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Wissen Plastikmüll: Loses Obst und Gemüse meist teurer als verpacktes
Nachrichten Wissen Plastikmüll: Loses Obst und Gemüse meist teurer als verpacktes
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12:52 15.05.2019
In Plastik verpackte Paprika liegen in einem Supermarkt in Würzburg neben losen Paprika zum Verkauf aus. Quelle: Daniel Karmann/dpa
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Berlin

Für ihre Untersuchung hatten die Tester der Verbraucherzentrale stichprobenartig das Angebot an konventionellen Tomaten, Möhren, Paprika, Gurken und Äpfeln in 42 Filialen der wichtigsten acht Lebensmittelhändler überprüft. Insgesamt hätten sie 1394 Angebote in Augenschein genommen, so die Verbraucherschützer. Ihr Fazit: „Es ist ein Trauerspiel.“

Die Ergebnisse in Kürze:

– der Anteil an in Plastik verpacktem Obst und Gemüse im Einzelhandel ist unverändert hoch, allerdings mit deutlichen Unterschieden zwischen einzelnen Einkaufsmärkten.

– Discounter verkaufen Obst und Gemüse häufiger in Plastikverpackungen als Supermärkte. Bei Penny und Aldi ist die durchschnittliche Plastikquote mit 81 Prozent und 74 Prozent besonders hoch, bei Edeka mit 48 Prozent deutlich geringer.

– Unverpacktes Obst und Gemüse ist häufig teurer. Bei deutlich mehr als der Hälfte von insgesamt 162 vorgenommenen Preisvergleichen war die unverpackte Variante kostspieliger. Nur bei rund einem Drittel konnten Verbraucher durch den Verzicht auf Plastik auch Geld sparen.

„Es reicht nicht, Mehrwegnetze anzubieten“

Verbraucher wünschten sich laut Umfragen weniger Plastik im Alltag, doch im Handel tue sich kaum etwas, kritisieren die Verbraucherschützer. „Es reicht nicht, Verbrauchern Mehrwegnetze anzubieten, wenn sie dann überwiegend vorverpackte Produkte in den Regalen finden. Der Handel ist in der Pflicht, das Angebot an unverpacktem Obst- und Gemüse zu vergrößern. Einige Läden zeigen bereits, dass das geht. Vor allem Discounter müssen ihre Hausaufgaben noch machen“, sagt Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands.

Zwar werde mit viel Tamtam auf den Verzicht von Plastikfolie bei Gurken hingewiesen, um zu suggerieren, alles sei auf einem guten Weg. Doch im Obst- und Gemüseregal seien Plastikverpackungen noch immer an der Tagesordnung.

Kunden zahlen einen Aufschlag von 17 Prozent

Der Vergleich mit einer Studie der GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung im Auftrag des Naturschutzbund (Nabu) aus dem Jahr 2017 zeige, dass sich kaum etwas getan habe, kritisieren die Tester. Auch damals seien 63 Prozent des Obst- und Gemüseangebots im Einzelhandel vorverpackt gewesen. Der Nabu hatte das Gewicht der dafür benötigten Kunststoffpackungen mit fast 60 000 Tonnen errechnet.

Laut Verbraucherzentrale beschweren sich immer mehr Kunden, dass unverpackte Angebote im Handel teurer seien. Das fanden auch die Markttester heraus: In 31 der 42 besuchten Discounter und Supermärkte müssen den Stichproben zufolge Verbraucher für unverpacktes Obst und Gemüse mehr zahlen. Quer über alle 162 verglichenen Angebote müssten sie 273,64 statt 233,92 Euro berappen, rechnen die Tester vor – das sei ein durchschnittlicher Aufschlag von 17 Prozent. Vergleiche man alle geprüften Lebensmittel ohne die Rispentomaten – die einzige Kategorie, die unverpackt günstiger war – zahlten umweltbewusste Verbraucher sogar 34 Prozent mehr.

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Von RND/so

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