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Seewirtschaft Auf geheimer Mission in der Südsee
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00:01 20.08.2018
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Frankfurt/Main

Er startete mit einer geheimen Mission. Als James Cook am 26. August 1768 mit der „Endeavour“ von Plymouth aus in See stach, sollte er offiziell auf der Insel Tahiti den Durchgang der Venus vor der Sonne beobachten, der für den Juni 1769 berechnet war. Ein Vorwand. Denn eine Geheiminstruktion beauftragte den britischen Kapitän, den legendären „Südkontinent“ zu suchen – die Landkarte des 19. Jahrhunderts war voller weißer Flecken.

James Cook in einer zeitgenössischen Darstellung Quelle: Foto: Akg Images

Über Madeira, Rio de Janeiro und Kap Hoorn erreichte er am 11. April 1769 Tahiti. Seine Männer plagten sich mit Syphilis. Nachdem Cook die Gesellschaftsinseln kartiert hatte, nahm er Kurs nach Süden, auf der Suche nach einem legendären unbekannten Kontinent. Doch den gab es nicht – er fand keine Terra incognita jenseits des 40. Breitengrades. Also wandte er sich nach Nordwesten und umsegelte beide Inseln Neuseelands, das schon Tasman entdeckt hatte. Die Maori empfingen die Besucher feindselig. Noch niemand hatte einen Fuß an die Ostküste Australiens gesetzt. Am 29. April 1770 ging Cook dort in einer Bucht vor Anker, die er Botany Bay nannte, weil der mitreisende Botaniker Banks viele unbekannte Pflanzen entdeckte. Die Aborigines griffen mit Speeren an, wurden mit Musketenfeuer verjagt. Im Great Barrier Reef schlug das Schiff leck. Zwei Monate dauerte es, bis die Mannschaft es nahe dem heutigen Cooktown zusammengeflickt hatte. Am 22. August 1770 erklärte Cook Ostaustralien zu britischem Territorium. Auf der Weiterfahrt nach Batavia, dem heutigen Jakarta, entdeckte er den Seeweg zwischen Australien und Neuguinea. Die „Endeavour“ wurde gründlich überholt.

Doch in dem feucht-warmen Klima brach unter der Mannschaft die Malaria aus. Von einem „Hospitalschiff“ schrieb der Kapitän auf der Heimfahrt in seinem Logbuch. Als er am 12. Juni 1771 wieder in London einlief, hatte er etwa 40 Prozent seiner Leute verloren. Cook wurde nicht nur vom König empfangen, sondern musste den Angehörigen seiner gestorbenen Seemänner kondolieren.

Die meisten Matrosen waren früher an Skorbut gestorben, einer Vitaminmangelerkrankung. Diese hatte Cook weitgehend verhindert, indem er auf einer Verpflegung mit Vitamin-C-haltigem Sauerkraut bestand. Als die Seeleute es ablehnten, ließ er es in der Kapitänskajüte servieren. „Sobald sie sehen, dass ihre Vorgesetzten darauf Wert legen, wird es das Köstlichste auf Erden“, notierte er im Logbuch. „Ich habe keine ganz großen Entdeckungen gemacht, aber mehr von der Südsee erforscht als alle, die vor mir da waren, bilanzierte er seine erste Reise. Noch zweimal besegelte er den Pazifik.

Claudia Schã¼lke

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