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Nachrichten Wissen Der Klimawandel lässt in Österreich Palmen wachsen
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14:53 31.07.2019
Hanfpalmen in einem Laubwald im Tessin. Quelle: Brigitte Marazzi
Wien

Palmen wachsen nicht mehr nur in südlichen Breiten, sondern inzwischen auch in Mitteleuropa. Forscher haben in Österreich verwilderte Exemplare der aus China stammenden Hanfpalme entdeckt. „Es ist der Beginn einer sich vermutlich weiter fortschreitenden Ausbreitung – vorausgesetzt, die Winter bleiben mild oder werden noch milder“, erläutert der Ökologe Franz Essl von der Universität Wien die Ergebnisse seiner Studie, die er im Fachjournal „BioInvasions Records“ vorstellt. Die Entwicklung stehe eindeutig im Zusammenhang mit dem Klimawandel.

Es handelt sich demnach um den ersten Nachweis der Hanfpalme (Trachycarpus fortunei) in Österreich. Weitere Vorkommen gebe es in Südtirol und im Tessin in der Schweiz, wo verwilderte Exemplare auf der Südseite der Alpen schon in Wälder eindringen, schreibt Essl. Auch in Deutschland seien Vorkommen bei Mainz bereits beschrieben worden, sagt er, ebenso im Elsass.

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Hanfpalmen sind nicht eingewandert, sondern ausgebüxt

Essl beschreibt in seiner Studie sechs Palmen-Standorte in Österreich, vorwiegend in der Hauptstadt Wien. Die Pflanzen finden dort demnach ein mildes Klima vor: Infolge des Klimawandels seien seit 2010 in der Innenstadt die Winter-Tiefsttemperaturen nicht unter minus 15 Grad gefallen. Solchen Frost könnten Hanfpalmen überstehen. Auch in Luftenberg in Oberösterreich sowie im niederösterreichischen Bad Deutsch-Altenburg wurden schon Palmen gesichtet.

Hanfpalmen in einem Laubwald im Tessin. Quelle: Brigitte Marazzi

Der Studie zufolge handelt es sich bislang noch um kleine Vorkommen. An den sechs Standorten seien jeweils Jungpflanzen dokumentiert worden. „Das sind noch keine Bäume“, erläutert Essl. Die Palmen seien nicht etwa aus ihrer asiatischen Heimat eingewandert, sondern seien quasi ausgebüxt. Es handele sich um verwilderte Exemplare von Hanfpalmen, die als Ziergewächse in Gärten oder Töpfen angepflanzt wurden. „Die Palmen können sich bei uns reproduzieren. Wenn ihre Samen dann an geeignete Standorte gelangen, können sie mittlerweile auch keimen und überwintern“, sagt Essl.

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Bisher gab es nur zwei wilde Palmenarten in Europa

Er schreibt: „Angesichts dessen, dass sich der ausgeprägte Trend zur Erwärmung der letzten beiden Jahrzehnte in Mitteleuropa höchstwahrscheinlich fortsetzt, ist anzunehmen, dass Trachycarpus fortunei in Österreich (und darüber hinaus) häufiger wird, Populationen länger leben und mehr natürliche Standorte besiedeln werden.“

Bislang gab es zwei wilde Palmenarten in Europa. Diese kommen nur im Mittelmeerraum vor, in Spanien, Italien und Griechenland.

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Von RND/dpa

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