Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Reisereporter Wie London-Urlauber mit dem Terror umgehen
Reisereporter Wie London-Urlauber mit dem Terror umgehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
10:57 27.07.2017
Kindergärtnerin Sulamith aus Berlin in London. Quelle: Sarah Wagner/dpa
Anzeige
London

Geräucherter Fisch, italienischer Käse, kunstvolle Törtchen - Mitte Juli schieben sich die Menschen auf dem Borough Market in London durch die engen Gassen vorbei an Köstlichkeiten aus aller Welt.

Nichts deutet mehr darauf hin, dass der Markt und die nahe London-Bridge noch knapp sieben Wochen zuvor Ziele einer Terrorattacke mit acht Todesopfern waren. Insgesamt wurden bei Anschlägen seit März 2017 in Großbritannien 36 Menschen getötet.

Besucherzahlen
Rückgang

Es gibt aber Hinweise, dass sich London und Großbritannien als erstaunlich robust erweisen könnten. Das Unternehmen Forward Keys hat Millionen von Daten aus den Buchungssystemen von Reisebüros weltweit ausgewertet. Daraus geht hervor, dass die Terroranschläge in Großbritannien allenfalls kurzfristige Auswirkungen auf das Buchungsverhalten ausländischer Urlauber hatte. „Drei Wochen nach dem London-Bridge-Anschlag waren die Buchungen wieder höher als im Vorjahr“, sagt David Tarsh von Forward Keys.

Diesen Eindruck bestätigt auch der Reiseveranstalter Tui. „Wir sehen keine Auswirkungen, die Nachfrage nach Londonreisen ist groß. In der aktuellen Sommersaison verzeichnen wir ein kräftiges Buchungsplus. Urlauber profitieren von der Abwertung des britischen Pfunds“, teilte eine Tui-Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

Ganz anders hatte es in Paris nach den Anschlägen vom November 2015 ausgesehen. Damals waren die Buchungen vollkommen eingebrochen und erholten sich nur langsam. Bislang kann nur spekuliert werden, warum sich das in London nicht wiederholt. Der günstige Wechselkurs sei für viele Urlauber ein „stärkerer Anziehungsfaktor als die Abschreckung durch den Terror“, sagt David Tarsh. Dazu komme, dass London als Tourismusziel vielfältiger sei als andere Städte. Das Königshaus, die Museen mit kostenfreiem Eintritt, Theater und Restaurants seien starke Besuchermagnete.

Borough Market

„Natürlich sind die Terroranschläge etwas, worüber du nachdenkst und man ist auch irgendwie wachsamer“, meint Hayley aus den USA, „Ich glaube, man kann sagen, dass die Leute ihre Umgebung schon aufmerksamer beobachten als vorher.“ Aber es gäbe keine Plätze, die sie explizit meide, sagt die 25-jährigen Flugbegleiterin. „Ich werde auch später noch auf die London Bridge gehen.“

Sulamith, eine 35-jährige Kindergärtnerin aus Berlin, besucht London zum ersten Mal. Von den jüngsten Ereignissen hat sie sich nicht abschrecken lassen: „In London ist viel passiert und wir hatten schon Respekt davor, aber es stand nicht außer Frage, dass wir hierher kommen“, meint sie. „Ehrlich gesagt, haben wir mehr Angst vor Taschendieben als vor solchen Sachen“.

dpa

Mehr zum Thema

Öffnen per Fingerabdruck, GPS-Tracking, mobile Powerbank: Seit der Koffer das Rollen gelernt hat, gab es beim Reisegepäck kaum Innovationen. Dafür können neuartige Trolleys nun umso mehr - sogar selbst fahren oder sich wiegen.

25.07.2017
Reisereporter Männer rechts, Frauen links - Der getrennte Badestrand von Triest

Seit 114 Jahren wird am „El Pedocin“-Strand in Triest geschlechtergetrennt gebadet. Das italienische Strandbad ist wahrscheinlich das letzte seiner Art in Europa.

25.07.2017

Gäste kritisieren, dass es im Radisson Blu Swinemünde in den ersten Tagen Probleme gab

26.07.2017

Während der Tourismus in der östlichen Ägais im Zuge von Wirtschafts- und Flüchtlingskrise um bis zu 30 Prozent eingebrochen ist, kann sich eine kleine griechische Kykladen-Insel vor Besuchern kaum retten. Wird Paros das neue Mallorca? Ein Paradies zwischen Neuerfindung und Identitätsverlust.

19.07.2017

In der abgeschiedenen Wildnis in Schwedens Norden serviert Magnus Nilsson seine „Signature-Dishes“. Diese reichen vom Carpaccio vom rohen Rinderherz bis zum Kuchen aus Pinienrinde.

03.02.2017

Hier verrät das Topmodel seine Geheimtipps für eine der angesagtesten Reisedestinationen 2017.

02.02.2017