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Wissen Forscher: Frauen erhalten oft leichter Asyl als Männer
Nachrichten Wissen Forscher: Frauen erhalten oft leichter Asyl als Männer
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15:58 31.05.2019
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge auf dem Gelände der ehemaligen Südkaserne. Quelle: imago images/Future Image
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Mannheim/Wien

Das Geschlecht Asylsuchender kann entscheidenden Einfluss darauf haben, ob eine richterliche Entscheidung für oder gegen einen Asylantrag fällt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Mannheimer Politikwissenschaftlers Alejandro Ecker in Zusammenarbeit mit Kollegen der Universität Wien. Die Forscher werteten mehr als 40.000 richterliche Entscheidungen über Asylanträge in Österreich aus.

Frauen urteilten etwas großzügiger

„Wenn ein Richter – egal ob Mann oder Frau – vorwiegend mit männlichen Antragstellern zu tun hatte, erhöhte das die Chancen weiblicher Antragsteller um rund 17 Prozentpunkte“, sagte Ecker laut Mitteilung vom Freitag. „Bei Richterinnen und Richtern, die bei ihren Fällen mit einem ausgeglichenen Geschlechterverhältnis zu tun hatten, hatten Frauen dagegen keinen messbaren Vorteil.“ Zudem urteilten weibliche Richter etwas großzügiger – die Chance auf eine positive Entscheidung habe bei ihnen unabhängig vom Geschlecht der Antragsteller um rund neun Prozentpunkte höher gelegen.

„Weibliche Richter bevorzugen oder benachteiligen also nicht das eigene Geschlecht“, erklärt Alejandro Ecker. Männliche Richter urteilten der Studie zufolge insgesamt etwas strenger, seien bezüglich des Geschlechts jedoch ebenfalls grundsätzlich neutral. Diese Neutralität funktioniere aber offenbar am besten, wenn bei den zu bearbeitenden Fällen ein annähernd ausgeglichenes Geschlechterverhältnis herrsche, folgern die Autoren der Studie.

„Die Verfahren müssen in jeder Hinsicht fair sein“

Die Studie habe nicht untersucht, ob die Entscheidungen richtig oder falsch waren, betonte Ecker. Die Autoren träfen auch keine Aussage darüber, ob Frauen zu nachsichtig oder Männer zu streng behandelt werden oder urteilen. „Aber wir stellen fest, dass Asylanträge von Männern und Frauen unter Umständen ungleich behandelt werden. Und da Asylentscheidungen Grundrechte sowie den Rechtsstaat als Ganzes betreffen, halten wir das für ein Problem, erklärt Ecker: „Die Verfahren müssen in jeder Hinsicht fair sein.“ Er und seine Wiener Kollegen schlagen daher vor, Asylanträge und Beschwerden von geschlechterparitätisch besetzten Gremien entscheiden zu lassen.

Die Daten stammten aus Österreich aus einem Zeitraum von 2008 bis 2013. Die Studienergebnisse könne man daher nur bedingt verallgemeinern, sagte Ecker. „Es scheint aber nicht abwegig anzunehmen, dass ein ähnlicher Effekt, wie wir ihn für Österreich nachgewiesen haben, auch andernorts auftreten kann.“

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Von RND/dpa/so

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