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16:04 29.07.2019
Es bräuchte eine Fläche größer als Indien, die aufgeforstet werden muss, um den Overshoot Day nach hinten zu verschieben. Quelle: Herbert Pfarr/dpa
Hannover

Die Menschen haben die natürlichen Ressourcen der Welt für dieses Jahr aufgebraucht – zumindest rein rechnerisch. Nach neuen Berechnungen der Denkfabrik Global Footprint Network lag der „Earth Overshoot Day 2019“, der Erdüberlastungstag, damit gleichauf mit 2018 auf dem 29. Juli. In den vergangenen zwei Jahrzehnten rückte er aber immer weiter nach vorn.

Insbesondere der Lebensstil der reichen Industrienationen trägt zu dem frühen Verbrauch bei. Deutschland liegt weit vorne – dessen Ressourcen waren schon am 3. Mai aufgebraucht. Qatar ist Spitzenreiter, dort waren die Ressourcen bereits am 11. Februar verbraucht.

Wachsender Handlungsdruck auf Politik

Angesichts der drastischen Berechnungen mahnt die Natur- und Umweltschutzorganisation WWF einen schonenden Umgang mit den weltweiten Ressourcen an. Neben der maßgeblichen Forderung – der Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energieträger – könne auch jeder Einzelne dazu beitragen, den Welterschöpfungstag nach hinten zu verschieben: „Mit jedem Mensch, der sich für die Vielfalt dieses Lebens auf diesem Planet einsetzt, wächst der Handlungsdruck auf die Politik – das ist gut so. Umweltschutz ist kein Wirtschaftshemmnis sondern Grundlage für künftige stabile ökonomische Systeme,“ sagt WWF-Sprecherin Wiebke Elbe.

Wie das im Detail funktionieren könnte, hat der WWF in sechs Punkten zusammengefasst.

1. Ernährung überdenken

Dem WWF zufolge könnte der Overshoot Day um fünf Tage nach hinten verschoben werden, würde der globale Fleischkonsum um 50 Prozent reduziert werden. Aber nicht nur der Konsum von Fleisch sei ein Klimakiller. „Der Anbau von Palmöl, Soja für die Tierfütterung, Kautschuk, Kakao, sowie die Rinderhaltung heizt die Rodungen weltweit an. Wir fordern den EU-weiten Importstopp für Waren und Agrar-Rohstoffe, für deren Herstellung Wald vernichtet wurde“, sagt Elbe. Was also tun? Vor allem der Verzehr von saisonalen Bio-Lebensmitteln oder aus dem heimischen Anbau trage zum Klima- und Umweltschutz bei, rät die WWF-Expertin.

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2. Der Natur helfen

Das Stichwort lautet: Aufforstung. Der Overshoot Day könne um acht Tage verschoben werden, wenn 350 Millionen Hektar Wald wieder aufgeforstet werden würden, hat der WWF errechnet. Das ist allerdings eine Fläche, die größer ist als das gesamte Indien. Privatleute können der Natur bestenfalls mit einem naturnahen Garten helfen, indem sie der Natur freien Lauf lassen. Somit kümmern sie sich um Lebensräume für Tiere und Pflanzen.

3. Nachhaltig reisen

Auf den Urlaub verzichten muss niemand – ihn nachhaltiger gestalten, würde aber schon eine Menge ausmachen. Wer nachhaltig reisen will, kann vor Ort zum Beispiel auf lokale und biologisch angebaute Lebensmittel setzen. Laut WWF hilft es außerdem, kleine Hotels aufzusuchen und alternative Transportmittel zu nutzen. Und natürlich sollten sich Urlauber auch die Frage stellen, ob es unbedingt die Bahamas sein müssen oder ob Borkum ausreicht. Je näher dran, desto umweltfreundlicher.

4. Transport-Alternativen nutzen

Auch die Fahrt ins Urlaubsland ließe sich nachhaltiger gestalten, in dem man beispielsweise den Zug, statt das Flugzeug nutzt. Im Alltag lobt Ebel, dass immer mehr Menschen umdenken:“Jeder kann im Alltag etwas zum Klima- und Umweltschutz beitragen, was immer mehr Menschen tun, sie steigen auf das Rad statt ins Auto.“

Der WWF rechnet um eine Verschiebung des Overshoot Days um 12 Tage, wenn die Menschen halb so viel mit dem Auto fahren würden.

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5. Lebensmittel sparen

Die Lebensmittelverschwendung nimmt weltweit zu. Laut WWF-Studie landen rein rechnerisch alle bis zum 2. Mai produzierten Lebensmittel auf dem Müll. Würden die Lebensmittelabfälle um die Hälfte halbiert, würde der Overshoot Day um elf Tage nach hinten rücken, so die Berechnung.

Der WWF rät, vor dem nächsten Einkauf einen Kühlschrank- und Vorratskammercheck durchzuführen. Das Mindesthaltbarkeitsdatum sei kein Stichtag zum Wegwerfen – vielfach seien Lebensmittel auch danach noch einwandfrei.

6. Kleidung bewusst kaufen

Auch beim Shoppen rät der WWF zu mehr Bewusstsein. Denn das Produzieren von Kleidung ist ebenfalls eine Belastung für das Klima. Daher der Tipp, den Kleiderschrank ganz bewusst durchzuschauen und sich zu fragen: Welche Kleidungsstücke sind zeitlos und dürfen bleiben? Und: Besser leihen und teilen, statt neu kaufen.

„Die Hose darf gerne secondhand sein statt neu von der Stange – so verändern sich stetig Konsummuster. Unsere Kaufentscheidungen bringen Unternehmen in Handlungszwang, genau darin liegt eine große Gestaltungskraft“, resümiert WWF-Sprecherin Elbe.

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Von RND/ame

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