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Wissen Auf Kreuzfahrt: So können Sie sich vor dem Norovirus schützen
Nachrichten Wissen Auf Kreuzfahrt: So können Sie sich vor dem Norovirus schützen
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13:00 07.06.2019
Viele Passagiere auf engem Raum: Noroviren verbreiten sich auf Kreuzfahrtschiffen schnell. Quelle: Pixabay (Symbolbild)
Hannover

Der Norovirus auf Kreuzfahrten macht immer wieder Schlagzeilen – denn Kreuzfahrtschiffe sind durch die vielen Menschen auf engem Raum geradezu prädestiniert für die Ausbreitung einer Magen-Darm-Erkrankung.

Noroviren: Weit verbreitet und gefürchtet

Noroviren sind weltweit verbreitet und für einen Großteil der nicht bakteriell bedingten Gastroenteritiden, also Magen-Darm-Entzündungen mit Erbrechen und Durchfall, verantwortlich. Der indirekte oder direkte Nachweis des Norovirus wird dem Gesundheitsamt gemeldet. Laut Meldedaten des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) sind Kinder unter fünf Jahren und ältere Menschen über 70 besonders oft betroffen. Für sie kann der hohe Flüssigkeitsverlust bei einer Infektion gefährlich werden.

Magen-Darm-Erkrankung: Typische Symptome

Die bekanntesten Symptome einer Infektion mit Noroviren sind schwallartiges Erbrechen und Durchfall. Zusätzlich kann es zu Bauch-, Kopf- und Gliederschmerzen kommen. Bei einigen Erkrankten kommt es außerdem zu leichtem Fieber.

Ansteckungsgefahr: Der Infektionsweg von Noroviren

Die Ansteckung mit dem Norovirus erfolgt leicht über den direkten Kontakt zu Erkrankten, verunreinigten Gegenstände oder Lebensmitteln. Besonders problematisch sind laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) aber die virushaltigen Tröpfchen, die durch das schwallartige Erbrechen ausgeschieden werden: Sie sind die Ursache der schnellen Verbreitung von Noroviren in Gemeinschaftseinrichtungen, zum Beispiel Kindergärten sowie Altersheimen, oder auf Kreuzfahrtschiffen. Die Inkubationszeit beträgt sechs bis 50 Stunden.

Norovirus: Wie kann ich mich auf Kreuzfahrten schützen?

Auf Kreuzfahrtschiffen breiten sich Noroviren schnell aus. „Um sich zu schützen, ist die Einhaltung von Hygienemaßnahmen wichtig“, erklärt Wolf Groth, Allgemeinmediziner vom Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin. „Dazu gehört vor allem das Händewaschen nach dem Toilettengang und vor dem Essen.“ Zusätzlich könne man die Desinfektionsspender vor Speisesälen nutzen.

Passagiere eines Kreuzfahrtschiffes, auf dem das Norovirus im Umlauf ist, sollten außerdem darauf achten, sich nicht ins Gesicht zu fassen oder mit kontaminierten Flächen in Berührung zu kommen. Das gilt zum Beispiel für den Toilettengang. „Insofern es möglich ist, sollte man stets seine eigene Toilette nutzen“, so Groth. Außerdem tabu: ständiges Händeschütteln. Auch wenn man auf einer Kreuzfahrt schnell neue Leute kennenlernt, sollte man, wenn Noroviren im Umlauf sind, darauf verzichten.

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Ansteckendes Virus: Fairness gegenüber anderen Passagieren

Vielen fällt es schwer, nach einer Infektion auf der teuer bezahlten Kreuzfahrt in der Kabine zu bleiben. Das ist oft ein Problem, denn: „Auch wenn die Symptome abklingen, ist das Virus noch rund zwei Tage ansteckend“, so Groth. Bei einem größeren Ausbruch der Noroviren stellen einige Kreuzfahrtgesellschaften betroffene Passagiere deshalb sogar unter Zwangsquarantäne.

Magen-Darm-Grippe: Schutz im Alltag ähnlich

Eine Impfung gegen Noroviren gibt es nicht – umso wichtiger ist die konsequente Einhaltung von Hygienemaßnahmen in Gemeinschaftseinrichtungen. Um sich nicht mit kontaminierten Speisen anzustecken, sollten gerade Meeresfrüchte gut durchgegart sein. Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt außerdem:

• Um sich nicht durch die virushaltigen Tröpfchen anzustecken, sollten Erkrankte isoliert werden.

• Das Tragen eines Schutzkittels, Atemschutzes und von Handschuhen, wenn man in Kontakt mit Erkrankten tritt, ist unabdingbar.

• Ein regelmäßiges Händewaschen ist sowohl für den Patienten als auch als Schutzmaßnahme wichtig.

• Patientennahe Flächen, Toiletten, Waschbecken und Türgriffe sollten desinfiziert werden.

• Bettwäsche sollte als infektiöse Wäsche in einem geschlossenen Wäschesack transportiert und in einem Waschverfahren über 60 Grad gereinigt werden.

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Von RND / Jessica Orlowicz

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