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11:30 02.08.2019
Werde ich einem Hund gerecht? Diese Frage müssen sich gerade ältere Neuhundebesitzer stellen. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn
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Bonn

Insbesondere, wenn das Arbeitsleben beendet ist, denken viele Menschen darüber nach, sich ein Haustier anzuschaffen – schließlich fehlt es, im Gegensatz zu vorher, weniger an Zeit. Doch welcher fellige Begleiter soll es sein? Wie finden Rentner und Rentnerinnen heraus, welches Haustier für sie infrage kommt?

Zum Kuscheln eignen sich Katzen und Hunde am besten

Bei der Wahl eines geeigneten Hautieres, müssen Prioritäten gesetzt werden. Ein Aquarium zum Beispiel macht viel Arbeit, dafür lässt es sich aber bei der Beobachtung der Fische wunderbar entspannen. Gehe es einem um den Körperkontakt, seien Hund und Katze am besten geeignet, sagt Moira Gerlach, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund. Eine Katze ist sehr individuell und hat ihren eigenen Kopf. „Sie sind super zum Spielen oder Schmusen und sich kümmern“, so die Expertin. Allerdings müsse man sich auch mit Wohnungskatzen intensiv befassen, sonst werden sie dick und träge, sagt Astrid Behr, Sprecherin des Bundesverbands Praktizierender Tierärzte. Und man sollte bedenken: Katzen können durchaus bis zu 20 Jahre alt werden.

Hunde sorgen für gesenkten Stresspegel, soziale Kontakte und Fitness

Hunde halten fit. Verschiedene Studien hätten gezeigt, dass die Vierbeiner große Vorteile brächten, erklärt die Sportwissenschaftlerin und Gerontologin Ellen Freiberger: „Die sozialen Kontakte sind höher, einfach weil man dazu gezwungen ist, rauszugehen.“ Ein Hund eigne sich in der Regel sehr gut, weil er sich an Menschen bindet, ergänzt Gerlach.

Hunde können sogar den Stresspegel senken. „Sie schenken Sicherheit“, erläutert Freiberger. Einer jüngeren Untersuchung zufolge sinkt so das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen – dem mehrmals täglichen Gassigehen sei Dank. Wer durch Wald und Wiesen spaziert, trainiert zudem seinen Gleichgewichtssinn und hilft beim Vorbeugen von Stürzen, wie Freiberger anführt. Schon eine halbe Stunde Bewegung täglich reiche aus, um körperlich wie geistig fit zu bleiben.

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Sich im Rentenalter einen Welpen zulegen: Wird man dem Tier gerecht?

Werde ich einem Welpen gerecht? Diese Frage müssen sich gerade ältere Neuhundebesitzer stellen. Vorerfahrene haben hierbei einen Vorteil: „Die wissen, worauf sie achten müssen, ein Hundeneuling könnte dagegen überfordert sein“, sagt Behr. Außerdem ist es mehr Arbeit, einen Hund großzuziehen. Dafür kann man allerdings mit ihm alt werden.

Je älter das Tier dagegen ist, desto gemütlicher werde es meist, sagt Gerlach. „Falls das Laufen nicht mehr so klappt, gehen viele dann häufiger raus, drehen dafür aber kleinere Runden“, erklärt Freiberger. „Wichtig ist, dass man sich selbst richtig einschätzt.“ Und: Auch kleine Hunde brauchen Auslauf, manche sind sogar bewegungsfreudiger als große.

Wer kümmert sich, wenn das Tier Herrchen oder Frauchen überlebt?

Gerade für ältere Menschen hätten Haustiere den Vorteil, den Tag zu strukturieren und einen Rhythmus vorzugeben, sagt Freiberger. „Das fällt vielen schwer, wenn sie es selbst machen müssen.“ Andererseits könnte so eine vorgegebene Tagesstruktur einschränkend wirken, warnt Behr, etwa wenn jemand mit der Rente seine Reiselust entdeckt.

Daher gilt: am besten vorab regeln, wer sich im Krankheitsfall, im Urlaub oder falls das Laufen mit der Zeit schwerfällt, um das Tier kümmern kann. Auch finanzielle Rücklagen für den Krankheitsfall, Futter oder Impfungen können sinnvoll sein. Wer besonders weit planen will, kann eine Betreuungsvollmacht ausstellen. Im Todesfall übernimmt dann die in der Vollmacht benannte Person das Tier. „Im Testament kann man eine bestimmte Summe für die Versorgung des Tieres vorsehen“, sagt Gerlach.

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Bei Unsicherheit: In Tierheimen Gassi gehen und sich informieren

Wer erst einmal ausprobieren möchte, ob ein Tier zu einem passt, kann bei Nachbarn fragen, ob man mal mit dem Hund spazieren gehen darf. Zudem freuen sich einige Tierheime über Freiwillige, die Gassi gehen. „Die Verpflichtungen fallen weg, aber die Rentner gehen trotzdem nicht alleine spazieren und haben die Kommunikation“, sagt Behr.

Darüber hinaus gibt es Organisationen, die Hunde bewusst an ältere Menschen vermitteln, zum Teil gerade ältere Hunde. Dafür übernehmen sie die Kosten, etwa von Medikamenten. Sie regeln die Betreuung des Hundes im Krankheitsfall oder im Urlaub.

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Von RND/dpa

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