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OZ FC Hansa Rostock: Tag der (Vor-)Entscheidung

FC Hansa Rostock 3.Liga Würzburger Kickers Tag der Entscheidung

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15:51 26.06.2020
Demonstrieren vor dem Spiel in Würzburg Zuversicht und Geschlossenheit: Trainer und Team des FC Hansa – hier nach dem Sieg in Magdeburg.
Demonstrieren vor dem Spiel in Würzburg Zuversicht und Geschlossenheit: Trainer und Team des FC Hansa – hier nach dem Sieg in Magdeburg. Quelle: Imago
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Rostock/Würzburg

Siegen und den Traum weiter verwirklichen können – oder verlieren und das große Ziel abschreiben müssen. Das Auswärtsspiel des FC Hansa Rostock bei den Würzburger Kickers (Sonnabend, 14 Uhr) wird Aufstiegskampf pur. Während die Rostocker einen Sieg benötigen, um eine realistische Chance zu wahren, könnten die Würzburger Kickers unter Umständen mit einem Punkt leben.

Die OZ hat die wichtigsten Fakten zu diesem wegweisenden Duell zusammengetragen.

Was steht auf dem Spiel

Das Duell zwischen Gastgeber Würzburg und dem FC Hansa ist für den Kampf um den Aufstieg von großer Bedeutung. Im drittletzten Spiel vor dem Saisonabschluss benötigen die Rostocker, die aktuell auf Rang sechs liegen, einen Sieg, um die Aufstiegsplätze und den Relegationsrang in Reichweite zu behalten.

Das sagt Hansa-Trainer Härtel

Jens Härtel bleibt trotz der Bedeutung der Aufgabe demonstrativ unaufgeregt. Er verspricht: „Wir werden alles investieren, was wir haben, um dieses Spiel zu gewinnen.“

Das sagt Kapitän Julian Riedel

„Wir haben seit sechs Spielen nicht mehr verloren. Und wir haben immer noch alles in der eigenen Hand. Unsere Situation hat sich im Vergleich zu den vergangenen Spielen nicht geändert, denn auch dort durften wir nicht verlieren.“ Das Ziel sei das gleiche wie immer: „Wir gehen in dieses Spiel, um zu gewinnen.“ Druck verspüre er nicht: „Wir können aufsteigen – und das in einer Saison, in der wir sogar schon gegen den Abstieg gekämpft haben. Wir werden alles raushauen, um dieses coole und gute Gefühl, aufsteigen zu können, bis zum letzten Spieltag zu bewahren.“

Konditionell sei bei Hansa alles im grünen Bereich, versichert der 28-jährige Abwehr-Spezialist: „Wir haben noch genug Sprit im Tank. Die Serie der Spiele ohne Niederlage trägt uns. In unserer Situation kann der Kopf über den Körper entscheiden.“

Hansas Personalplanungen

Trainer Härtel hat angekündigt, keine Experimente vorzunehmen. Er wird nur Spieler in den Kader berufen, die auch zuletzt zum Einsatz kamen. Nico Neidhart, der gegen Kaiserslautern seine Gelb-Sperre abgesessen hat, steht zur Verfügung. Fehlen wird Nico Granatowski (Fußprellung). Nicht sicher ist, ob Aaron Opoku und John Verhoek einsatzbereit sein werden.

Der Gegner

Mit einem späten 2:1 am Dienstag im Auswärtsspiel gegen den KFC Uerdingen festigte das Team von Trainer Michael Schiele einen Platz in der Aufstiegszone. Markige Ankündigungen zur Rückkehr in die 2. Bundesliga vermeidet der Trainer aber. Er befindet sich in einer kuriosen Situation: Obwohl die Mannschaft seit der Corona-Pause überzeugt, wurde der am Saisonende auslaufende Vertrag des Chefcoachs bislang nicht verlängert. Und das dürfte auch an einem prominenten Funktionär am Dallenberg liegen: Felix Magath. Er ist Fußballchef des Kickers-Investors Flyeralarm und damit einer der starken Männer in Würzburg. Zur Zukunft des bei den Fans beliebten Trainers schweigt der frühere Nationalspieler und Meistercoach seit Wochen. Möglicherweise aus Kalkül: Warum die Situation jetzt ändern, da es sportlich so gut läuft? Womöglich schweißt die Ungewissheit das Team und seinen Trainer besonders zusammen.

Die Statistik

Die Würzburger Kickers haben seit Wiederaufnahme des Spielbetriebs am 30. Mai sechs Spiele gewonnen und einmal unentschieden gespielt. Nur im Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg kassierten die Bayern eine 0:1-Niederlage. Torbilanz seit dem 28. Spieltag: 17:7.

Die Bilanz der Hanseaten ist mit vier Siegen, drei Remis und einer Niederlage nur unwesentlich schlechter. Hätte die Saison nach der Corona-Pause begonnen, wäre Würzburg Tabellendritter (19 Punkte). Hansa läge mit 15 Punkten direkt dahinter.

Die Bilanz aus sieben direkten Duellen spricht für den FCH: Vier Spiele gewannen die Norddeutschen, eine Partie endete remis, zweimal verloren die Rostocker. Das Hinrundenduell endete durch ein Eigentor von Luca Pfeiffer (45.) mit 1:0 für Hansa.

So sind die Bedingungen

Für beide Mannschaften ist das Duell am 36. Spieltag das neunte innerhalb von vier Wochen nach dem Re-Start. Die Begegnung wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen. Nur eine stark limitierte Anzahl von Betreuern, Helfern und Journalisten ist unter Einhaltung der Corona-Richtlinien zugelassen.

Die Rostocker reisen am Spieltag mit dem Flugzeug von Laage nach Würzburg.

Meteorologen haben in Würzburg knapp 30 Grad vorhergesagt. In der Flyeralarm-Arena wird es noch wärmer sein. Ab Mittag besteht Gewittergefahr.Liveticker: sportbuzzer.de/mv

Von Christian Lüsch