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Wirtschaft Umweltschützer: Atommüll wandert auf Deponien
Nachrichten Wirtschaft Umweltschützer: Atommüll wandert auf Deponien
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00:05 24.08.2017
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Lubmin/Bonn

Gesundheitsgefahren durch strahlenden Abfall? Mehrere hunderttausend Tonnen schwach radioaktiver Atommüll sind nach Angaben des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) in mehr als 40 Städten und Gemeinden bundesweit entsorgt worden. Der strahlende Abfall sei auf Deponien gelagert, in Müllverbrennungsanlagen verbrannt oder etwa als Bauschutt weiterverwendet worden, teilte der BBU gestern mit. Das habe eine Anfrage bei den Atomaufsichtsbehörden der Bundesländer ergeben.

Der BBU veröffentlichte eine Liste mit betroffenen Deponien und Verbrennungsanlagen. Aus Mecklenburg-Vorpommern haben demnach die Deponien in Selmsdorf (Nordwestmecklenburg) und Spantekow (Vorpommern-Greifswald) Abfälle aus dem früheren Kernkraftwerk (KKW) Lubmin bei Greifswald angenommen. Zwischen 1995 und 2004 wurden demnach 21000 Tonnen Material aus Lubmin zur Deponierung freigegeben. Dazu kommen 118000 Tonnen zur uneingeschränkten Verwendung – also beispielsweise als Zuschlagstoff beim Straßenbau. Nach 2004 fielen in Lubmin nochmals mindestens 113000 Tonnen Material an, das verwertet oder deponiert wurde. In Selmsdorf wurden zudem auch mindestens 148 Tonnen Material aus dem früheren Kernkraftwerk Rheinsberg in Brandenburg deponiert.

Um welche Materialien es sich genau handelte, konnte das für den Rückbau beider KKW zuständige Entsorgungswerk für Nuklearanlagen (EWN) in Lubmin gestern nicht sagen. Sicher sei jedoch, dass von den Stoffen „keine Gefahr ausgehe“, betont EWN-Sprecherin Gudrun Oldenburg. Es gehe um sogenannte „freigemessene“ Materialien, deren radioaktive Belastung die vorgeschriebenen Grenzwerte unterschreite.

Dabei handele sich unter anderem um Stahl, Bauschutt, Beton, Isolierwolle und Bodenaushub, so das zuständige Schweriner Innenministerium.

Über die Gesamtmenge der bisher bundesweit verbrannten, deponierten und wiederverwendeten radioaktiven Abfälle gibt es nach Angaben der Umweltinitiativen keine Informationen. „Selbst die Behörden haben keinen umfassenden Überblick über den Verbleib der strahlenden Reste der Atomindustrie“, kritisiert Gertrud Patan vom Vorstand des BBU. Der Verband fordert, die Praxis zu stoppen, und warnt vor Gesundheitsgefahren. Mit dem Abbau von Atomkraftwerken in den kommenden Jahren seien weitere Millionen Tonnen schwach radioaktiver Müll zu erwarten, warnen die Umweltschützer. Sie schlagen vor, alle radioaktiv belasteten Abfälle am jeweiligen Standort aufzubewahren, bis ein Konzept für den weiteren Umgang erstellt sei.

E. Soth/t. Luczak

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