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Wirtschaft Schlafen auf Holzpaletten: Karls kurioses Hotel gewinnt Tourismuspreis
Nachrichten Wirtschaft Schlafen auf Holzpaletten: Karls kurioses Hotel gewinnt Tourismuspreis
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21:11 24.04.2019
Robert Dahl (M.), Chef von Karls Erlebnisdorf, Mathias Freiheit (r.), Geschäftsführer Hotels und Ressorts bei Karls Erlebnisdorf und Ralf Trimborn, Vorstand vom ADAC Hansa, bei der Preisverleihung im Schloss Hotel Fleesensee. Quelle: Axel Meyer
Fleesensee/Rostock

Aus Holzpaletten werden Hochbetten, Limo-Flaschen dienen als Lampen, alte Kochlöffel als Kleiderstangen – für sein Upcycling-Hotel „Alles Paletti“ wurde Karls Erlebnisdorf in Rövershagen (Landkreis Rostock) am Mittwochabend mit dem ADAC-Tourismuspreis Mecklenburg-Vorpommern 2019 ausgezeichnet. „Darüber habe ich mich wahnsinnig gefreut. Wir sind noch Newcomer in der Hotelbranche“, sagte Karls-Chef Robert Dahl bei der Preisverleihung im Schloss Hotel Fleesensee (Mecklenburgische Seenplatte). Die Nachhaltigkeit liege Karls sehr am Herzen.

Erfolgreich mit alten Türen und Stiefeln

„Mit seinen Upcycling-Lösungen verknüpft das Hotel gekonnt die Themen Design und Ressourcenschutz“, teilte der ADAC mit. Vor gut einem Jahr wurde das Hotel auf dem Gelände von Karls Erlebnisdorf eröffnet. Das Konzept des eigenen Angaben zufolge ersten deutschen Upcycling-Hotels: Gegenstände, die sonst auf dem Sperrmüll gelandet wären, bekommen eine neue Funktion.

Für die Wandverkleidungen wurden beispielsweise alte Türen aus Abrisshäusern verwendet, Gummistiefel werden zu Blumenvasen und Schlitten zu Regalen. Und das Konzept kommt an. Anfang April 2019 erhielt Karls für „Alles Paletti“ in München den Preis „Tophotel Opening Award“.

Das Hotel „Alles Paletti“ von Karls Erlebnis-Dorf in Rövershagen bei Rostock ist mit dem ADAC-Tourismuspreis ausgezeichnet worden. Wir werfen einen Blick in das Hotel und zeigen auch Bilder der weiteren Preisträger.

Mit dem Tourismuspreis prämiere der ADAC innovative und qualitativ hochwertige Projekte, die neue Wege beschreiten, erklärte Christian Hieff, Sprecher des ADAC Hansa. „Der Preis wird immer beliebter“, so Hieff. 23 Bewerber hätten ihre Projekte eingereicht, das seien mehr als je zuvor gewesen.

Ebenfalls ausgezeichnet: „Bauer Lange“ und „100Haus“

Auf dem zweiten Platz kam in diesem Jahr der Erlebnis-Bauernhof „Bauer Lange“ in Lieschow auf Rügen. Die Jury lobte dabei das Gesamtkonzept von Gastronomie, Erlebnis und Direktvermarktung. So können Besucher bei „Bauer Lange“ erfahren, wie landwirtschaftliche Produkte vom Acker auf den Teller kommen; im Hofladen werden regionale Spezialitäten verkauft und Touristen und Einheimische mit Veranstaltungen wie Heringstagen, Spargelwochen oder Kartoffeltagen auf den Hof gelockt.

Für das Projekt „100Haus“ ehrte die Jury den Umbau einer ehemaligen Mädchenschule in Wolgast (Vorpommern-Greifswald) mit dem dritten Preis. Das vor einem Jahr eröffnete „100Haus“ wurde in einem 1901 erbauten Backsteingebäude eingerichtet – als heute „coolste Herberge für Klassenfahrten und Jugendreisen“. Der Clou: Schülerinnen und Schüler haben bei der Entwicklung maßgeblich mitgewirkt. „So entstanden außergewöhnlich gestaltete Schlafräume mit insgesamt 58 Betten“, hieß es bei der Preisverleihung.

Tourismusbranche blickt positiv in die Saison 2019

Unterdessen geht die Tourismusbranche in Mecklenburg-Vorpommern mit Zuversicht in die Saison 2019. Laut einer Umfrage des Landestourismusverbands TMV erwarten drei von vier Touristikern „ein Ergebnis auf Vorjahresniveau“, sagte TMV-Präsident Wolfgang Waldmüller am Mittwoch in Rostock. „Die Gastgeber im Land wollen an die Ergebnisse aus dem letzten Jahr anknüpfen“, so Waldmüller. Mit 30,9 Millionen Übernachtungen hatte die Branche 2018 ein Rekordergebnis erzielt. Ein Grund dafür: der lange und trockene Sommer.

Tourismus in MV auf Erfolgskurs

Auf Erfolgskurs sieht der Chef der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern, Reinhard Meyer, den Tourismus im Land. Meyer mahnte aber zugleich, die Branche müsse auf neue Trends und Herausforderungen reagieren. „Ein Weiter-So führt selten zum Erfolg“, so Meyer.

In keinem anderen Bundesland sei der Tourismus so wichtig wie in MV. „Nirgendwo sonst hat der Tourismus einen so hohen Anteil an der Bruttowertschöpfung“, erklärte Meyer, der im Ehrenamt zugleich Präsident des Deutschen Tourismusverbandes ist. „Mecklenburg-Vorpommern ist das beliebteste Inlandsreiseziel der Deutschen. Und wir locken zunehmend auch ausländische Gäste an.“

Bereits der Start in die aktuelle Saison sei verheißungsvoll gewesen. „Der milde Winter und das Osterwetter haben uns einen gelungenen Start ins Tourismusjahr 2019 ermöglicht“, sagte der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Mecklenburg-Vorpommern (Dehoga MV), Lars Schwarz. Bei den Erwartungen für die kommende Saison bewerteten laut einer Umfrage „mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen“ ihre Geschäftslage „im bisherigen Jahresverlauf mit gut oder zufriedenstellend“.

Noch stärker auf Qualität setzen

„Ich bin fest davon überzeugt, dass wir uns zukünftig noch stärker als bisher über die Qualität definieren müssen“, betonte Schwarz. Es sei zwar „schon heute viel in Qualität“ investiert worden, aber Fachkräfteengpass und Ausbildungssituation würden die Gefahr bergen, „die Qualität zu beeinträchtigen“. Der heimische Arbeitsmarkt sei leer und der Fachkräftemangel daher „nur durch kontrollierten Zuzug aus Nicht-EU-Staaten in Arbeit zu lösen.“

Als gute Möglichkeit, internationale Gäste ins Land zu holen, sieht der Präsident des Golfverbandes MV, Rüdiger Born, die Golfangebote im Nordosten. „Schon jetzt ist der Anteil ausländischer Besucher auf den 17 Golfanlagen im Land höher als in anderen touristischen Bereichen“, erklärte Born.

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Axel Meyer

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