Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wissen Tsunamis: interessant und zerstörerisch
Nachrichten Wissen

Tsunamis: interessant und zerstörerisch

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:00 10.06.2021
Computersimulation eines Tsunami
Computersimulation eines Tsunami Quelle: Archiv
Anzeige
Rostock

Tsunamis, diese Monsterwellen, sind faszinierend und erschreckend zugleich. Beeindruckend sind ihre unfassbaren Kräfte, grauenhaft ihre Zerstörungsmacht (zum Beispiel Fukushima 2011). Auslöser der Tsunamis – das Wort stammt aus dem Japanischen und heißt „Hafenwelle“ – sind meist Seebeben und Vulkanausbrüche. Auch gewaltige Hangabrutsche lösen riesige Wellen aus.

Doch wie entstehen Tsunamis? Wenn sich beispielsweise zwei Kontinentalplatten in einem Seegebiet ruckartig verschieben, sich eine unter die andere zwängt, hebt oder senkt sich der Meeresboden oft um mehrere Dezimeter, teilweise um Meter. Zwangsläufig bewegt sich auch das Wasser über dieser Stelle. Die Wassersäule, die in diesem Moment in Bewegung gesetzt wird, ist meist mehrere Kilometer dick. Das heißt: An diesem Punkt verfügt die Welle über extrem viel Energie.

Welle mit Rennauto-Geschwindigkeit

Tsunamis haben interessante physikalische Eigenschaften. Sie sind schnell. Je tiefer das Wasser, desto schneller sind sie unterwegs. Sie können mehrere 100 km/h rasen. Ihre Ganghöhe (Amplitude) ist indes eher klein, ein paar Dezimeter, mehr nicht (zumindest auf der offenen See). Der Abstand zwischen zwei Wellenbergen eines Tsunamis kann mehr als 1000 Kilometer betragen.

In Küstennähe nimmt die Geschwindigkeit der Monsterwellen ab – die Welle macht sich groß, stellt sich auf, die Ganghöhe wird heftig, zehn bis 30 Meter sind dann normal. Die der Welle innewohnende Energie kann sich auf diese Weise auf einen immer kleineren Bereich konzentrieren – mit katastrophalen Auswirkungen auf dieses Areal.

Übrigens: Wasserwellen auf offener See transportieren kein Wasser, sondern Energie. Die Wasserteilchen bleiben am Ort, führen aber die zeitlich versetzten Auf- und Abwärtsbewegungen durch. Die Hauptursache für Wellen ist der Wind.

Von Klaus Amberger