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Wissen Tierschützer: „Nashorn-Krise wird immer dramatischer“
Nachrichten Wissen Tierschützer: „Nashorn-Krise wird immer dramatischer“
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06:39 28.05.2019
Arbeiter der Ermittlungsstelle für Umweltkriminalität untersuchen im Krüger National Park in Südafrika ein Nashorn, das wegen seiner Hörner getötet wurde. Quelle: Salym Fayad/dpa
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Berlin/Kuala Lumpur

Jahrelang hatte man noch versucht, ihn zur Fortpflanzung zu bewegen – vergeblich. Der gut 35 Jahre alte Bulle „Tam“ verstarb am Montag auf der Insel Borneo. Damit hat Malaysia sein letztes männliches Sumatra-Nashorn verloren.

Nach Angaben des Umweltverbandes WWF ist die Art zumindest in Malaysia dadurch faktisch ausgestorben. In dem südostasiatischen Land gibt es nur noch ein weibliches Sumatra-Nashorn namens Iman. Damit sei nun nur noch Indonesien das einzige Land der Welt, das überhaupt noch eine fortpflanzungsfähige Population aufweise. Nicht einmal 80 Tiere, verteilt auf neun isolierte Populationen, streifen laut WWF noch durch die indonesischen Regenwälder. In der Wissenschaft gilt: Wenn die Population einer Art unter 500 Exemplare sinkt, hat diese kaum noch die Chance für eine natürliche Arterhaltung.

Verzweifelte Versuche, die Art zu retten

„Sumatra-Nashörner zählen zu den seltensten Tierarten weltweit. Der Tod des Bullen Tam spitzt den Überlebenskampf weiter zu. Indonesien wird zur letzten Hoffnung für die Sumatra-Nashörner“, erklärt Michael Zika, zuständiger Projektleiter beim WWF Deutschland. „Doch Wilderei und vor allem Lebensraumzerstörung bedrohen die Tiere massiv. Derzeit setzen wir alles daran, deren Überleben zu sichern und vor allem wieder Nachwuchs zu bekommen.“

Der Verband ist Teil eines ambitionierten nationalen Rettungsprogramms. Gemeinsam mit der indonesischen Regierung, der Weltnaturschutzunion IUCN, National Geographic, der International Rhino Foundation und Global Wildlife Conservation wird daran gearbeitet, die Fortpflanzung in Gefangenschaft lebender Sumatra-Nashörner zu intensivieren und zugleich die letzten wild lebenden, sich selbst erhaltenden Populationen zu schützen.

Schutzzentren sollen den Nashörnern helfen

„Unser Ziel ist es, möglichst viele, isoliert lebende und fortpflanzungsfähige Tiere aufzuspüren, sie in Schutzzentren umzusiedeln und in ein nationales Zuchtprogramm einzubringen“, sagt Zika. Doch es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Fortpflanzung der Nashörner ist dem Experten zufolge kompliziert. Ihre Fortpflanzungsrate sei sehr niedrig und viele der noch lebenden Tiere könnten aufgrund ihrer langjährigen Isolation in freier Wildbahn unfruchtbar sein.

Nashörner in Asien und Afrika werden wegen ihres Horns Opfer von Wilderern. Dieses erzielt auf dem Schwarzmarkt vor allem in Asien horrende Preise, weil dem pulverisierten Horn dort heilende und potenzbringende Wirkung nachgesagt wird. Tatsächlich besteht es nur aus wirkungslosem Keratin, also einer Substanz, aus der auch Haare oder Fingernägel bestehen.

Unterart seit letztem Jahr bereits faktisch ausgestorben

Ein Parkwächter steht neben dem letzten männlichen Nördlichen Breitmaulnashorn „Sudan“, das im vergangenen Jahr in Kenia starb – damit ist die Unterart faktisch ausgestorben. Quelle: AP/dpa

Der WWF spricht von einer „globalen Wilderei-Krise“, die neben Nashörnern auch das Überleben andere Tierarten wie Tiger oder Elefanten bedroht. Von den Nashörnern, die zu den größten und ältesten Landsäugetieren der Welt gehören, gibt es nur noch fünf Arten, die in Afrika und Asien leben. Bereits im vergangenen Jahr war der weltweit letzte männliche Bulle der Spezies Nördliches Breitmaulnashorn in Kenia gestorben – damit gilt die Unterart als faktisch ausgestorben.

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Von Sonja Fröhlich/RND

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