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Wirtschaft Weihnachtsgeschenke umtauschen: Das sollten Sie bei der Rückgabe beachten
Nachrichten Wirtschaft Weihnachtsgeschenke umtauschen: Das sollten Sie bei der Rückgabe beachten
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07:19 27.12.2018
Nicht jedes Weihnachtsgeschenk passt: Für den Umtausch haben Kunden in der Regel 14 Tage Zeit. Quelle: Franziska Gabbert/dpa-tmn
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Hannover

Nicht immer gefällt den Beschenkten, was sie unter dem Weihnachtsbaum finden. Farbe oder Größe passen nicht, das Geschenk gefällt nicht oder ist gleich in doppelter Ausführung vorhanden. Manchmal weisen Geschenke auch Schäden auf. Wer dann seine Rechte kennt und den Kassenzettel noch besitzt, kann unter bestimmten Voraussetzungen die Ware umtauschen oder ganz zurückgeben.

Nach dem vorweihnachtlichen Einkaufsstress suchen daher zahlreiche Menschen erneut die Geschäfte auf, um ihre Geschenke umzutauschen. Dabei sind einige Regeln zu beachten.

In welchen Fällen gilt das 14-Tage-Widerrufsrecht?

Grundsätzlich gilt: Gekauft ist gekauft. Im stationären Handel gibt es kein generelles Recht auf Umtausch oder Rücknahme. Die meisten Geschäfte zeigen sich jedoch kulant und nehmen sogar ausgepackte Waren zurück. Händler dürfen die Regeln für den Umtausch ihrer Ware frei gestalten. Daher ist es hilfreich, sich bereits beim Kauf über die Optionen zu informieren. Oft sind die Bedingungen auf der Rückseite des Bons zu finden. So kann es etwa sein, dass der Kunde statt des bezahlten Geldes nur einen Gutschein erhält.

Bei der 14-Tages-Frist zählt übrigens jeder Tag. Sonn- und Feiertage werden also mitgerechnet. Fällt das Fristende auf einen Sonnabend, Sonntag oder Feiertag, tritt an dessen Stelle aber der nächste Werktag.

Andere Regeln gelten für den europäischen Online-Handel: Hier greift ein allgemeines Widerrufsrecht. Wenn der Kunde die Ware innerhalb von 14 Tagen zurückschickt, muss der Händler ihm den gezahlten Preis im Zeitraum von 30 Tagen erstatten.

Welche Artikel kann ich zurückgeben?

Verderbliche Produkte, Waren, deren Kartons beim Öffnen stark beschädigt wurden, benutzte Parfüms oder geöffnete DVDs, Softwares und Computerspiele, deren Siegel beschädigt wurden, werden in der Regel nicht zurückgenommen. Bei Kleidung sollten die Etiketten nach Möglichkeit noch vorhanden sein.

Auch bei reduzierten Artikeln gelten besondere Regeln. Wenn ein niedriger Preis ausdrücklich mit „Ware mit kleinen Fehlern“, „2. Wahl“ oder „Fehlfarben“ begründet wird, können Sie sich später nicht auf den Fehler an der Ware berufen.

Wenn der Artikel jedoch einen einwandfreien Zustand aufweist, nehmen viele Geschäfte die Stücke zurück. Artikel wie Dessous, Piercing- und Ohrschmuck können nach dem Anprobieren aus hygienischen nicht umgetauscht werden. Auch individuell gefertigte Geschenke wie Posterdrucke, Fototassen oder Ähnliches werden nur bei fehlerhafter Produktion zurückgenommen.

Kann ich Konzertkarten und Tickets umtauschen?

Schwieriger hingegen wird es bei Geschenken wie Konzertkarten oder anderen Tickets. Meist sind die Käufe – sowohl online als auch stationär – vom Umtausch ausgeschlossen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann dies nur vor dem Kauf tun. Plattformen wie Eventim oder Ticketmaster, aber auch Fluggesellschaften bieten für einen Aufpreis eine Ticketversicherung an. In einigen Fällen können die erworbenen Karten dann zurückgegeben werden.

