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Wirtschaft Kaum noch Neues bei Samsung und Co: Darum wird das Galaxy Note 10 nicht teurer als der Vorgänger
Nachrichten Wirtschaft Kaum noch Neues bei Samsung und Co: Darum wird das Galaxy Note 10 nicht teurer als der Vorgänger
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17:39 08.08.2019
Die nächste Generation des Galaxy Note wird vergleichsweise günstig – denn die Hersteller haben keine Wahl. Quelle: imago images / ITAR-TASS
Frankfurt

Vielleicht geht die Premiere des Galaxy Note 10 als Wendepunkt in die Geschichte des Mobilfunks ein. Gerade hat Samsung das Nobel-Smartphone in New York vorgestellt. Die Besonderheit: Wie üblich gibt es zwar einen weiteren Evolutionsschritt bei den Kameras und bei den Akkus. Aber am Preis wollen die Südkoreaner nicht drehen. Wegen der harten Konkurrenz sowie einem Markt, der in diesem Jahr spürbar schrumpfen wird.

Das Galaxy Note 10 soll auf der Vorderseite eine Zehn-Megapixel-Apparatur für Selfies haben, die aus dem Korpus herausgeschoben werden kann. Neu ist bei den Kameramodulen auf der Rückseite, dass es neben einer Zwölf-Megapixel-Linse künftig auch ein Weitwinkelobjektiv geben soll, das über eine Auflösung von 16 Megapixel verfügt.

Zudem wird ein neuer Sensor eingesetzt, um mit Schärfe und Unschärfe in Vorder- und Hintergrund spielen zu können – das Prinzip der Neuerungen ist, an „richtige“ große Kameras immer näher heran zu kommen. Um Nutzern möglichst lange Spaß an ihren Dreharbeiten zu bieten, werden starke Akkus verbaut, die gut einen Tag lang durchhalten sollen, ohne nachladen zu müssen.

Preisniveau wird gehalten

Das Preisniveau wird indes im Vergleich zum Vorgängermodell gehalten. Los geht es bei rund 950 Euro. Die teuerste Version soll mit knapp 1200 Euro von Ende August an weltweit offeriert werden – dabei handelt es sich allerdings um die Variante, die schon mit der neuen 5G-Funktechnik arbeitet, die es hierzulande erst in ein paar Jahren geben wird. Ungewöhnlich ist auch, dass zumindest beim Basismodell der Immer-größer-Trend gebrochen wird. Mit 6,3 Zoll (16 Zentimeter) ist die Bildschirmdiagonale - wenn auch nur geringfügig – kleiner als beim Vorgänger. Dafür wird beim Schwestermodell Note 10+ mit 6,8 Zoll geklotzt.

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Das Note 10 ist enorm wichtig für die Koreaner. Die Highend-Handys sind die maßgeblichen Gewinnbringer in Samsungs Smartphonesparte. Doch das Galaxy S10, das andere Premiummodell, verkauft sich nur schleppend. Samsung hat das in den vergangenen Monaten zu spüren bekommen. Marktanteile sind allenthalben verloren gegangen, obwohl Einstiegs- und Mittelklassegeräte in vielen Märkten sogar noch zulegten.

Verkaufszahlen sinken auch bei Apple

Unterm Strich sanken die Smartphone-Verkäufe im ersten Quartal aber weltweit um fast 9 Prozent auf 71,6 Millionen Geräte. Fehlende Innovationen und hohe Preise hätten bei den Flaggschiff-Geräten vieler Hersteller die Wiederbeschaffungszyklen verlängert, schreiben die Experten des Marktforschungsunternehmens Gartner in einer aktuellen Analyse.

Noch heftiger traf es Apple. Der iPhone-Konzern musste im ersten Quartal Absatzeinbußen von etwa 18 Prozent hinnehmen. Das Minus wäre noch höher ausgefallen, wenn es nicht massive Preissenkungen gegeben hätte. Der chinesischen Tech-Gigant Huawei konnte hingegen kräftig zulegen. In Europa kletterte der Absatz um zwei Drittel, im Heimatland um ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr. In der Volksrepublik ist das Unternehmen mit einem Marktanteil um die 30 Prozent mittlerweile Nummer eins. Doch Sanktionen der Trump-Regierung, US-Firmen dürfen Huawei nur noch beschränkt mit Komponenten und Software beliefern, haben die Expansion im Ausland in jüngster Zeit deutlich gebremst. Das hat auch den gesamten Weltmarkt beeinflusst. Der Siegeszug von Huawei beruht auf avancierter Technik zu günstigen Preisen.

Der Markt wächst langsamer

Gartner-Analystin Annette Zimmermann spricht denn auch von einer schwächeren Nachfrage im ersten Halbjahr, die im zweiten Semester noch schwächer ausfallen werde. Nach vielen Jahren eines stetigen Wachstums gehen die Marktforscher von Gartner für das gesamte Jahr nun von einem Schrumpfen des globalen Smartphone-Absatzes um 2,5 Prozent aus. Wobei große regionale Unterschiede prognostiziert werden. In Westeuropa etwa soll das Minus sogar mehr als fünf Prozent ausmachen.

In vielen Industrieländern gebe es eine Überversorgung mit Highend-Geräten, sagt Gartner-Expertin Roberta Cozza. Zudem sei zu erkennen, wie Smartphones zunehmend für die Nutzer zu etwas Gewöhnlichem würden, das man deshalb auch länger als früher nutze. Und für Gewöhnliches ist der Kunde nicht bereit, exorbitant viel Geld auszugeben.

Auch das nächste iPhone wird kein Kracher

Auch Apple wird sich nach Einschätzung von Beobachtern diesem Trend anpassen. Erwartet wird, dass die nächste iPhone-Generation, die im September vorgestellt wird, nur wenig Neues bieten wird – außer verbessersten Kameras und neuen sparsamen Prozessoren, wodurch die Akkulaufzeiten verlängert werden. Und das alles zu weitgehend konstanten Preisen.

Werden Handys langfristig also immer billiger, weil es mit ihrem Absatz immer weiter bergab geht? Die Leute von Gartner gehen davon aus, dass im Jahr 2020 in etwa wieder das Niveau von 2018 erreicht wird. Weil dann in größerem Stil 5G-fähige Geräte auf den Markt kämen. Damit könnten dann auch weitere Innovationen kommen - beim iPhone etwa werden kabelloses Laden, ein neuartiges hochauflösendes Display und Kameras, die für Virtuelle-Realität-Anwendungen optimiert sind, erwartet.

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Von RND/Frank-Thomas Wenzel