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Wirtschaft Regierungschefs informieren über Verkauf der HSH Nordbank
Nachrichten Wirtschaft Regierungschefs informieren über Verkauf der HSH Nordbank
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09:42 28.02.2018
Die HSH Nordbank war vor zehn Jahren zuerst in den Strudel der Finanzkrise geraten. Quelle: Bodo Marks
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Hamburg

Nach einem Jahr intensiver Verhandlungen informieren die Regierungen von Hamburg und Schleswig-Holstein über die Zukunft der HSH Nordbank.

Die Bank muss nach einer Auflage der EU an diesem Tag verkauft werden oder sie wird abgewickelt. Der Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und der Kieler Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) werden um 12 Uhr bei einer Pressekonferenz im Kieler Landeshaus erläutern, ob die Suche nach einem Käufer erfolgreich war und zu welchen Bedingungen sie das Institut abgeben.

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Die HSH Nordbank war vor zehn Jahren zuerst in den Strudel der Finanzkrise geraten und später mit den Folgen der Schifffahrtskrise konfrontiert und musste von den Ländern mit hohen Milliardenbeträgen vor der Insolvenz gerettet werden. Das genehmigte die EU-Kommission nur unter der Auflage, die Bank zu verkaufen.

In den vergangenen Tagen und Wochen verdichteten sich die Hinweise, dass der New Yorker Investmentfonds Cerberus und der US-Investor J. Christopher Flowers die Bank übernehmen könnten. Gerungen wird in den Verhandlungen nicht nur um den Kaufpreis, der rund eine Milliarde Euro betragen könnte, sondern vor allem um die Vertragsinhalte. Dabei geht es um den Umgang mit staatlichen Garantien für die Bank, Mitarbeiter, Standorte, die Übernahme von Pensionslasten, Zukunftsgarantien und ähnliche Fragen.

Mit den Unterschriften über einen Kaufvertrag wäre der Verkauf der Bank jedoch noch nicht besiegelt. Zustimmen müssen noch die Parlamente in Hamburg und Kiel, die EU-Kommission, die Finanzaufsicht BaFin und die Europäische Zentralbank EZB.

Gegenwärtig arbeiten noch fast 2000 Mitarbeiter für die HSH Nordbank. Vor der Krise, die 2007 einsetzte, waren es mehr als doppelt so viele. Doch auch die werden nicht mehr alle gebraucht. Die Bilanzsumme der Bank ist von mehr als 200 auf rund 75 Milliarden Euro geschrumpft und soll weiter zurückgehen. Das geringere Geschäftsvolumen lässt sich auch mit weniger Mitarbeitern bewältigen. Mehrere hundert Arbeitsplätze stehen zur Disposition. Der Standort Kiel wird als Doppelsitz der Bank wohl kaum zu halten sein, wohl aber zur Erledigung von Verwaltungsaufgaben.

Die Schlussabrechnung für die Steuerzahler ist mit einigen Fragezeichen versehen und wird endgültig erst in mehreren Jahren vorliegen. Vieles hängst davon ab, wie sich die Schifffahrtsmärkte in den kommenden Jahren entwickeln, wo die meisten Risiken für die HSH Nordbank liegen. Verschiedene Experten haben gerechnet und sind meistens auf Beträge im Bereich von 14 bis 18 Milliarden Euro gekommen, die am Ende von Hamburg und Schleswig-Holstein zu tragen sind. Der dickste Brocken ist die Verlustgarantie der Länder zugunsten der Bank über zehn Milliarden Euro, die voll zum Tragen kommt. Die Länder haben in ihren Haushalten entsprechende Drohverluste ausgewiesen.

dpa