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Ideen für lebenswerte KTV
Ideen für lebenswerte KTV
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05:00 27.06.2019
In der Kröpeliner-Tor-Vorstadt (KTV) leben rund 19 000 Rostocker. Quelle: OVE ARSCHOLL
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Kröpeliner-Tor-Vorstadt

Anwohnerparkplätze, vernünftige Fahrradwege, mehr Spielflächen: Ideen ohne Ende gab es zur Auftaktrunde für den sogenannten städtebaulichen Rahmenplan, der für die Kröpeliner-Tor-Vorstadt weiterentwickelt werden soll. Ziel: gemeinsam mit den Bewohnern die wichtigsten Kernpunkte für die künftige Entwicklung des Stadtteils festzuzurren, erklärt Anja Epper vom Rostocker Amt für Stadtplanung. Und versprach den rund 50 in die Volkshochschule gekommenen Anwohnern: „Wir werden Ihnen zuhören.“

Wozu ein Rahmenplan?

Der Plan soll einen „roten Faden“ liefern – mit Handlungsempfehlungen für die Verwaltung, Bewohner, Gewerbetreibende, Grundstücksbesitzer, beschreibt Charlotte Koch vom mit der Erstellung beauftragten Planungsbüro Cappel und Kranzhoff. Dafür wolle man mit den Bewohnern des Stadtviertels ins Gespräch kommen, einen Rundgang mit Schwerpunkt Barrierefreiheit machen, junge und ältere Bewohner anhören, eine sogenannte Planungswerkstatt abhalten. Und um den Prozess anzustoßen, seien ab sofort Ideen, Kritikpunkte, Lösungsansätze gefragt.

„Ich würde mir eine autofreie Kröpeliner-Tor-Vorstadt wünschen.“ Quelle: Thomas Luczak

Zu wenig Parkplätze

Eine Katastrophe – darin waren sich die meisten der Gäste am Dienstagabend einig – sei zum Beispiel die Parkplatzsituation in der KTV. Nötig seien zusätzliche Parkflächen, Quartiersgaragen. Für „Anwohnerparken“ macht sich zum Beispiel Michael Streu stark, der in der KTV wohnt. In der Kritik: die sich durch das „Ulmicum“, das geplante neue Herz der Universität, sicher verschärfende Verkehrssituation. Hintergrund: Der Campus in der Ulmenstraße wird ausgebaut für die Wirtschafts-, Sozialwissenschaftliche und Philosophische Fakultät. Auch die Juristen, die Philosophen, die Lehrerausbildung und das Staatliche Schulamt sollen an den Ulmencampus ziehen. Eine neue Mensa ist geplant, neue Räume für den Lehr­betrieb. Befürchtete Folge: mehr Verkehr. Zudem würden Anwohnerparkplätze wegfallen. „Die Uni muss unbedingt neue Parkplätze schaffen“, fordert zum Beispiel Michael Streu. „Zudem wird kaum gegen Parksünder vorgegangen“, beklagt Florian Becker, der in der KTV arbeitet. Viele dieser Probleme würden sich von selbst erledigen, wenn die KTV autofrei wäre, schlägt Josephine Ulrich vor.

„Wir brauchen in der KTV sichere, beleuchtete Radabstellplätze. Niemand kann sein Lastenfahrrad jeden Abend in den Keller tragen.“ Florian Becker Quelle: Thomas Luczak

Zu schlechte Radwege

In den Innenstädten wird das Verkehrsmittel Rad immer wichtiger – da waren sich viele der Anwohner einig.

„Ich bin für Anwohnerparken. Und die Uni muss im Zuge der Erweiterung auch zusätzliche Parkplätze schaffen.“ Michael Streu, wohnt in der KTV Quelle: Thomas Luczak

Jedoch: In der KTV gebe es „zu wenig vernünftige Radwege“, kritisiert zum Beispiel Jan Schmidt, der jeden Tag zur Arbeit in die KTV radelt. Breite Zustimmung. Schön wäre eine Fahrradstraße quer durch das Viertel. Zudem fehlen Abstellmöglichkeiten für Räder, bemängelt Florian Becker. Unter anderem sei es „für Fahrer von Lastenfahrrädern unmöglich, ihre Gefährte allabendlich in den Keller zu wuchten“. Hier müsse sich etwas ändern. Nötig seien sichere, gut ausgeleuchtete Flächen, an denen sich Fahrräder gut anschließen lassen, fordert Greenpeace-Sprecher Becker.

KTV ist dennoch beliebte Wohnadresse

Trotz aller Kritikpunkte: Die Kröpeliner-Tor-Vorstadt ist eine beliebte Wohngegend. Positiv: die historische Bausubstanz, viele Geschäfte, Gaststätten, so die Mehrzahl der Bewohner. Eine weitere Verdichtung der Bebauung lehnen viele ab. Daneben stören hohe Mieten, Party-Lärm und die schlechte Beschaffenheit von Straßen und Gehwegen. Und: dass – trotz bestehender Vorgartensatzung – grüne Vorgärten verschwinden. Vorschläge: Warum wird nicht regelmäßig der schönste Vorgarten prämiert? Warum gibt es nicht mehr Bänke? Warum wird der Ulmenmarkt nicht aufgewertet? Können vielleicht die Gärten der Uni-Kliniken für alle geöffnet werden? Lässt sich der Lindenpark nicht besser für die Bewohner erschließen – mit Treffpunkten, Sitzmöglichkeiten.

Wie geht es weiter?

Am 9. November soll die sogenannte Planungswerkstatt steigen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Fragen und Hinweise an: Maxi Boden, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Wirtschaft, maxi.boden@rostock.de oder ktv@ck-stadtplanung.de

Thomas Luczak