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Eine Minute Chemie

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15:54 27.02.2020
Sogenannte Superabsorber saugen in Windeln die Feuchtigkeit auf, damit Babys trocken liegen. Quelle: Christin Klose/dpa
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Rostock

Superabsorber machen das Leben von Babys (und vor allem deren Eltern) etwas einfacher. Denn die Windeln des noch nicht „stubenreinen“ Nachwuchses enthalten Superabsorber. „Das sind Kunststoffe, die die Eigenschaft haben, ein Vielfaches ihres Eigengewichtes an Flüssigkeiten aufzusaugen“, sagt Juliana Zeidler, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Chemie der Uni Rostock. Bis zum 1000-Fachen ihres Eigengewichtes können die Superabsorber aufnehmen, zum Beispiel den Urin der Babys. Deshalb bleiben die Kinder für eine gewisse Zeit an ihren kleinen Hintern trocken, auch wenn’s in die Windel geht.

Superabsorber sind lange Ketten von Kunststoffmolekülen, sogenannte Polymere. „Wasser kann sich in diese Struktur einlagern“, erläutert die Chemikerin. Der Superabsorber quillt auf und lässt die Flüssigkeit nicht so leicht wieder hinaus. Diese Fähigkeit wird ebenso für Produkte der Damenhygiene, bei der Inkontinenzversorgung, bei speziellen Verbandsmaterialien, aber auch bei Löschmitteln und Gel-Betten (statt Wasserbetten) oder als Zusatz in Pflanzenerde (um die Feuchtigkeit besser zu halten) genutzt.

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Juliana Zeidler, Chemikerin an der Uni Rostock Quelle: Franziska Burzlaff

„Derzeit wird daran geforscht, wie man Superabsorber in Böden von Landstrichen einsetzt, wo es selten regnet, um die Wasserspeicherkapazität zu erhöhen“, berichtet die Wissenschaftlerin. Gleichzeitig werde versucht, Superabsorber aus Stärke oder Zellulose zu entwickeln. „Damit Böden nicht mit Kunststoffen belastet werden.“

Von Klaus Amberger