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Studie aus Rostock: Blasentang der Ostsee

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10:20 14.01.2022
Blasentang in der Ostsee
Blasentang in der Ostsee Quelle: Angelika Graiff
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Rostock

Der Blasentang ist ein typischer Bekannter von Spaziergängern an der Ostsee. Er ist eine Braunalge und gilt als der „wichtigste Biomasseproduzent und Lebensraumbegründer in der Ostsee“, sagt Dr. Angelika Graiff (37) vom Institut für Biowissenschaften der Uni Rostock. Mit ihrem Kollegen Prof. Ulf Karsten veröffentlichte sie gerade im internationalen Fachjournal „Biology“ eine Studie zum Blasentang.

„Der Blasentang besiedelt große Kiesel und Felsen entlang der Küste“, so die Wissenschaftlerin. Er biete Schutz für kleine Krebse, Muscheln, Schnecken, Algen und für Fische. „Der Hering legt gern seine Eier im Blasentang ab.“ In ihrer Studie hat sie mithilfe von Versuchsreihen in der natürlichen Umgebung des Blasentangs und im Labor festgestellt, dass Blasentang auf Änderungen der Wassertemperatur negativ reagiert. Denn, so die Forscherin, erhöhte Temperaturen veränderten die Membraneigenschaften seiner Zellen. „Das führt zu einer deutlich erhöhten Membranschädigung“, fasst Dr. Graiff zusammen. Das wiederum stört den Stoffwechsel des Blasentangs. Mit Blick auf die Erderwärmung bedeutet das, dass längere und intensivere Hitzeperioden im Sommer für tödliche Temperaturen für diese Alge sorgen könnten. „Das würde den Fortbestand dieser Schlüsselart in der Ostsee spürbar beeinflussen.“

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Von Klaus Amberger