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Wirtschaft Neue Offshore-Technik: Bad Doberaner forscht an schwimmenden Windrädern mit
Nachrichten Wirtschaft Neue Offshore-Technik: Bad Doberaner forscht an schwimmenden Windrädern mit
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06:30 07.11.2019
Pedram AziziI, Moe Moe Aye und Dr. Frank Adam (v.l.n.r) bei einer Besprechung zum EU-Projekt Space@Sea. Quelle: Universität Rostock / Thomas Rahr)
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Bad Doberan

Eine völlig neue Generation von Windrädern ist europaweit in Vorbereitung. Der Lehrstuhl für Windenergietechnik (LWET) der Universität Rostock wirkt dabei an dem neuen EU-Forschungsprojekt „Floating Wind Energy Network (FloaWER)“ auf internationalem Parkett seit dem 1. November 2019 ganz vorn mit.

Beteiligt ist auch ein Bad Doberaner: Frank Adam vom LWET hat dieses neue EU-Forschungsprojekt gemeinsam mit dem Forschungsinstitut ECN in Nantes (Frankreich) eingeworben, das die Leitung übernommen hat.

Einsatz auch fernab der Küsten möglich

Nicht, wie bislang, fest mit dem Meeresboden verbunden, sondern auf schwimmenden Unterstrukturen werden die Windenergieanlagen künftig auch fernab der Küste in Wassertiefen von mehr als 60 Metern in der Nordsee und im Atlantik zu finden sein. Antragsberechtigt waren 134 Länder, zum Zuge kamen jene, die ihren Fokus auf grundlegende Innovation legen.

Ziel des EU-Programmes ist die Förderung der besten Nachwuchswissenschaftler. „Als Lehrstuhl sind wir eine von zehn Wissenschaftseinrichtungen in diesem europäischen Forschungsprojekt, in dem mit einem Gesamtvolumen von 3,5 Millionen Euro Doktoranden strukturiert ausgebildet werden“, sagt Frank Adam.

Der 33-jährige Diplomingenieur und Vater von drei Kindern, der an der Bergakademie Freiberg zum Thema schwimmende Unterstrukturen für Offshore-Windenergieanlagen promovierte, setzt die Forschungen an der Universität Rostock zu seinem Thema erfolgreich fort.

Der passionierte Radfahrer, der jeden Tag mit dem Fahrrad von Bad Doberan zur Arbeit nach Rostock fährt, ist fest in ein internationales Netzwerk eingebunden, steht im ständigen Austausch mit Fachkollegen aus aller Welt. Er pflegt beispielsweise enge Kontakte zu Forscherkollegen in Portugal, den Niederlanden und Norwegen, mit denen er bereits an einem anderen EU-Projekt zur Nutzung von Gebieten in tieferen Gewässern arbeitet (Space@Sea).

Montage an Land schont Meeressäuger

Ein Vorteil der schwimmenden Offshore-Anlagen liegt darin, dass keine teuren Errichterschiffe benötigt werden, so Frank Adam. Die schwimmende Windenergieanlage kann bereits an Land – an der Kaikante – auf die Unterstruktur montiert werden. Anschließend wird sie mit Schleppern an den Standort gezogen und dort verankert. Die für fest installierte Windenergieanlagen erforderlichen extrem lauten Rammarbeiten entfallen – das schont empfindliche Meeressäuger.

Für den Rostocker Forscher und sein Team liegt noch ein weiterer Vorteil schwimmender Anlagen auf der Hand: „Man kann Windräder auch dort betreiben, wo das Wasser tief ist“. Das eröffne völlig neue Möglichkeiten in Gegenden, in denen bislang noch nicht an Offshore-Windparks zu denken gewesen sei oder außerhalb des Sichtbereichs der Strandgäste.

Rostocker tüfteln an der Tragfähigkeit

Jeder Partner des Forschungsprojektes beschäftigt sich mit anderen Fragestellung zu den schwimmenden Offshore-Anlagen. Da geht es beispielsweise um technische Details oder um Kostenminimierung. Die Rostocker legen den Fokus auf die Strukturoptimierung, also darauf, dass das System bei einer Lebensdauer von bis zu 25 Jahren tragfähig und preisgünstig ist.

Frank Adam und seine Kollegen berechnen mit einer Simulationssoftware, wie sich Windenergieanlagen auf schwimmenden Unterstrukturen bei Wind und Wetter verhalten. Es geht um die Stabilität des Systems bei Verwendung neuartiger Materialien für die meerestechnischen Konstruktionen sowie um intelligente Rückbaukonzepte für die Offshore-Windindustrie.

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Von OZ

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