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Eine Minute Biologie mit der OZ: Miesmuscheln sind die Wasserfilter der Ostsee

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15:45 10.12.2021
Miesmuscheln
Miesmuscheln Quelle: Stefanie Adomeit
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Rostock

Sie gehört zum Strand der Ostsee, genauso wie der Sand und die Steine – die Miesmuschel. Manch einer nennt sie auch Pfahlmuschel. „Bei uns werden die Miesmuscheln maximal fünf Zentimeter lang“, sagt Lisa Buckow, Studentin der Biologie und Germanistik an der Universität Rostock und angehende Lehrerin. In der Nordsee werden sie aufgrund des höheren Salzgehaltes des Wassers doppelt so groß.

Miesmuscheln können sogenannte Byssus-Fäden produzieren, mit denen sie sich am Boden festsetzen. Passt ihnen der Standort nicht mehr, können die Muscheln sich wieder lösen und umziehen. Die klebrigen Fäden sind für Wissenschaftler spannend, da mit so einem „Kleber“ auch in feuchter Umgebung haltbare Verbindungen hergestellt werden können, etwa im chirurgischen Bereich.

Lisa Buckow, Studentin der Biologie an der Universität Rostock Quelle: privat

Miesmuscheln können 120 Jahre alt werden

„Fremdkörper verfangen sich gern in den Fäden, zum Beispiel Algen. Dann sehen die Miesmuscheln so aus, als ob sie Moos angesetzt hätten“, sagt die 27-jährige Lisa Buckow. Das Wort „Mies“ stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet Moos. Demzufolge ist die Miesmuschel in Wirklichkeit eine Moosmuschel, was schon wesentlich liebevoller klingt.

Miesmuscheln können bis zu 120 Jahre alt werden und jedes Exemplar kann pro Tag bis zu zwei Liter Wasser filtern. „Die Schadstoffbelastungen der Ostsee in den vergangenen Jahrzehnten dezimierte den Bestand der schwarzen Muscheln um bis zu 90 Prozent.“ Sie stehen auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Arten.

Von Klaus Amberger