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Wissen Studie: Höhlenbär starb wegen des Menschen aus
Nachrichten Wissen Studie: Höhlenbär starb wegen des Menschen aus
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07:36 16.08.2019
Der Schädel eines Höhlenbären. Die Pflanzenfresser starben vor etwa 20 000 Jahren aus. Quelle: Matteo Romandini/Nature Research

Ein internationales Forscherteam verglich Bären-Erbgut aus mehr als einem Dutzend Höhlen in Europa. Der dramatische Einbruch in Vielfalt und Population des Höhlenbären sei nach einer vergleichsweise stabilen Phase parallel zum Auftreten des modernen Menschen erfolgt, erläutert Verena Schünemann vom Institut für Evolutionäre Medizin der Universität Zürich. Aus dem Erbgut von 59 Höhlenbären und bereits veröffentlichten Daten rekonstruierten die Wissenschaftler einen umfassenden Stammbaum. Daraus lässt sich das Aussterben der Art vor etwa 20 000 Jahren weitgehend verfolgen, wie die Experten aus Jena und Tübingen sowie aus Frankreich, Italien, Serbien, Spanien und Polen im Fachjournal „Scientific Reports“ berichten. „Erstmals sind anhand dieser Daten Diversität und Population des Höhlenbären fassbar“, sagt Schünemann.

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Mensch und Höhlenbär waren natürliche Konkurrenten

Die Lebensweise des Höhlenbären habe die Ausrottung sicher beschleunigt: Die Pflanzenfresser lebten in der Nähe ihrer Geburtshöhlen, die meist in besonders günstigem und fruchtbaren Gelände lagen. So sei der Mensch, der ebenfalls Höhlen für sich beanspruchte, zunehmend zum natürlichen Konkurrenten des Bären geworden. Dazu kam, dass die Bären auch als Nahrungsmittel bei den Jägern beliebt waren. So schrumpfte durch die hohe Zahl erlegter Tiere deren Population dramatisch. Zusätzlich verwundbar, so die Forscher, sei das Pelztier durch die Pflanzenknappheit während der letzten Eiszeit geworden.

So führten Jagd, Klima und Nahrungsknappheit zum Aussterben der Art. „Mit unseren Daten rücken wir den Menschen mehr in den Fokus und gewichten den menschlichen Einfluss stärker“, sagte Schünemann. Insgesamt nahmen die Wissenschaftler Knochen und Höhlenbär-Erbgut aus 14 Höhlen in Europa in den Blick, darunter die Karsthöhle „Hohler Fels“ im GeoPark Schwäbische Alb.

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Neue Entdeckung entkräftet bisherige Thesen

Bislang waren die Gründe für das Aussterben des Höhlenbären unklar. Manche Forscher vermuteten, die Spezialisierung auf bestimmte Nahrung könnte dazu geführt haben. Oft sei der Bär verendet, weil er für längere und strengere Kälteperioden nicht ausreichend Winterspeck habe ansetzen können.

Dass Höhlenbären von Menschen gejagt wurden, ist kein Geheimnis, nur der Umfang war bislang unklar. Es wurden Skelett-Reste der Bären mit Pfeilspitzen gefunden, andere Knochenfunde weisen Schrammen und Schnitte auf. „Höhlenbären wurde auch der Kopf abgetrennt, sie wurden entfleischt und dienten dem Menschen als Nahrung“, sagt Co-Autorin Susanne Münzel vom Institut für naturwissenschaftliche Archäologie an der Universität Tübingen.

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Höhlenbären lebten zeitgleich mit Mammuts

Der Höhlenbär (Ursus spelaeus) gehörte zur sogenannten Megafauna – also Großtieren. Erste Exemplare stammen aus der Zeit vor rund 47 000 Jahren, sein Aussterben datieren die Experten derzeit ungefähr auf die Zeit vor 20 000 Jahren. Der Höhlenbär trat somit ungefähr zur selben Zeit auf wie das Mammut, das Wollnashorn, der Riesenhirsch und der Höhlenlöwe, die ebenfalls alle ausgestorben sind.

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