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Wirtschaft VW will CO2-neutral werden – Umbau in Produktion und Verwaltung
Nachrichten Wirtschaft VW will CO2-neutral werden – Umbau in Produktion und Verwaltung
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20:02 12.03.2019
Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender von Volkswagen (VW), sitzt beim VW Konzernabend im Vorfeld des Genfer Autosalon in einem VW ID. Buggy Showcar, das dort präsentiert wurde. Quelle: Uli Deck/dpa
Wolfsburg

VW will zum CO2-neutralen Unternehmen werden. Dazu gehören mehr Elektroautos als bisher geplant, aber auch ein Umbau in Produktion und Verwaltung.

Konzernchef Herbert Diess verbindet das allerdings mit der Forderung nach weiteren Einsparungen. „Um die notwendigen Investitionen für die E-Offensive tätigen zu können, müssen wir unsere Effizienz und unsere Performance in allen Bereichen weiter steigern“, sagt. Er stellt am Vormittag in Wolfsburg die Bilanz für 2018 vor.

+++ Verfolgen sie hier den Blog zum Geschäftsbericht 2018 +++

Bisher hatte VW für die nächsten zehn Jahre 50 neue Modelle mit Elektroantrieb angekündigt, die ersten sollen noch in diesem Jahr präsentiert werden und 2020 zu kaufen sein.

Verkaufsziel 22 Millionen Stück

Jetzt kündigt Diess 70 solcher Autos an und will davon in der Dekade bis 2030 insgesamt 22 Millionen Stück verkaufen – statt bisher geplanter 15 Millionen. Fast die Hälfte der neu verkauften Autos hätten dann einen Elektromotor an Bord.

Nach dem Diesel-Skandal hatte VW schon im vergangenen Herbst eine komplett neue Strategie und investiert Milliarden in E-Mobilität. Nun wird noch einmal nachgelegt.

Bis 2050 soll VW CO2-neutral arbeiten

Die neuen Modelle sollen nur ein Teil der E-Offensive sein. Gleichzeitig will der Konzern in allen Bereichen und auch bei Zulieferern den Kohlendioxidausstoß drücken.

Bis 2050 soll VW CO2-neutral arbeiten – wo das technisch nicht möglich ist, soll es Ausgleichsmaßnahmen geben. „Auf dem Weg zur vollständigen Dekarbonisierung bis 2050 hat der Volkswagen Konzern in allen Bereichen Meilensteine festgelegt, die in den nächsten Jahren erreicht werden sollen“, sagt Diess. Dabei will er auch die Zulieferer in die Pflicht nehmen, vor allem bei der Herstellung von Stahl und Aluminium gebe es noch Potenzial.

Aufforstung von Mooren, Kauf von Emissionszertifikaten

Das erste E-Auto der neuen Generation, der in Zwickau gebaute ID, soll „bilanziell CO2-neutral“ verkauft werden. Das bedeutet, dass VW die CO2-Mengen, die bei der Produktion unvermeidlich entstehen, an anderer Stelle ausgleicht – zum Beispiel durch Aufforstung oder durch Wiederbefeuchtung von Mooren. Denkbar wäre auch der Kauf von Emissionszertifikaten.

Damit dürfte dem Konzern gleichzeitig eine neue Debatte um Kosten und Arbeitsplätze ins Haus stehen. Denn Diess kündigt den zusätzlichen Kraftakt an, während das Unternehmen gleichzeitig seinen Renditezielen hinterherläuft.

2018 sei zwar ein „erfolgreiches Jahr“ für VW gewesen, sagt Diess, aber „jetzt gilt es, die Anstrengungen noch zu verstärken“. Er arbeitet intern bereits am nächsten Sparprogramm, von dem der Betriebsrat allerdings nichts wissen will.

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Von Stefan Winter/RND

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