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Nachrichten Wirtschaft Wie würden sich CO2-Steuer und Klimaprämie auf meinen Geldbeutel auswirken?
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21:51 05.07.2019
Vor allem das Autofahren würde sich verteuern – und die Klimaprämie bei einigen Haushalten auffressen. Quelle: Fabian Sommer/dpa
Hannover

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat am Freitag ihre Pläne für eine CO2-Steuer konkretisiert. Die Große Koalition hat sich zwar bislang nicht auf das Vorhaben geeinigt – Wissenschaftler haben allerdings schon die Auswirkungen auf Einkommen und Ausgaben von Steuerzahlern berechnet.

Die Funktionsweise einer möglichen CO2-Steuer ist einfach: Was viel CO2 ausstößt, wird durch die Abgabe teurer. 20 Euro pro Tonne CO2 visiert die Umweltministerin an. Zugleich sollen die Einnahmen als „Klimaprämie“ zurück an die Bürger überwiesen werden und die Stromsteuern deutlich senken.

Zum Hintergrund

Ministerin Schulze wirbt für CO2-Preis und „Klimaprämie

Das würde bedeuten, dass Haushalte, die wenig CO2-intensiv leben, von der Steuer vergleichsweise wenig getroffen werden. Wer hingegen viel fliegt, Auto fährt und eine ineffiziente Heizung besitzt, würde härter getroffen werden. Weil die auszuzahlende Klimaprämie ein Fixbetrag sein soll, brächte das einigen Bürgern unterm Strich mehr, anderen effektiv weniger Geld pro Jahr ein.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat dazu einige Modellrechnungen vorgelegt:

Alleinlebender Student in der Stadt

Wer allein in einer Stadt lebt, bekommt nach dem vorgeschlagenen Modell 54 Euro
mehr pro Jahr – bei einem Jahreseinkommen in Höhe von 11 300 Euro. Ohne Auto würde ein solcher Haushalt kaum von der zusätzlichen Belastung der Kraftstoffe getroffen werden. Die Entlastung bei der Stromsteuer und die Klimaprämie brächte ein Plus aufs Konto.

Alleinlebender Arbeitnehmer sowie Mieter mit eigenem Auto

Wer allein zur Miete wohnt und ein Auto besitzt, müsste mit einem Minus von 65 Euro jährlich rechnen – bei einem Einkommen in Höhe von etwa 24 500 Euro. Die zusätzliche Belastung durch die CO2-Steuer auf Kraftstoffe und Heizkosten würde gegenüber dem Vorteil durch niedrigere Strompreise und die Klimaprämie überwiegen.

Alleinlebende Rentner auf dem Land mit eigenem Auto

Auch allein lebende Rentner mit eigenem Auto müssten mit Mehrbelastungen rechnen. Das DIW veranschlagt etwa um 16 Euro höhere Kosten pro Jahr bei 18 900 Euro Einkommen. Die zusätzlichen Belastungen bei Sprit und Heizkosten übersteigen die Entlastungen geringfügig.

Kinderloses Paar mit zwei Verdienern, Eigenheim und zwei Autos

Ein kinderloses Paar mit etwa 61 160 Euro Einkommen pro Jahr hätte 140 Euro weniger auf dem Konto. Während die höhere Belastung bei den Heizkosten durch Entlastungen bei Strom und durch die Klimaprämie noch leicht ausgeglichen werden kann, führt vor allem die Mehrbelastung beim Sprit für die Autos zu deutlich höheren Kosten.

Zur Miete lebende Familie mit einem Kind, zwei Einkommen und ohne Auto

Eine Familie mit einem Kind hätte ohne Auto ein deutliches Plus auf dem Konto:319
Euro könnten es laut DIW bei einem Einkommen in Höhe von 40 869 Euro sein. Beim Heizen der Mietwohnung fielen zwar Mehrkosten an, ohne Auto würden aber die Entlastungen bei den Stromkosten und durch die Klimaprämie deutlich überwiegen.

Zur Miete lebende Familie mit zwei Kindern, einem Einkommen und einem Auto

Gibt es einen Hauptverdiener und ein Auto im Haushalt, reduziert sich der Vorteil für Familien mit zwei Kindern deutlich. Unterm Strich kämen 56 Euro zusätzlich bei einem Haushaltseinkommen von 38 049 zusammen – was vor allem am Spritverbrauch des Autos liegt.

Familie auf dem Land mit drei Kindern, Eigenheim und zwei Autos

Bei einer Familie, die auf dem Land lebt, schlüge eine CO2-Steuer negativ zu Buche. Die Familie würde bei einem Nettoeinkommen von 66 000 Euro mit 7 Euro zusätzlichen Kosten pro Jahr belastet werden. Hauptursache für die Mehrbelastung ist die CO2-Steuer auf Kraftstoffe. Diese würde diesen Modellhaushalt härter treffen, weil die Forscher von einer täglichen Pendelstrecke von mehr als 20 Kilometern ausgingen.

Alle Angaben beziehen sich auf Modellhaushalte, die das DIW aus den Statistiken des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) abgeleitet hat.

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Von RND/Christoph Höland

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