Nachrichten Wirtschaft Neue Abgastests: VW-Produktionsengpässe ab August erwartet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:14 27.05.2018
Volkswagen rechnet von August an mit vorübergehenden Lücken in der Produktion.
Volkswagen rechnet von August an mit vorübergehenden Lücken in der Produktion. Quelle: Rainer Jensen/symbolbild
Anzeige
Wolfsburg

Bei der Umstellung auf den neuen Abgas-Teststandard WLTP rechnet die Volkswagen-Kernmarke von August an mit vorübergehenden Lücken in der Produktion.

Das bedeute dann zeitweilig auch weniger Beschäftigung wegen geringerer Auslastung, sagte Personalleiter Martin Rosik dem Mitarbeiter-Magazin „Inside“, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. „Mit Hochdruck“ werde daran gearbeitet, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, betonte der Manager. Dennoch seien Lieferengpässe bei bestimmten Modellen möglich. Einige Varianten, die bis dahin noch kein WLTP-Zertifikat hätten, müssten vorläufig aus dem Programm genommen werden.

Derzeit sei ein Produktionsprogramm in Arbeit, „mit dem wir die Phase optimal meistern“, sagte Rosik. Voraussichtlich Ende Mai oder Anfang Juni werde mit dem Betriebsrat die Umsetzung besprochen. Sobald es Entscheidungen gebe, solle die Belegschaft informiert werden. Der neue Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess hatte schon auf der Hauptversammlung Anfang Mai vor Lieferengpässen gewarnt.

Der neue Prüfzyklus WLTP wird im September für sämtliche Neuwagen bindend, von September 2019 an werden zudem realitätsnahe Straßen-Abgastests Pflicht. Es geht um eine bessere Abbildung des tatsächlichen Verbrauchs sowie der Schadstoff- und CO2-Emissionen. Das Prüfverfahren ist jedoch aufwendig - Autobauer könnten also gezwungen sein, einen Teil ihrer normalen Abläufe umzuplanen.

Die Mitarbeiter an den Prüfständen arbeiteten im Drei-Schicht-Betrieb, damit bis September so viele Fahrzeuge wie möglich nach WLTP zertifiziert seien, erklärte Rosik. Dennoch werde wohl nicht jede Variante rechtzeitig zur Verfügung stehen.

Auch BMW hatte kürzlich bekanntgegeben, dass die Umstellung auf WLTP nicht reibungslos verläuft. Demnach stoppt der Autobauer vorübergehend die Produktion mehrerer Modelle mit Benzinmotoren für den europäischen Markt, um sie für die neuen EU-Verbrauchsmessungen fit zu machen. Das Flaggschiff, der 7er BMW, soll als Benziner in Europa sogar ein Jahr lang aus dem Angebot genommen werden.

VW strafft ebenfalls das Angebot. So wird etwa der Passat mit 120-PS-Dieselmotor nach der Überarbeitung serienmäßig über ein SCR-System verfügen. SCR-Katalysatoren sind auch Thema in der Debatte um Hardware-Nachrüstungen alter Diesel. Sie können die Abgasreinigung verbessern, die Frage der Kostenübernahme ist aber unklar.

Rosiks Angaben in „Inside“ zufolge gibt es am Standort Wolfsburg den „größten Optimierungsbedarf“. In Zwickau, wo künftig die vollelektrische ID-Modellfamilie gebaut werden soll, seien die Auswirkungen voraussichtlich geringer. In Emden spiele eher der Modellwechsel beim Passat eine Rolle.

dpa

Mehr zum Thema

Der A6 ist bei Audi die erste Wahl für Firmenkunden und Vielfahrer. Sollte er früher vor allem mit seinen Dieseln überzeugen, setzen die Bayern nun zu allererst auf Digitalisierung. Aber keine Sorge: Auch Kunden aus der alten Welt werden ihre Freude mit dem Auto haben.

24.05.2018

Jedes Jahr sterben kleine Kinder und auch Haustiere, die in überhitzten Autos alleine gelassen wurden. Wie das passieren kann, haben US-Forscher im heißen Arizona nachgemessen.

24.05.2018

BMW und Volkswagen haben im weltweiten Vergleich der Autokonzerne auch zu Jahresbeginn 2018 wieder Spitzenplätze belegt.

25.05.2018
27.05.2018
Wirtschaft Tariferhöhung für Bauarbeiter - IG BAU stimmt Schlichterspruch zu
26.05.2018