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Wissen Forscher: Dieser einfache Trick schützt Ihre Pommes vor Möwen
Nachrichten Wissen Forscher: Dieser einfache Trick schützt Ihre Pommes vor Möwen
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16:20 08.08.2019
Möwen schnappen gern zu, wenn Strandbesucher Snacks dabei haben. Quelle: Stefan Sauer
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Die Wellen rauschen, das Meer glitzert in der Sonne und ein paar Möwen kreisen träge am Himmel. Perfekte Voraussetzungen für ein gemütliches Picknick am Strand - zumindest, bis ein schrilles Kreischen die Strandidylle durchbricht und eine Möwe sich auf die Tüte Pommes oder das Sandwich in der Hand stürzt. Kaum ein Snack ist vor den Schnäbeln der weißen Vögel sicher - bis jetzt. Denn Forscher in England haben einen Trick gefunden, mit dem sich Möwen vom Essen fernhalten lassen sollen.

Und der klingt erst einmal sehr simpel: einfach anstarren. Die Möwen ganz streng fixieren und jeder Bewegung mit den Blicken folgen. Einer Studie von Wissenschaftlern der Universität Exeter zufolge bemerken die Vögel, dass man auf sie aufmerksam geworden ist, und trauen sich nicht mehr an das Essen heran.

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Anstarren verunsichert die Möwen

Wie das Portal “Science Alert” berichtet, hat das Forscherteam um Madeleine Goumas die Methode in mehreren britischen Küstenorten getestet. Dazu hockte ein Wissenschaftler sich auf den Boden, legte eine Tüte Pommes auf den Boden und stoppte die Zeit.

Sobald eine Möwe sich den Pommes näherte, fixierten die Wissenschaftler das Tier mit ihrem Blick. Die Möwen verunsicherte das: Im Schnitt warteten sie 21 Sekunden länger, bis sie sich die Tüte schnappten. Und deutlich mehr Vögel waren so verunsichert, dass sie die Pommes gar nicht anrührten. Schauten die Forscher die Möwen dagegen nicht an, stürzten sich alle 19 gefiederten Versuchsobjekte auf den Snack. “Das zeigt, dass die Möwen auf menschliches Verhalten reagieren, wenn sie Entscheidungen bei der Nahrungssuche in städtischen Gebieten treffen, und dass menschliche Blicke sie abschrecken”, so die Experten in ihrem Bericht.

Gut für den Naturschutz

Was wie ein kurioses - für den nächsten Strandurlaub aber sicher sehr nützliches - Experiment klingen mag, hat tatsächlich einen ernsten Hintergrund. Denn obwohl die Population der Silbermöwen in Küstenorten in den letzten Jahren zugenommen hat, sinkt die Anzahl der Tiere insgesamt dramatisch. Zwischen 1969 und 2015 hat sie dem Bericht zufolge um 60 Prozent abgenommen.

Schuld daran sind unter anderem menschliche Einflüsse: “Der Konflikt zwischen Menschen und Wildtieren ist einer der Hauptgründe für den Rückgang von Arten und den eingeschränkten Erfolg von Naturschutzbestrebungen”, schreiben die Forscher in dem Bericht zu ihrer Studie. Veränderungen im menschlichen Verhalten könnten die Mensch-Wildtier-Konflikte demnach mindern und gleichzeitig den Naturschutz unterstützen - das beweist auch die Studie.

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Was machen Pommes und Co. mit den Möwen?

Warum genau die Möwen den menschlichen Blick scheuen, ist noch unklar. Die Wissenschaftler vermuten, die Möwen könnten gelernt haben, menschlichen Augenkontakt mit möglicher Gefahr zu verbinden. Ob das Verhalten der Möwen nun tatsächlich damit zusammenhängt oder einen anderen Hintergrund hat: Der Anstarr-Trick scheint die Vögel jedenfalls vom Essens-Diebstahl abzuhalten.

Den Forschern zufolge könnte diese Methode nicht nur unser Essen schützen, sondern auch den Möwen zugute kommen. Normalerweise ernähren die Vögel sich nämlich nicht von Pommes, sondern von Fisch, Eiern, und kleinen Meerestieren wie Krabben und Seeigeln. Welche Auswirkungen ölige, frittierte Kartoffeln auf die Möwen haben, das wollen die Forscher im nächsten Schritt herausfinden.

Fazit der Studie ist also: Wer sein Essen nicht mit den Möwen teilen möchte, der sollte die diebischen Vögel im Blick behalten. “Gerade in den Sommermonaten sind viele Vögel auf der Suche nach einer schnellen Mahlzeit. Strandbesucher sollten deswegen wachsam bleiben und die Möwen im Blick behalten", erklärt die Ökologin Neeltje Boogert von der Universität Exeter. Denn die diebischen Vögel nähern sich gerne auch von hinten und überraschen so ihre ahnungslosen Opfer.

RND/lzi

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