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14:32 20.11.2019
Chemiker Tom Kempke aus Rostock Quelle: Franziska Burzlaff
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Rostock

Tom Kempke und seine Kollegen vom Institut für Chemie der Uni Rostock wurden vor einiger Zeit stutzig. Auf einer Cornflakes-Packung eines Lebensmittelkonzerns stand auf der Zutatenliste, dass pro 100 Gramm Cornflakes acht Gramm elementares Eisen enthalten sind. „Acht Gramm – so viel wiegen zwei Nägel“, sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter der Abteilung Didaktik der Chemie. „Unsere Neugier war geweckt.“ Die Profis untersuchten die Cornflakes mit einem Magneten. Tatsächlich fanden sie schwarz-gräuliche Eisenspäne. Aber nicht acht Gramm. Das Team kontaktierte den Konzern. Der korrigierte seine Angabe auf der Verpackung – die Maßeinheit war falsch. Es musste Milligramm heißen.

Als Spurenelement wird Eisen in Lebensmitteln teilweise zugesetzt. Chemiker der Uni Rostock zeigen hier am Beispiel von Cornflakes, dass es tatsächlich so ist.

Aber warum muss es überhaupt in Cornflakes Eisen als Zusatz geben? „Muss es nicht“, sagt Kempke. „Über eine vollwertige Ernährung nehmen wir genügend Eisen auf, das in Ionenform, als Spurenelement, ins Blut gelangt.“ Eisen ist wichtig für Stoffwechselprozesse und für den Transport von Sauerstoff im Blut. Vor allem Fleischprodukte enthalten Eisen, in Pflanzen ist es weniger, aber auch enthalten. Allerdings werde das tierische Eisen effizienter vom Körper aufgenommen. Ohne Eisen werden wir zum Beispiel müde, kälteempfindlicher, vergesslicher und leiden unter Kopfschmerzen und Blutarmut.

„Ein Milligramm Eisen verlieren wir pro Tag“, sagt Tom Kempke. „Rund vier bis fünf Gramm sind im Schnitt im Körper gespeichert.“ Immerhin: Diese Reserve entspricht dem Eisengehalt eines Nagels.

Von Klaus Amberger

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