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Reisereporter Kulinarische Tour im Londoner East End
Reisereporter Kulinarische Tour im Londoner East End
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05:00 21.02.2017
„Arzu“ auf der Brick Lane verkauft Spezialitäten aus Bangladesch. Die ganze Straße ist durch Einwanderer vom indischen Subkontinent geprägt.
„Arzu“ auf der Brick Lane verkauft Spezialitäten aus Bangladesch. Die ganze Straße ist durch Einwanderer vom indischen Subkontinent geprägt. Quelle: Philipp Laage/dpa-Tmn
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London

Auf keinen Fall frühstücken! Die Teilnehmer der kulinarischen Tour durch das Londoner East End wurden noch gewarnt. Völlig zu Recht, wie sich herausstellen soll.

Tatsächlich bieten die Küchen des einstigen Arbeiterviertels ein vielfältiges Angebot vorzüglicher Speisen aus der halben Welt. Da wäre es gedankenlos, den Morgen im seelenlosen Frühstücksraum eines Hotels zu verbringen.

Londoner City
Food-Touren

Erster Snack-Stopp: die Brick Lane, auch Curry-Meile oder Banglatown genannt. Einwanderer aus Bangladesch und Indien haben an der rund ein Kilometer langen Straße ihre Restaurants. „Arzu“ (55 Brick Ln) hat 1986 aufgemacht. Die würzigen Samosas gefüllt mit Lamm oder Spinat (60 Pence) oder die Chicken Tikka Roll (1,50 Pfund) sind derart köstlich, dass einem das süße europäische Frühstück plötzlich wie eine seltsame Geschmacksverirrung vorkommt.

Vier große Wellen von Einwanderern haben das East End geprägt, erklärt O'Neill. Ab 1685 kamen von Ludwig XIV. verfolgte Hugenotten aus Frankreich. Am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts siedelten sich rund 100 000 Aschkenasi an, europäische Juden. Im Zuge des Bangladesch-Krieges 1971 flohen dann viele Muslime aus ihrer Heimat. Sie brachten ihre Gewürze und Rezepte vom indischen Subkontinent mit nach London, vor allem in die Brick Lane.

Und die vierte Welle? O'Neill macht eine Pause. „Die Hipster!“ Der Osten Londons lockt Individualisten und alle, die das gerne wären. Es gilt, Vintage-Läden, Cafés und Flohmärkte zu entdecken. Die Höhepunkte für shoppenden Touristen sind Spitalfields Market, Brick Lane Market und der Vintage-Markt in der Old Truman Brewery.

Zeit für das zweite Frühstück: Halt bei „Beigel Bake“ (159 Brick Ln). Eine Institution. Auf dem Bürgersteig hat sich eine lange Schlange gebildet. Alle stehen an für die koscheren Bagel, die hier im Akkord über den Tresen gehen. Empfehlung: die Variante mit gesalzenem Rindfleisch, Essiggürkchen und Senf. Hervorragend!

„Dark Sugars Cocoa House“
„Poppie's Fish & Chips“

Die Food-Tour ist zu Ende. Zeit, um die Gegend selbstständig zu erkunden. Hinter den eher niedrigen Backsteinhäusern ragen die Wolkenkratzer der Londoner City in den Himmel, die Bankenwelt. O'Neill spitzt die Situation dort so zu: „Es gibt nur Steakhäuser, Lobster-Restaurants und Dom Perignon.“ Schrecklich langweilig.

Das Londoner East End

Anreise: Nonstop-Flüge nach London gibt es von fast allen größeren deutschen Flughäfen. Vom Stansted Airport fährt der Stansted Express direkt bis zur Liverpool Station. Sie liegt direkt im East End.

Übernachtung: Ein Doppelzimmer in einem einfachen und relativ zentral gelegenen Drei-Sterne-Hotel ist für kaum weniger als 80 Euro pro Nacht zu bekommen. Airbnb ist nicht wesentlich günstiger.

Food-Touren: Mehrere Anbieter haben geführte kulinarische Touren in East London im Programm, etwa Free Tours by Foot oder Eating London Tours. Entweder zahlt man einen Pauschalpreis oder für jedes Essen einzeln und dem Guide ein Trinkgeld. Online-Buchungen sind möglich.

Informationen: Visit Britain, Alexanderplatz 1, 10178 Berlin (Tel.: 030 3157190).

dpa/tmn

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