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OZ Ben Meyer: Mein Bruder Nick und ich haben auf dem Spielfeld beinahe blindes Verständnis
Ben Meyer: Mein Bruder Nick und ich haben auf dem Spielfeld beinahe blindes Verständnis
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17:26 03.12.2019
Ben Meyer (am Ball), der hier von Tom Steinberg (l.) und Christoph Rasch attackiert wird, war jüngst in Bad Doberan kaum zu stoppen. Quelle: Tommy Bastian
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Ribnitz-Damgarten

Ben Meyer ist wieder so richtig angekommen beim Ribnitzer HV. Mit zwölf Toren und einige herausgeholten Siebenmetern war der 24-jährige Rückraumspieler beim 25:23-Sieg des RHV gegen seinen Ex-Klub Bad  Doberaner SV der Mann des Spiels. Im Interview mit der OSTSEE-ZEITUNG sagt der Rückkehrer zu seinem Heimatverein, was ihm der Erfolg bedeutet, welche Ziele er mit dem Ribnitzer  HV noch hat und wie er Handball und Beruf unter einen Hut bekommt.

Welche Bedeutung hat der Sieg in Bad  Doberan für Sie?

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Ben Meyer: Ich weiß, dass der Bad  Doberaner  SV sonst immer sehr heimstark ist. Daher denke ich, das war das schwierigste Spiel der Saison. Umso schöner war unser Sieg. Für mich persönlich war es toll, dass ich zeigen konnte: Ich kann noch zehn oder mehr Tore in einem Spiel werfen.

Kann Ihr Team mit ähnlicher Spannung die anstehenden Spiele angehen und genauso fokussiert agieren?

Ich denke schon. Es sind ja alles Heimspiele bis zum Jahreswechsel und vor allem die Partie kurz vor Weihnachten gegen Fortuna Neubrandenburg wird ein Highlight. Solange wir Spaß haben, werden wir auch die Spannung halten. Die Stimmung ist gut. Und dem Teamkollegen, mit dem du vorher viel gelacht hast, hilfst du umso mehr auf dem Spielfeld, wenn es mal eng wird.

Wie kam es überhaupt zur Rückkehr nach Ribnitz-Damgarten?

Meine ganze Familie ist eben hier und ich kenne einfach mehr Leute, zu denen ich ein besseres Verhältnis habe. Außerdem war ich damals nach Bad  Doberan gegangen, um in der vierten Liga zu spielen. Das wäre nach dem Abstieg ja leider nicht mehr der Fall gewesen.

Wie haben Sie sich wieder eingelebt beim RHV?

Sehr gut. Schon während beziehungsweise nach dem Trainingslager im Sommer war ich wieder voll integriert. Der Kontakt zu einzelnen Leuten war nie wirklich abgebrochen, weil viele sehr gute Freunde von mir sind.

Wie ist es, mit dem eigenen Bruder zusammenzuspielen?

Super! Wir können uns viel austauschen, auch mitten im Spiel, und haben beinahe blindes Verständnis. Das heißt, der eine weiß meistens, was der andere vorhat. Außerdem macht es total viel Spaß, mit einem Spieler mit seiner Schnelligkeit zusammenzuspielen.

Welche Ziele verfolgen Sie noch im Handball?

Hauptsächlich spiele ich zum Spaß, habe keine ganz großen Ziele mehr. Wichtig ist, unverletzt zu bleiben.

Träumen Sie nicht davon, mit dem Ribnitzer  HV noch einmal in der Oberliga zu spielen?

Naja, das wäre schon cool. Allerdings müsste die Mannschaft für diesen großen Schritt dann noch einmal deutlich verstärkt werden.

Wie bekommen Sie den Handball und Ihren Job unter einen Hut?

Das funktioniert ganz gut, da wir meistens nur zweimal die Woche trainieren. Ich arbeite in Rostock auf der Werft und wohne in der Hansestadt. Wir haben Fahrgemeinschaften, weil mehrere Spieler aus Rostock kommen.

Bleibt genug Zeit für andere Hobbys?

Ja, schon. In meiner Freizeit baue ich Möbel und andere Dinge aus Holz für mich, meine Familie und Freunde. Das macht Spaß. Vielleicht wird aus dem Hobby ja auch mal mehr. Ich gehe das ganz entspannt an. Mal gucken, wo es hinführt.

Zurück zum Sport: Worauf wird es am Sonnabend gegen Spitzenreiter TSG  Wismar ankommen?

Wir sollten unser Spiel machen, also diszipliniert und kämpferisch verteidigen und schnell nach vorn spielen, Eins-gegen-eins gehen oder den Nebenmann in Szene setzen. Dann werden wir auch gewinnen, davon bin ich überzeugt.

Von Tommy Bastian