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11:29 01.08.2019
Die Blüten der Malven haben eine schlichte Schönheit und sind oft mit einem feinen Strichmuster akzentuiert. Quelle: Franziska Gabbert/dpa-tmn
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Bonn/ Veitshöchheim

Ein schlichtes Kleid ist meist besonders stilvoll und schön. Was für die Mode gilt, gilt auch für so manche Blüte – wie die der Malve. Ihre fünfblättrigen Blüten haben eine einfache Schönheit, oft nur mit einem feinen Strichmuster oder einer andersfarbigen Mitte akzentuiert. Sie fallen aber auch durch einen aufrechten und hohen Wuchs auf.

Hibiskus: Blüten auf Hawaii-Hemd

Von den Malvengewächsen (Malvaceae) gibt es viele Vertreter, auch der beliebte Hibiskus gehört dazu. Seine Blüten finden sich auf dem klassischen Hawaii-Hemd. Auch viele der hierzulande üblichen Arten kann man daran ausmachen, dass ihre Blüten denen des Tropengewächses ähneln.

Stockmalve: Typisch im Bauerngarten

Ein weiteres bekanntes Mitglied der Malvengewächse ist die Stockmalve (Alcea rosea), die auch Stockrose genannt wird. Sie kann eine Höhe von über zwei Metern erreichen und ihre Blüten tragen allerlei Farben – nur nicht blau.

Als zweijährige Pflanze bildet sie im ersten Jahr lediglich eine Blattrosette aus und setzt im zweiten Jahr an einem geraden Stängel eine Vielzahl von Blüten an. Die Stockmalve findet sich häufig im typischen Bauerngarten. „Dort ist sie eine der Pflanzen, die gerne an einem Holzzaun angelehnt in die Höhe ranken“, erzählt Andre Stade vom Bund deutscher Staudengärtner.

Blütenpracht: Abhängig von den Umständen

Manche heimische Vertreter der Malvengewächse lassen sich noch immer am Wegesrand finden – allen voran die Wilde Malve (Malva sylvestris) und die kleinere Weg-Malve (Malva neglecta). Während die letztere im Garten kaum relevant ist, finde sich die Wilde Malve aber auch in Samenmischungen, berichtet Marianne Scheu-Helgert von der Bayerischen Gartenakademie.

Malven eignen sich im Grunde für jeden Gartenboden und benötigen darin wenig Pflege“, erläutert Erika Brunken von der Niedersächsischen Gartenakademie. Die Ausprägung der Blütenpracht ist allerdings von den Umständen abhängig: „Besonders die stärker wachsenden Vertreter benötigen gute Bedingungen“, sagt Scheu-Helgert. Da sie während der Vegetationsperiode viele Nährstoffe brauchen, empfiehlt sich hier ein reichhaltiger, durchlässiger Boden und außerdem eine Kompostgabe.

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Moschusmalve: Gut für Erstbepflanzungen

Für eher nährstoffarme Böden ist die Moschusmalve (Malva moschata) ein Tipp. „Sie ist ein echter Bodenpionier“, sagt Stade. Solche Pflanzen eignen sich in der Regel gut, um bisher noch nicht bepflanzte Böden erstmals zu besetzen.

Die Moschusmalve trägt rosafarbene oder weiße Blüten in Büscheln und erreicht etwa eine Höhe von 60 Zentimetern. „Mit ihr lassen sich gut Lücken ausfüllen“, erklärt Brunken. Da diese Malve stark ihre Samen verbreitet, kann es im Frühjahr allerdings nötig sein, einzelne Pflanzen zu entfernen.

Große Malven: Oft nicht standfest

Wichtig ist für größere Malven-Exemplare eine Stütze oder eine Lehne wie ein Gartenzaun, da sie oftmals nicht standfest sind. Malven bilden auch häufig tiefe Wurzeln, daher ist ein Standort mit tiefgründiger Bodenstruktur gut. Das hat seine Vorteile: Die Pflanzen können gelegentliche Trockenphasen gut überstehen, da sie sich mit Wasser aus der Tiefe versorgen können.

Buschmalve: Intensives Blühen

Es gibt aber auch eine Lösung für Töpfe, in denen das Raumangebot natürlich begrenzt ist: Die Buschmalve (Lavatera-Hybriden). Sie erblüht besonders intensiv. Schneidet man zusätzlich die welken Blüten ab, bilden sich bald neue. Gartenexpertin Brunken schätzt ihre ungewöhnlichen Blütenfarben: Es gibt auch Varianten in Flieder oder in Weiß mit dunkelrotem Grund. Ihr Manko: Mit Frost kann die Buschmalve zwar umgehen, doch einen Winterschutz sollte es vorsorglich geben.

Malvenrost: Entsteht bei feuchten Blättern

Grundsätzlich ein Problem unter Malven ist eine Pilzkrankheit mit braunen Flecken auf den Blättern namens Malvenrost. Um ihm vorzubeugen, muss der Hobbygärtner der Malve helfen, dass ihre Blätter nach einem Regen oder dem Gießen schnell abtrocknen können.

Daher sollten die Pflanzen nicht zu dicht beieinander stehen und möglichst am Wurzelansatz gegossen werden. „Besonders geeignet ist für Malven auch ein sonniger Standort, an dem ein leichter Wind durchziehen kann“, erklärt Brunken. Sind Blätter befallen, entfernt man sie besser sofort.

Es gibt aber noch eine Lösung für Hobbygärtner: Eine Kreuzung zwischen Stockrose und Eibisch, der ebenfalls zu den Malven gehört, ist robuster und weniger anfällig für den Malvenrost. Ihr Name: Die Bastardmalve (Alcalthaea).

Anpflanzen: Frühjahr oder Herbst

Mehrjährige Malven-Sorten lassen sich ab September oder im Frühjahr pflanzen. Dabei bietet sich für frostunempfindliche Vertreter der Herbst an, während frostempfindliche Arten besser ab Frühjahr gedeihen. Zum Winter hin sollten die alten Pflanzen bis auf ein Drittel zurückgeschnitten und mit Laub bedeckt werden.

Schnittblume: Eine Malve für die Vase

Als Schnittblume empfiehlt Erika Brunken von der Niedersächsischen Gartenakademie die einjährige Bechermalve (Lavatera trimestris). Diese etwa 50 Zentimeter hohe Pflanze passt gut in ein Beet mit anderen einjährigen Blumen wie Sommerastern, Zinnien und Kornblumen.

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Von RND/dpa

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