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14:23 03.02.2017
Zuletzt hatte es Kritik gegeben, weil Christine Hohmann-Dennhardt zu ihrem Abschied eine Zahlung von über 12 Millionen Euro nach nur gut einem Jahr Arbeit als VW-Vorstand für Integrität und Recht erhält. Quelle: Sebastian Gollnow
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Wolfsburg/Berlin

Die üppigen Bonuszahlungen für Manager sollen bei Volkswagen nach dem Willen der Betriebsräte nur noch bei entsprechend hoher Leistung fließen.

Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh forderte in der „Braunschweiger Zeitung“: „Es passt nicht ins Bild: Leiharbeiter werden vom Vorstand abgemeldet, und gleichzeitig geht ein Vorstandsmitglied mit Millionen aus der Tür.“ In der Aufarbeitung der Abgas-Affäre hielten sich Anwälte von Ex-VW-Chef Martin Winterkorn derweil zu neuen Vorwürfen bedeckt.

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Europas größter Autohersteller hatte bereits 2016 angekündigt, sein Vergütungssystem für Manager ändern zu wollen. „Dabei muss das neue System deutlich anspruchsvollere Ziele setzen“, verlangte Osterloh. Die Vorstände sollten höhere Hürden überwinden müssen, um ihre Boni voll ausgezahlt zu bekommen. Osterloh ist auch Mitglied des VW-Aufsichtsrates, der die Gehälter für Top-Manager beschließt.

Von den Arbeitnehmervertretern der Töchter Porsche und Audi bekam er Unterstützung. „Eine intergalaktische Vorstandsvergütung kann es nur bei einer intergalaktischen Leistung geben“, sagte der oberste Betriebsrat von Porsche, Uwe Hück, der Deutschen Presse-Agentur. „Sonst versteht das draußen keiner.“ Audi-Betriebsratschef Peter Mosch polterte: „Wir haben als Arbeitnehmervertreter jetzt langsam genug. Das alles schadet dem Konzern und den Arbeitsplätzen.“

Zuletzt hatte es Kritik gegeben, weil Christine Hohmann-Dennhardt zu ihrem Abschied eine Zahlung von über 12 Millionen Euro nach nur gut einem Jahr Arbeit als VW-Vorstand für Integrität und Recht erhält.

Nach „Spiegel“-Informationen muss sich Winterkorn, der im September 2015 über den Abgas-Skandal gestürzt war, inzwischen gegen weitere Vorwürfe im Zusammenhang mit den Diesel-Manipulationen wehren. Der frühere Konzernpatriarch und Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch habe Winterkorn Ende 2016 mit einer Aussage bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig belastet, schrieb das Magazin.

Demnach soll Winterkorn doch schon früher als von ihm eingeräumt vom Abgasbetrug erfahren haben - nach einem Hinweis und einer Ansprache durch Piëch. Zuletzt hatte Winterkorn ein solches Wissen im Untersuchungsausschuss des Bundestags erneut verneint. Die Braunschweiger Staatsanwälte ermitteln inzwischen gegen ihn wegen des Verdachts des Betrugs und der Marktmanipulation.

Winterkorns Anwälte teilten der Deutschen Presse-Agentur mit, ihr Mandant habe „erst vor wenigen Tagen von der Existenz einer weitergehenden Aussage des ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden, Prof. Dr. F. Piëch, erfahren“. Winterkorn kenne jedoch noch keine Details. „Herr Winterkorn wird sich zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen – und damit auch zu dieser Aussage – äußern, sobald ihm die Akten der Staatsanwaltschaft Braunschweig zur Einsicht vorgelegen haben.“

dpa

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