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Wirtschaft Volkswerft-Kauf: Nordic wartet auf Bewerbungen
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02:27 24.04.2014
Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann
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Schwerin

Erst tat sich 601 Tage lang so gut wie nichts, jetzt geht plötzlich alles ganz schnell: In den Verkauf der insolventen Volkswerft Stralsund kommt Bewegung. Der künftige Besitzer des Schiffbaubetriebes, die Nordic-Werften in Wismar und Warnemünde, wartet nach Angaben der Unternehmensleitung bereits auf erste Bewerbungen. Vor allem die 50 Konstrukteure, die ab dem 1. Mai ohne Anstellung sind, sollen schnellstmöglichst ihre Papiere einreichen, um zeitnah in das neue Anstellungsverhältnis zu gelangen, hieß es.

Die 23 Auszubildenden und deren zwei Ausbilder müssen sich unterdessen keine Sorgen über eine zwischenzeitliche Arbeitslosigkeit machen. Sie bleiben bis zum 1. Juni, dem Tag der offiziellen Übernahme durch Nordic, unter der Obhut der Insolvenzverwaltung.

Wie die OZ aus Kreisen des Gläubigerausschusses erfuhr, wird der Kaufvertrag zwischen Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann und den Nordic Yards unter ihrem russischen Eigner Witali Jussufow spätestens am 9. Mai unterschrieben sein. Der Fahrplan für die kommenden Tage ist bereits festgezurrt. Danach laufen in der nächsten Woche die Endverhandlungen. Nordic hat noch bis Anfang Mai die Möglichkeit, Änderungen in den Vertrag, sogenannte Mark Ups, einzupflegen.

Danach beginnt das Ausverhandeln der letzten Details. Vor allem die Landesregierung, aber auch die Gewerkschaften legen nach Angaben von Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) großen Wert auf das Einhalten bestimmter Zusagen. So soll Nordic bis Ende des Jahres mindestens 250 Beschäftigte eingestellt haben — und zwar mit Tarifverträgen. Zu klären sei auch noch, ob das Aufstocken der Belegschaft auf 500 Mitarbeiter bis spätestens Anfang oder doch erst bis Ende 2017 abgeschlossen sein soll.

Ebenfalls zugesagt werden müsse das Abtreten der Franzenshöhe, eines Teils der Volkswerft-Fläche, für das Ausweisen eines maritimen Gewerbeparks. Trotz der Absage des Kranbauers Liebherr will das Land an seinem Plan festhalten, neben Nordic Yards am Sund weitere Unternehmen aus dem Bereich Offshore anzusiedeln, um dadurch den Standort zu stärken.

In der Woche zwischen dem 5. und dem 9. Mai entscheidet abschließend der Gläubigerausschuss, dem neben dem Land als Hauptgläubiger sowie den Banken auch Vertreter der Arbeitnehmer angehören, über die Zustimmung zum Vertrag. Die Grundpfandgläubiger, also das Land sowie die Gläubigerbanken Nord LB und KfW Ipex, müssen schließlich noch die Grundstücke freigeben. Beides gilt als Formsache.

Vorgestern hatte die rot-schwarze Landesregierung offiziell verkündet, einem Verkauf an Nordic zuzustimmen. Der Kaufpreis liegt bei fünf Millionen Euro plus weiteren 1,5 Millionen Euro, sollte sich die wirtschaftliche Lage der Volkswerft positiv entwickeln. Nordic will bis zu 15 Millionen Euro in Stralsund investieren. Wie in Wismar und Warnemünde sollen nach Angaben von Nordic Yards auch in Stralsund vor allem Anlagen für Windparks auf See — wie etwa Umspannplattformen — gebaut werden. Neue Aufträge seien in der Endabstimmung. Nordic gilt als Weltmarktführer sogenannter Converterplattformen, die auf hoher See das Einspeisen von Windstrom in neue Höchstspannungsnetze gewährleisten sollen. Zudem will Nordic auch „hochgerüstete Offshore-Spezialschiffe“ bauen. Ob Jussufow weitere Aufträge aus Russland über den Bau von Spezialschiffen an Land ziehen wird, ist zurzeit noch unklar.

Zurzeit noch 1170 Mitarbeiter an zwei Standorten
Nordic Yards ist eine russische Werftengruppe mit Sitz in Wismar. Neben dem Schiffbau ist Nordic Hersteller und Entwickler maritimer Konstruktionen für Windparks auf See. Zu Nordic gehören die Töchter Nordic Yards Wismar und Nordic Yards Warnemünde. Das Unternehmen beschäftigt an beiden Standorten 1170 Mitarbeiter. Es konzentriert sich auf Spezialschiffe wie eisbrechende Schiffe und Spezial-Tanker sowie Offshore-Projekte.



Jörg Köpke

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