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Wissen Rasen nach der Hitze pflegen: So wird er wieder grün
Nachrichten Wissen Rasen nach der Hitze pflegen: So wird er wieder grün
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15:22 10.07.2019
Bei Trockenheit kann man den Rasen getrost etwas höher wachsen lassen. Dann können sich die Pflanzen gegenseitig besser Schatten spenden. Quelle: Christin Klose/dpa-tmn
Hannover

Viel Sonne, wenig Regen und hohe Temperaturen: Für viele Menschen ist es das perfekte Sommerwetter. Pflanzen und Bäume leiden dagegen unter der anhaltenden Hitze und Trockenheit. Und während wir Menschen uns mit Sonnencreme vor dem Verbrennen schützen können, ist unser Garten der Sonne schutzlos ausgeliefert. Gerade der Rasen steht häufig den ganzen Tag in der prallen Sonne. Werden die Gräser nicht ausreichend gegossen, dann gleicht der Garten schon nach wenigen Tagen einer gelbbraunen Steppe: der Rasen ist verbrannt.

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Verbrannter Rasen – das ist die Ursache

Grundsätzlich sind die meisten Rasengräser gut an sommerliche Trockenheit angepasst. Hält die Dürreperiode länger an, dann ist das aber auch für diese Pflanzen eine starke Belastung. Schon nach einigen Tagen können dann auf der einst so schönen Grünfläche braune und gelbe Stellen entstehen.

Der Hauptgrund dafür ist Wassermangel: „Rasen verbrennt, wenn er kein Wasser hat“, erklärt der Rasenspezialist Norbert Lischka, der unter anderem als Berater für Golfplätze tätig ist. Selbst wenn die Rasenpflanzen regelmäßig gegossen werden, schützt das aber nicht unbedingt vor dem Verbrennen. Besonders an Stellen, die häufig betreten werden, ist der Boden oft stark verdichtet. Wasser und Sauerstoff können dann nicht zu den Wurzeln vordringen. Und auch falsches Gießen kann dem Rasen schaden: Ist die Rasenfläche tagsüber nass, dann wirken die Wassertropfen in der Sonne wie ein Brennglas und verbrennen die Gräser.

Verbrennen durch richtiges Gießen vorbeugen

Damit der Rasen gar nicht erst verbrennt, sollte er regelmäßig gegossen werden. Mit viel Bewässerung ist es allerdings noch nicht getan. Beim Gießen kommt es unter anderem auf die richtige Tageszeit an. „Die beste Uhrzeit zum Gießen ist morgens zwischen 4 und 8 Uhr“, erklärt Lischka. Zu dieser Zeit ist es am kältesten, weil die Sonne die Luft noch nicht erwärmt hat. Das Wasser verdunstet dann nicht so schnell und kann tief in den Boden zu den Wurzeln eindringen.

Wie viel gegossen werden soll, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Grundsätzlich gilt: Der Rasen braucht mindestens so viel Wasser, wie den Tag über auf der Fläche verdunstet. Bei Temperaturen von 25 Grad sind das etwa 4 Liter pro Quadratmeter, bei 35 Grad schon 6 Liter. Aber auch die Grasart und der Beschaffenheit des Bodens beeinflussen, wie viel Wasser der Rasen braucht.

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Zu viel Wasser begünstigt Unkraut

Auch, wenn es gut gemeint ist: Wer seinen Rasensprenger stundenlang laufen lässt, kann den Gräsern im Garten ebenfalls schaden. Denn mehr Wasser hilft nur bis zu einem bestimmten Grenze auch mehr. „Wenn der Rasen zu feucht ist, dann begünstigt das Gräser und Unkraut, die man dort nicht haben will“, warnt Norbert Lischka.

Häufig ist außerdem nicht die gesamte Grasfläche ausgetrocknet, sondern nur einige Stellen. „Wenn der Rasen nur punktuell trocken ist, dann ist das Gießen mit der Hand am effektivsten“, rät der Rasenexperte deswegen. So werden nur die betroffenen Stellen versorgt und gleichzeitig Wasserkosten gespart.

„Welche Stellen verbrannt sind, lässt sich häufig optisch erkennen. Gräuliche und weiße Blätter sind ein Anzeichen dafür, dass die Gräser verbrannt sind.“ Wer feststellen möchte, ob eine Grasstelle Wasser benötigt, kann das aber auch im Boden prüfen. Dazu sticht man mit einem Messer in die Erde und schaut nach, ob der Boden an den Wurzeln feucht ist.

Rasenmähen belastet die Gräser zusätzlich

Durch Hitze und Trockenheit sind die Rasenpflanzen stark strapaziert. Rasenmähen erzeugt da noch mehr Stress. „Bei Hitze sollte deswegen hoch gemäht werden, und nicht so häufig“, rät Norbert Lischka. Besonders Mähroboter können dem empfindlichen Rasen mit ihren Rädern schaden. Hobbygärtner sollten ihren Rasenmäher im Sommer daher öfter einfach mal im Schuppen stehen lassen. Wenn der Rasen höher wächst, können die Gräser sich gegenseitig Schatten spenden.

Wer seinen Rasen im Sommer kürzen möchte, sollte das außerdem nicht in der Mittagshitze tun. Die frisch geschnittenen Pflanzen sind an der Schnittstelle besonders empfindlich und verbrennen bei starker Sonneneinstrahlung noch schneller.

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Auflockern rettet verbrannten Rasen

Ist der Rasen erst einmal verbrannt, braucht er besondere Pflege, um sich wieder zu erholen. Auch hier benötigen die Gräser vor alllem eine ausgiebige Bewässerung. Damit das Wasser zu den belasteten Wurzeln vordringen kann, muss die Grasfläche aufgelockert werden. „Am besten eignet sich dafür eine sogenannte Grabgabel, ein großer Spaten mit drei Zinken“, empfiehlt Norbert Lischak.

Mit der Gabel können kleine Löcher gebohrt werden, in die das Wasser laufen kann. Meist reicht das schon, um die vertrockneten Stellen zu retten. Je nach Pflanzenart kann es aber einige Zeit dauern, bis der Rasen sich erholt hat.

Mit Dünger die Rasenpflege unterstützen

Auch Dünger kann helfen, den gelb gewordenen Rasen zu regenerieren. Lischka rät jedoch, den Dünger nur sehr sparsam einzusetzen. Weil Rasendünger häufig Salz enthält, lassen manche Sorten die Gräser bei einer Überdüngung ebenfalls verbrennen.

Die Sächsische Gartenakademie rät, eine Niederschlagsperiode abzuwarten und den Rasen dann zu mähen und zu düngen. Besteht die Rasenfläche aus Gräsersorten für einen perfekten Zierrasen oder einen hochwertigen Sportrasen, ist die Kur radikaler: Der Rasen sollte dann kurz geschnitten und eventuell sogar vertikutiert werden. Dann muss das Stück neu eingesät werden. Dünger und das regelmäßige Wässern lässt die Gräser bald sprießen.

Erholt sich der Rasen trotz aller Pflegemaßnahmen nicht, dann sollten Hobbygärtner sich professionelle Hilfe holen. Ein Gärtner kann die Ursache für den verbrannten Rasen überprüfen und helfen, den Garten wieder grün zu pflegen.

Von RND/lzi

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