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Nachrichten Wirtschaft Deutsche Frauen melden kaum Patente an
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12:57 28.03.2019
Nur vier Prozent aller Patente werden von Frauen angemeldet. Quelle: picture alliance / dpa Themendie
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Köln

Bei den Patentanmeldungen in Deutschland sind einer Studie zufolge Frauen deutlich unterrepräsentiert. So hätten Frauen 2016 gerade einmal 4,4 Prozent der Patente in Deutschland angemeldet, das entspreche rund 4.700 Anmeldungen, teilte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln am Donnerstag anlässlich des „Girls' Day“ mit. Trotz der Kampagne, mit der seit 2001 Mädchen für technisch-naturwissenschaftliche Fächer begeistert werden sollen, entschieden sich weiterhin nur wenige Frauen für Studienfächer und Berufe, aus denen klassischerweise Erfindungen und Patente hervorgingen.

Die höchsten Frauenanteile bei den Patentanmeldungen verzeichneten den Angaben zufolge Hamburg (12,2 Prozent), Sachsen-Anhalt (8,3 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (6,7 Prozent), die wenigsten Baden-Württemberg (3,7 Prozent), das Saarland (3,4 Prozent) und Brandenburg (2,4 Prozent). NRW lag mit einem Anteil von 5,1 Prozent im Mittelfeld. Auch in den Vorjahren hatte der deutschlandweite Frauenanteil bei den Patentanmeldungen zwischen vier und fünf Prozent betragen.

Erfinder mit ausländischen Wurzeln sind dabei deutlich häufiger weiblich als ihre deutschen Pendants: Jeder zwölfte Erfinder mit ausländischen Wurzeln (8,4 Prozent) ist weiblich. Die meisten ausländischen Patentanmelderinnen stammten aus asiatischen Ländern. „Ohne Migration wäre der Frauenanteil deutlich geringer“, sagte Studienautor und IW-Ökonom Oliver Koppel.

Girls’ Day zeigt kaum Wirkung

Der „Girls' Day“ zeigt nach Ansicht der Studienautoren dagegen bislang kaum Wirkung. Die meisten Patentanmeldungen stammten aus dem Bereich der sogenannten Mint-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik), allerdings entschieden sich nur wenige Frauen für eine Karriere in diesen Berufen. Diverse Initiativen und Kampagnen wie der „Girls' Day“ hätten daran bislang kaum etwas geändert.

Die Aktionstage „Girls' Day“ sowie der ebenfalls organisierte „Boys' Day“ werden von den Bundesministerien für Bildung und Jugend sowie Bündnispartnern aus Industrie, Handel, Handwerk und dem Sozialbereich unterstützt. Die bundesweite Koordinierungsstelle für Chancengleichheit ist an der Bielefelder Fachhochschule angesiedelt.

Von RND/epd