Doch Vorsicht: Bei vielen Anbietern gelten bestimmte Konditionen, nicht jedes Ereignis berechtigt zur Rückgabe oder zum Umtausch. Zudem können in einigen Fällen Atteste oder andere Nachweise erforderlich sein.

Kassenbon mitbringen

Über die Quittung kann der Kunde belegen, dass er die Ware innerhalb der Umtausch-Frist in dem entsprechendem Geschäft erworben hat. Wie Stiftung Warentest berichtet, reicht bei Verlust des Bons auch eine Kartenabrechnung oder eine Person, die den Kauf bezeugen kann. Ganz ohne Beleg können die Händler die Rücknahme verweigern.

Online-Rücksendungen

In Europa gilt für Internetbestellungen ein allgemeines Rückgaberecht von 14 Tagen. Die Widerrufspflicht beginnt am Tag des Eintreffens. Der Kunde muss den Widerruf in der Rücksendung deutlich erklären. Entweder auf den dafür vorgesehenen Formularen, die der Sendung beiliegen, oder auf einem eigenen Schreiben, auf dem die Bestellnummer und das Datum angegeben sind. Ein Grund für die Rücksendung ist nicht erforderlich.

Bewahren Sie Ihren Aufgabebeleg von Post oder Paketdienst auf, um gegebenenfalls beweisen zu können, dass Sie die Ware innerhalb der Frist zurückgesendet haben. Seit Juni 2014 können Online-Händler die Kosten für die Retoure-Sendung an den Kunden weitergeben. Allerdings müssen diese vorab darüber informiert werden. Bei großen Versandhändlern sind die Rücksendung jedoch nach wie vor kostenlos.

Andere Regeln gelten bei dem Privatverkauf im Netz. Hier schließen die Verkäufer eine Rücknahme der Ware meist aus. Das Widerrufsrecht gilt nur für gewerbliche Händler.

Wie kann ich einen Amazon-Artikel umtauschen?

Alle Artikel, die zwischen dem 1. November und dem 31. Dezember 2018 von Amazon versandt wurden, können bis einschließlich 31. Januar 2019 zurückgegeben werden. Haben Kunden einen falschen oder beschädigten Artikel erhalten, können sie diesen kostenfrei zurücksenden. Wenn das bestellte Produkte teurer als 40 Euro ist und der Kauf innerhalb von 14 Tagen widerrufen wurde, ist die Retoure ebenfalls umsonst. Bekleidung, Schuhe, Handtaschen, Schmuck oder Uhren fallen unter die 30-tägige Rückgabegarantie und können gratis zurückgesendet werden.

Mängel nach Ablauf der Umtausch-Frist

Auch nach Ablauf der Umtausch-Frist haben Kunden die Möglichkeit, defekte Geschenke zurückzubringen. Wenn der neue Fernseher streikt, die wasserabweisende Uhr nicht wasserabweisend ist oder die edle Tasche nach zwei Wochen reißt, liegen Mängel vor. Der Käufer kann in diesem Falle eine sogenannte Nacherfüllung einfordern. Der Händler muss das Produkt innerhalb einer Frist umtauschen oder reparieren. Sollte der Verkäufer dies nicht erfüllen, kann der Kunde sein Geld zurückverlangen.

Wie lange kann ich defekte Ware zurückbringen?

Die Nacherfüllung gilt für einen Zeitraum für zwei Jahre. Im ersten halben Jahr liegt die Beweislast bei den Händlern und sie müssen belegen, dass die Ware beim Kauf einwandfrei war. Anschließend muss der Kunde beweisen, dass der Fehler bereits beim Kauf vorlag.

Alternativen zum Umtausch

Lässt sich ein Geschenk nicht mehr umtauschen, gibt es andere Wege, Geld oder ein anderes Produkt zurückzuerhalten. Auf Portalen wie Shpock, ebay Kleinanzeigen oder Facebook Marketplace können die Waren zum Tausch oder Verkauf in der Nähe angeboten werden. So spart man sich den Aufpreis für Versandkosten. Auch können Geschenke wie Kleidungsstücke oder Elektrogeräte an gemeinnützige Einrichtungen gespendet werden.

Von RND/dpa/epd/mkr

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